Halsschmerzen: Ursachen

Halsschmerzen (durch Streptokokken?)

© PantherMedia / Richard Nelson

Halsschmerzen können durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren verursacht werden und in sehr unterschiedlichen Ausprägungsformen auftreten. Eine Ursache für Halsschmerzen sind Streptokokken. Streptokokken sind Bakterien, die eine Entzündung verursachen können.

Was Streptokokken sind, wo sie vorkommen und was bei Halsschmerzen, die durch diese Bakterien verursacht werden, beachtet werden muss, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Verursacher von Halsschmerzen im Rahmen von grippalen Infekten sind meist Viren. Aber auch Bakterien können in 5 Prozent der Fälle erkältungsbedingter Halsschmerzen ursächlich sein. Dabei handelt es sich meist um beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. [1]

Streptokokken spielen vor allem bei Halsschmerzen von Kindern eine große Rolle. Hier sind sie für über 20 Prozent aller Halsschmerz-Fälle verantwortlich. Bei Kindern rufen sie außerdem häufig schwerere Symptome als bei Erwachsenen hervor. Halsschmerzen, die durch Streptokokken verursacht werden, stellen bei Kindern zudem erste Anzeichen für Erkrankungen wie Scharlach oder eine Angina dar. [2]

Biologischer Zusammenhang

Eine bakterielle Infektion entsteht häufig als Zweitinfektion bei einer viralen Infektion. Mediziner sprechen von einer Superinfektion. In einem solchen Fall ist der Körper sowieso schon durch den viralen Befall geschwächt. Bakterien können sich dann sehr leicht ebenfalls im Körper – besonders an den Mandeln (Tonsillen) – einnisten und sich schnell vermehren. Speziell die Streptokokken gehören zur physiologischen (natürlichen) Mundflora des Menschen. Sie sind für über 80 Prozent aller bakteriellen Infektionen verantwortlich.

Bakterien vermehren sich in den Schleimhäuten und sondern Stoffe ab, welche die Zellen angreifen und zerstören. Halsschmerzen werden einerseits durch diese bakteriellen Stoffe verursacht, andererseits sind sie aber auch ein Ausdruck der Abwehrreaktion des Körpers gegen die Krankheitserreger. Das Immunsystem setzt Botenstoffe wie Histamin, Interleukine oder Prostaglandine frei, die für die Gefäßerweiterung, die Rötung und die Erwärmung des betroffenen Bereichs verantwortlich sind. Außerdem reizen sie die Schmerzrezeptoren, was zu den Halsschmerzen führt. [3]

Zu beachten

Insbesondere bei Kindern kann eine bakterielle Infektion schnell schwere Beschwerden nach sich ziehen. Streptokokken sind zum Beispiel für Scharlach und Mandelentzündung (Angina tonsillaris) verantwortlich. Eine Mandelentzündung zeigt neben Halsschmerzen weitere Symptome wie:

  • geschwollene Mandeln
  • weiße Beläge im Rachen
  • Fieber (Pyrexie)
  • kein Husten

Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind bei einer bakteriellen Infektion besonders gefährdet. Die Behandlung sollte durch einen Arzt erfolgen. [4]

Ansonsten gesunde Menschen können eine Streptokokken-Infektion ohne ärztliche Behandlung überstehen. Sie sollten sich aber schonen und viel Ruhe gönnen. Ansonsten können sich die Streptokokken weiter im Körper ausbreiten und andere Organe befallen. Als Folge kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) auftreten. Diese Erkrankungen können lebensbedrohlich verlaufen. [5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen