Halsschmerzen: Ursachen

Halsschmerzen durch Pilz-Infektion

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Halsschmerzen sind in der Regel viral, selten auch bakteriell bedingt. Halten die Beschwerden über Wochen an und gehen mit weißlichen Belägen im Mund-Rachen-Raum einher, sollte jedoch an einen Pilzbefall (Mykose) gedacht werden.

Der folgende Text liefert Informationen zu den Ursachen und Symptomen, besonderen Risikogruppen und welche Maßnahmen unterstützend zu einer medikamentösen Therapie ergriffen werden können.

Ursachen und Symptome

Leichte Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung werden meist durch Viren ausgelöst und klingen nach 2-3 Tagen spontan ab. Starke Schmerzen und weißliche Beläge der Rachenschleimhaut sind jedoch ein deutliches Warnsymptom und sind ärztlich abzuklären. Begleitet von weiteren Krankheitsanzeichen wie Husten, Schnupfen, Fieber und Kopfschmerzen können sie auf einen bakteriellen Infekt hindeuten. [1] Treten Schmerzen und Beläge isoliert oder lediglich von allgemeiner Mattigkeit begleitet auf, kann in seltenen Fällen ein Pilzbefall vorliegen.

Unter den Pilzen, die die menschlichen Schleimhäute besiedeln, ist Candida albicans am weitesten verbreitet. Über die Hälfte aller Gesunden weisen im Verdauungstrakt einen Befall mit dem Hefepilz auf, ohne Krankheitssymptome. In solchen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung nicht nötig. Erst wenn Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Halsschmerzen, Schluckstörungen, Bauchschmerzen, Durchfall u.a. auftreten, sollte der Arzt eine Therapie einleiten.

Entwickelt sich aus einer harmlosen Besiedlung eine manifeste Candidose, sind die Gründe meist im Immunstatus des Betroffenen zu suchen. Normalerweise kann das körpereigene Abwehrsystem den Pilz problemlos in Schach halten. Sind diese Mechanismen jedoch durch bestimmte Medikamente z.B. Kortison, Vorerkrankungen, hormon- oder altersbedingt in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, kann er sich unkontrolliert vermehren und im gesamten Verdauungstrakt, sowie bei Frauen im Vaginalbereich, Symptome hervorrufen.

Risikogruppen

Besonders häufig betroffen sind Säuglinge. Während der Geburt verschlucken sie ein wenig des mütterlichen Vaginalsekrets, welches oft mit Candida albicans kontaminiert ist. Da Säuglinge noch kein voll ausgebildetes Immunsystem besitzen, kann der Pilz sich vom Mund aus durch den gesamten Magen-Darm-Trakt bis in den Rektalbereich ausbreiten. Von den Eltern wird aber lediglich der Befall im Mund (Mundsoor) und im Windelbereich (Windeldermatitis) wahrgenommen. Eine adäquate Behandlung ist wichtig, da die Schmerzen beim Schlucken dazu führen können, dass das Kind die Nahrungsaufnahme verweigert und die vorgeschädigte Haut am Po eine direkte Eintrittspforte für andere Keime, z.B. aus dem Stuhl, bietet, sodass es zusätzlich zu einer bakteriellen Superinfektion kommen kann. Da ab einem gewissen Alter der Körper kontinuierlich an Widerstandskraft verliert, sind auch Senioren gefährdet.

Neben dem Alter spielt aber besonders bei Frauen auch die hormonelle Situation eine Rolle. Mit Einnahme oraler Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille) und während der Schwangerschaft steigt das Risiko für Pilzerkrankungen, die sich allerdings eher vaginal manifestieren. [2]

Weitere Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken und so das Ausbreiten von Candida begünstigen können, sind Immunsuppressiva, wie sie beispielsweise bei Transplantatempfängern eingesetzt werden, sowie Glucocorticoide. An erster Stelle sind hier Asthmatiker zu nennen, die fast immer mit Pulvern zur Inhalation behandelt werden, die Corticoide enthalten. Die regelmäßige Anwendung dieser Pulver ist unerlässlich, um Asthmaanfällen vorzubeugen. Wird der Mund-Rachen-Raum anschließend nicht ausreichend gereinigt und verbleiben Wirkstoffreste an den Schleimhäuten, entwickelt sich eine Candidose. Mit gründlichem Spülen nach der Applikation bzw. der Inhalation direkt vor einer Mahlzeit kann in diesem Fall eines Pilzinfektion vorgebeugt werden. [3]

Auch Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, HIV, unbehandelte Schilddrüsenunterfunktionen, Alkoholismus oder chronische Infektionen führen zu einem verminderten Immunstatus und gehen gelegentlich mit Pilzerkrankungen einher.

Unterstützende Maßnahmen

Neben der medikamentösen Therapie können – je nach Auslöser – unterstützende Maßnahmen sinnvoll sein. In jedem Fall sollte der Konsum von zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln gering gehalten werden, um dem Pilz die Nahrungsgrundlage (Glucose = Traubenzucker, der auch als Abbauprodukt von Stärke entsteht) zu entziehen. Da Glucose in die Muttermilch übergeht, sollten auch stillende Mütter ihre Ernährung anpassen, wenn der Säugling betroffen ist. Wird das Kind mit einem Mundgel therapiert, können die Brustwarzen mit behandelt werden, um ein Wiederanstecken zu vermeiden. Schnuller und Flaschensauger sollten nach jedem Gebrauch gründlich sterilisiert werden.

Zahnbürsten von Erwachsenen und älteren Kindern können zwischen den Anwendungen kopfüber in einer desinfizierenden Lösung gelagert werden. Es empfiehlt sich, die Zahnbürsten sehr häufig zu wechseln. Alkohol sollte gemieden werden, eine ballaststoffreiche Kost ist vorteilhaft.

Achtung: Ist die Infektion auf ein bestimmtes Medikament zurückzuführen, sollte dieses niemals eigenständig abgesetzt werden. Diese Entscheidung sollte immer dem behandelnden Arzt überlassen sein. [1]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen