Halsschmerzen: Ursachen

Halsschmerzen (nach Oralsex)

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Halsschmerzen betreffen fast jeden Deutschen mindestens einmal im Jahr. Halsschmerzen können bei Infektionskrankheiten, ebenso jedoch durch andere Faktoren, wie z.B. nach Oralsex auftreten.

Ob bei Oralverkehr ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, welche Risikofaktoren es gibt und was beachtet werden muss, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Oralverkehr birgt ein Risiko zur Übertragung von Infektionen. Sowohl eine Infektion mit Gonokokken als auch mit HIV kann Halsschmerzen nach Oralsex nach sich ziehen.

Die akute HIV-Infektion verläuft in der Regel mit milden oder komplett ohne Symptome. Sie kann leicht mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose, kissing disease) oder einem grippalen Infekt verwechselt werden. Nach Übertragung durch Oralsex können die Lymphknoten am Hals (Lymphadenitis colli) vorübergehend anschwellen. [1]

Gonokokken führen zu der Erkrankung, die auch als Tripper bekannt ist. Sie tritt häufiger bei Frauen nach dem Oralverkehr als bei Männern auf. Allerdings zeigen sich nur bei etwa 15 % aller betroffenen Frauen Halsschmerzen.[2]

Biologischer Zusammenhang

Beim oralen Sexverkehr werden ebenso Körperflüssigkeiten ausgetauscht wie beim normalen Geschlechtsverkehr. Daher besteht hier ebenso ein Risiko, Krankheitserreger zu übertragen. Bakterien und Viren (Achtung: auch HI-Viren) können von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma oder Scheidenflüssigkeit auf den Partner überragen werden. Das höhere Risiko trägt dabei meist derjenige, der mit seinem Mund an dem Geschlechtsteil des Partners ist.

Das Risiko für Infektionen und somit auch für Halsschmerzen erhöht sich bei folgenden Umständen:

  • Schlechte Mundhygiene
  • Geschwüre oder Wunden am Geschlechtsorgan
  • Blut im Samen

Bei einer schlechten Mundhygiene können u.a. Pilzerkrankungen oder Zahnfleischerkrankungen kleine Wunden in der Mundschleimhaut verursachen. In diese Wunden können sich leichter Bakterien oder Viren einnisten und eine Infektion verursachen.

Bei Geschwüren oder Wunden am Penis ist die umgekehrte Übertragung wichtig: Gelangen Erreger aus dem Mund des Partners in die Wunden am Genital, können sie hier Infektionen verursachen. Infektionen an den Geschlechtsorganen gehen allerdings in der Regel nicht mit Halsschmerzen, sondern mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher.[3]

Zu beachten

Wichtig zu wissen ist, dass bei oralem Geschlechtsverkehr auch das HI-Virus, das für die Aids-Erkrankung verantwortlich ist, auf diesem Weg übertragen werden kann.

Auch Hepatitis A, B und C, sowie das Herpes-Simplex-Virus (HSV) und dasHumane Papilloma-Virus (HPV) können übertragen werden. Die Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus kann z.B. zu einer Pharyngitis führen. EinePharyngitis ist eine Halsentzündung, die ebenfalls mit straken Halsschmerzen einhergehen kann.

Bleiben Halsschmerzen nach Oralverkehr länger als zwei Wochen lang bestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser sollte über den Oralverkehr aufgeklärt werden, da es ihm so leichter fällt, eine Verdachtsdiagnose zu stellen.[4] 


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen