Halsschmerzen: Ursachen

Halsschmerzen (durch Schimmel)

© PantherMedia / blueskyimage

Findet über längeren Zeitraum eine Schimmelpilz-Exposition statt, so besteht die Möglichkeit, dass sich eine allergische Rhinitis (Rhinitis allergica) entwickelt. Typische Frühsymptome sind Niesattacken, Juckreiz in der Nase, eine behinderte Nasenatmung und Augentränen. Bei fortschreitender Allergeninvasion gesellen sich meist weitere Symptome wie Husten und Halsschmerzen hinzu. Langfristig können eine Bronchitis oder Asthma entstehen.[1]

Im folgenden Text werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken in Verbindung mit Halsschmerzen durch Schimmel näher erläutert.

Medizinische Fakten

[3] Die Prävalenz der Rhinitis allergica liegt bei 15-20% der Bevölkerung. Sie stellt damit eine der häufigsten Erkrankungen dar. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der saisonalen Rhinitis (Heuschnupfen) und der nichtsaisonalen perennialen Rhinitis. Ganzjährige Allergien können durch Inhalationsallergene wie Hausstaub, Matratzenfüllstoffe, Schimmelpilzsporen und ähnliches ausgelöst werden. Rhinitiden durch Tierhaare und Berufsallergene sowie seltener Allergene in Nahrungsmitteln, die eine Fernreaktion auslösen, sind weitere Untergruppen.[2]

Biologischer Zusammenhang

Dieser Erkrankung liegt eine durch die Allergene verursachte Typ 1 Reaktion des Immunsystems zugrunde. Die am häufigsten für diese Reaktion infrage kommenden Schimmelpilze in Wohnräumen gehören den Gattungen Aspergillus oder Penicillium an. Andere Arten verursachen beim Menschen nur sehr selten Infektionen.[4]

Die Nasenschleimhaut bildet aufgrund ihrer Position und ihrer Anatomie die erste Barriere für Erreger, Allergene und andere Substanzen, die sonst ungehindert in die Atemwege gelangen könnten. Durch den engen Raum zwischen Nasenscheidewand und äußerer Nasenwand kommt die eingeatmete Luft zwangsläufig mit der Schleimhaut und den darauf befindlichen Flimmerhärchen sowie der aufliegenden Schleimschicht in Kontakt.

[,[6]] Die allergische Reaktion wird in eine Phase der spezifischen Sensibilisierung und eine unspezifische Effektorphase eingeteilt. Die Sensibilisierung erfolgt durch die Aufnahme der Allergene über Mediatorzellen der Schleimhaut, welche die Allergene nachfolgend auf ihrer Oberfläche präsentieren. T-Helfer-Zellen erkennen diese Allergene und übermitteln per Botenstoffe eine Stimulierung von B-Zellen, die daraufhin Antikörper bilden. Diese binden an Oberflächen bestimmter Immunzellen wie z.B. Mastzellen. Der so gebildete Komplex stellt ab diesem Zeitpunkt eine Art Bindungsstelle für die Allergene dar. Bei erneutem Befall ist das Immunsystem dadurch zu einer Sofortreaktion befähigt: Mastzellen setzen Mediatoren wie Histamin, Prostaglandine und Leukotriene frei, welche eine Entzündungsreaktion hervorrufen und die typischen Allergiesymptome bedingen.[5]

Zu beachten

Aufgrund der dauerhaften Reizung der Schleimhäute und der daraus resultierenden Immunreaktion weisen Personen mit einer allergischen Rhinitis ein um 3,2fach erhöhtes Risiko auf, Asthma bronchiale zu entwickeln. Man spricht hierbei von einem „Etagenwechsel“. Weiterhin ist eine Zunahme des Allergiespektrums möglich und kann Erkrankungen wie Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Nahrungsmittelallergien verursachen. Eine mögliche Ausdehnung der Entzündung bedingt die Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) und kommt es zu einer bakteriellen Superinfektion, dann kann sich eine chronische Sinusitis entwickeln.[7]

Aufgrund dieser teils irreversiblen Langzeitfolgen sind eine Abklärung des Allergensprektrums und das Einstellen einer adäquaten Therapie beim Facharzt angeraten. Zudem sollte wo immer möglich die Allergenquelle, wie beispielsweise der Schimmel in der Wohnung, beseitigt oder gemieden werden, um eine weitere Exposition gänzlich ausschließen zu können.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen