Halsschmerzen: Klassische Arzneimittel

Parkemed gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Das Wichtigste in Kürze

  • Hersteller: Pfizer
  • Wirkstoff: Mefenaminsäure 500 mg
  • Darreichungsform: Filmtablette
  • Rezeptfrei: nein
  • Hilft bei Erkältung: ja

Parkemed ist ein Analgetikum (Schmerzmittel), welches zur Fiebersenkung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt wird. Als Wirkstoff enthält es die Mefenaminsäure. Es kommt zur Behandlung bei Erkältungen, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen, bei Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen nach Operationen, bei schmerzhaften Monatsblutungen und bei Beschwerden im Bereich der Wirbelsäure zum Einsatz. Parkemed ist in Deutschland im Gegensatz zu der Schweiz und Österreich seit 2007 nicht mehr zugelassen.

Medizinische Fakten

Parkemed mit dem Wirkstoff Mefenaminsäure gehört zu den sauren Analgetika (Schmerzmittel), zu denen z. B. auch die Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) zählt. Diese Wirkstoffe haben gelöst einen niedrigen pH-Wert, sind also sauer und haben die Gemeinsamkeit, dass sie unter anderem die Blutgerinnung hemmen, Fieber senken, Schmerzen stillen und vor allem Entzündungen eindämmen. Wie Aspirin kann es bei Erkältungen die Beschwerden wie Fieber, Kopf-/und Halsschmerzen lindern. Studien belegen, dass die Mefenaminsäure eines der wirksamsten dieser Analgetika ist, jedoch auch am wenigsten verträglich. Nach längerfristiger Anwendung kommen vermehrt Erkrankungen des Verdauungstraktes und starke Nierenfunktionsstörungen vor. Diese Nebenwirkungen treten schon bei relativ niedriger Überdosierung auf, weshalb Parkemed in Deutschland seit 2007 nicht mehr zugelassen ist.[1]

Wirkungsweise bei Erkältungen

Mefenaminsäure hemmt die Synthese (Herstellung) von Prostaglandinen im Körper, indem es das Enzym Cyclooyxgenase blockiert. Dadurch werden sowohl die Cyclooxygenase-1, als auch die Cyclooxygenase-2 gehemmt. Erstere ist für die Blutgerinnung zuständig, weshalb Mefenaminsäure auch die Aggregation (Zusammenlagerung) von Thrombozyten (Blutplättchen) hemmt (inhibiert) und damit die Blutungszeit verlängert. Die Cyclooxygenase-2 dagegen reguliert über die Herstellung von Prostaglandinen Entzündungsprozesse, Fieber und Schmerzentstehung. Wie die sauren Analgetika wirkt Parkemed also antientzündlich (antiinflammatorisch), fiebersenkend (antiphlogistisch) und schmerzlindernd (analgetisch).[2] Damit kann es Erkältungsbeschwerden lindern, jedoch schwächt es die Krankheitserreger nicht, sodass die Dauer der Erkrankung nicht verkürzt wird.

Anwendung und Dosierung bei Erkältungen

Folgende Angaben ersetzen keinesfalls die Dosierungsanweisungen eines Arztes:

  • Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren: Einzeldosis beträgt eine Filmtablette (Parkemed 500 mg), wobei diese bis zu dreimal täglich eingenommen werden darf
  • Ohne ärztliche Anweisung sollte Parkemed 500 mg nicht bei Kindern unter 14 Jahren eingesetzt werden, da mögliche Nebenwirkungen noch zu ungenau untersucht worden sind. Für diese Altersgruppe gibt es Parkemed 125 mg, von dem auch max. drei Tabletten täglich eingenommen werden dürfen
  • Personen mit Leber-/Nierenschäden: Parkemed sollte nicht ohne Anweisung eines Arztes eingenommen werden
  • Max. drei Tage ohne ärztliche Verschreibung einnehmen

Parkemed unzerkaut zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen.[3]

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen, die nach Einnahme von Parkemed auftreten können, gehören Magen-/Darmerkrankungen. Es kann zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Geschwüren im Verdauungstrakt, Appetitlosigkeit, Blähungen, Entzündungen und Blutungen kommen. Auch Blutzellen können durch Nebenwirkungen des Medikamentes betroffen sein. So können eine Vermehrung bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie), Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse), Schleimhautblutungen, verringerte Anzahl an weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen (Leokozytopenie/Thrombozytopenie) und Blutbildungsstörung im Knochenmark vorkommen. Selten treten Nervosität, Depressionen, Benommenheit, Sehstörungen, Ohrenschmerzen, Asthma, Gelbsucht, Leberentzündung, Hautreaktionen wie Schwellungen und Juckreiz, Nierenfunktionsstörungen, Blutdruckveränderungen und Herzklopfen auf.

Bei Überdosierungen kann es zu epileptischen Anfällen, Schwindel, Kopfschmerzen, Nierenversagen, Blutungsneigung, starken Hautreaktionen und Bewusstlosigkeit kommen.

Wechselwirkungen des Wirkstoffs Mefenaminsäure sind mit Blutgerinnungshemmern, Glukokortikoiden (Behandlung von Asthma, Rheuma u. v. m.), Antidepressiva, Antidiabetika (bei Zuckererkrankung), Methotrexat (hemmt Zellwachstum), Ciclosporin (verhindert Transplantatabstoßung), Blutdruckmedikamenten und zu anderen Schmerzmitteln bekannt.

Zur Vermeidung möglicher Nebenwirkungen und schädlicher Wechselwirkungen sollte Parkemed erst nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.[4]

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Parkemed darf nicht eingenommen werden:

  • wenn Allergien gegen Mefenaminsäure bekannt sind
  • wenn Allergien nach Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) auftreten
  • bei Vorliegen von Magen-/Darmerkrankungen
  • wenn das Blutungsrisiko erhöht ist
  • vor Operationen
  • in der Schwangerschaft oder Stillzeit
  • wenn eine Nieren-/Leber-/Kreislaufeinschränkung vorliegt
  • von Personen mit Blutbildungsstörungen
  • zur Behandlung von Schmerzen nach Herzoperationen
  • nach Konsum von Alkohol

Bei Eintreten jeglicher Nebenwirkungen nach Einnahme von Parkemed sollte unverzüglich ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.[5]

Alternativen

Auf dem Markt zugelassene schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Präparate wie ASS oder Ibuprofen werden heute von verschiedenen Pharmafirmen angeboten.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen