Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung auskurieren

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Die Begriffe Erkältung, Verkühlung und grippaler Infekt(engl. „Common Cold“) sind verschiedene Alltagsbezeichnungen die synonym für dasselbe, medizinisch nicht konkret definierte Erkrankungsbild verwendet werden. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung der oberen Atemwege (Nase, Hals, Rachen) in Kombination mit einer Schleimhautentzündng (katarrhalisch). Die von der Entzündung betroffenen Schleimhäute sind in der Regel die Nasenschleimhaut (Rhinopharyngitis), die Rachenschleimhaut (Pharyngitis), Schleimhautentzündungen der Nasen-, Nebenhöhlen- und Rachenschleimhaut (Katarrh). Dies kann eventuell mit leichtem Fieber (37,5°C bis 37,9°C) einhergehen. Erkältungen werden zu den Bagatellerkrankungen gezählt [1]. Es hat sich gezeigt, dass bei ca. 90% der grippalen Infekte eine durch virale Infektionverursachte Rhinosinusitis (Entzündung der Nasenschleimhäute) vorliegt [2]. Mehr als 100 verschiedene Viren können als Auslöser fungieren, zu den häufigsten zählen allerdings Adeno-, Corona-, Rhino-, Entero-, Parainfluenza- und Respiratory–Syncytial–Viren (RSV-Viren). Die Übertragung der Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Niesen oder Husten), kann aber auch durch direkten Kontakt (Hand-Mund-Kontakt nach vorhergegangenem Händeschütteln) vermittelt werden [3].

Es ist auch zu beachten, dass es sich bei einem „grippalen Infekt“ nicht um eine „echten Grippe“ (Influenza) handelt, welche ein weitaus stärkeres Beschwerdebild und Gesundheitsrisiko darstellt.
Auch die Bezeichnung „Erkältung“ kann verwirrend sein. Betrachtet man die Entstehung und Entwicklung der Krankheit (Pathogenese), so handelt es sich hierbei nicht um eine Unterkühlung des Körpers, sondern um eine Infektion. In den kälteren Monaten kommen grippale Infekte vermutlich häufiger vor, weil die Schleimhäute der Atemwege durch eine erniedrigte Luftfeuchtigkeit bei kaltem Wetter leichter austrocknen und somit anfälliger für eine Infektion werden. Außerdem bietet ein feuchtes und kühles Klima vielen Krankheitserregern bessere Überlebensbedingungen. Dennoch ist ein konkreter Zusammenhang mit Kälteexposition bislang umstritten [4].

Symptome (Erkältung)

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Ursachen können Krankheitsbild sowie Verlauf stark variieren, im Normalfall treten ein bis drei Tage nach Exposition gegenüber erkältungsauslösender Viren (Inkubationszeit) die ersten Symptome auf. Zu diesen zählen:

  • Eine laufende/ verstopfte Nase
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen

Hinzu kommen abhängig vom Auslöser:

  • Husten
  • Leichte Körperschmerzen und milder Kopfschmerz
  • Leichte Müdigkeit
  • Druckgefühl/Schmerzen in den Ohren
  • Zahnschmerzen
  • Erhöhte (subfebrile) Temperatur

Der Nasenschleim (Rotz) kann dickflüssiger werden und sich gelb bis grün färben, was nicht unbedingt Zeichen für eine bakterielle Sekundärinfektion sein muss. Gelegentlich tritt dieser auch bei der viralen Primärinfektion auf. Was eine Erkältung von anderen viralen Infektionen (z. B. Grippe (Influenza)) unterscheidet, ist, dass es generell nicht zu hohem Fieber kommt [5] .

Dauer und Therapie (Erkältung)

Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt je nach Erreger zwischen zwölf Stunden und drei Tagen. Bei einem grippalen Infekt handelt es sich um eine selbstlimitierende Krankheit (heilt im Regelfall ohne therapeutische Maßnahme), welche im Durchschnitt 3 – 7 Tage dauert. Da eine Behandlung der Ursache nicht möglich ist, dienen etwaige Therapieansätze der Symptomlinderung durch abschwellende Mittel (Siehe unten) und angemessene Flüssigkeitszufuhr (Hydration), reduzieren die Dauer der Erkrankung aber meistens nicht. Genügend Flüssigkeit (in Form von Wasser oder Tee), eine gesunde Ernährung und das Feuchthalten der Schleimhäute (beispielsweise durch Inhalation von Wasserdampf) können dem Körper bei der Krankheitsbekämpfung helfen. Um eine Erkältung richtig auszukurieren, sind viel Ruhe und körperliche Schonung essentiell. Auf Alkohol und Rauchen sollte gänzlich verzichtet werden[6]. Da die meisten grippalen Infektionen meist zunächst durch Viren ausgelöst werden, gehört eine Antibiotikatherapie nicht zur konservativen Behandlung. Aufgrund möglicher Nebenwirkung und Resistenzentwicklung der Bakterien ist sie sogar nicht angebracht (kontraindiziert) und darf nur bei nachweislich eitriger Entzündung mit starken Beschwerden oder konservativem Therapieversagen verwendet werden.Studien zeigen, dass in bis zu 77% der Fälle Patienten mit Symptomen eines grippalen Infektes binnen von 14 Tagen ohne die Gabe von Antibiotika genesen [7]. Da es sich entweder um eine rein virale Infektion handelt (hier wirken Antibiotika ohnehin nicht oder um eine bakterielle Infektion, mit der das Immunsystem auch alleine fertig wird.

Zur Symptomlinderung (immer in Absprache mit einem Arzt) versprechen folgende Medikamente Abhilfe [8]:

  • Abschwellende Mittel: Xylometazolin (NasenSpray ratiopharm, Otriven, Rhinostop), Oxymetazolin (Nasivin, Wick Sinex, Cabana-Nasentropfen)
  • Schleimlöser (Mukolytika): Acylcystein (Fluimucil, ACC, Mucofluid), Bromhexin (Bisolvon, Generika von Generikum Krewel-Meuselbach und Berlin-Chemie), Ambroxol (Ambrobene,Mucabrox, Mucosolvan) – die Wirkung ist jedoch umstritten. Bei einer Therapie mit Mykolytika muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
  • Schmerzmittel (Antiphlogistikum): Diclofenac (Allvoran, Diclac, Voltaren), Ibuprofen (Advil,Aktren, Dolgit, Motrin), Naproxen (Aleve, Dolormin, Miranax)
  • Rotlichtbestrahlung (sofern keine Schmerzverstärkung entsteht)
  • Inhalationen (mit z.B Kamillendampf oder Salzwasser)
  • Gegebenenfalls ein Antibiotikum: Nur nach Absprache mit einem Arzt! (Amoxicillin, evtl. Aminopenicillin + Betalactamase-Inhibitor, Oralcephalosporine der 2. Generation, Makrolide, Clindamycin, Doxycyclin)

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin) darf unter keinen Umständen an Kindern unter zwölf Jahren verabreicht werden, da es zum Reye-Syndrom (Schädigung des Gehirns und der Leber) kommen kann.

Wann einen Arzt aufsuchen (Erkältung)

Unter folgenden Umständen wird angeraten[9], medizinische Hilfe aufzusuchen:

Erwachsene:

  • Fieber 39,4° Celsius oder höher
  • Fieber in Kombination mit Schwitzen, Schüttelfrost und gefärbtem Auswurf (Phlegma)
  • Stark geschwollene Drüsen
  • Starke Schmerzen in den Nebenhöhlen (Sinus)
  • Krankheitssyptome über mehr als 10 Tage

Kinder:

Generell haben Kinder mit einem grippalen Infekt stärkere Krankheitszeichen und entwickeln häufiger Komplikationen (siehe „Mögliche Folgen“). Dennoch muss bei einer alltäglichen Erkältung kein Arzt aufgesucht werden. Bei folgenden Symptomen sollte jedoch umgehend ein Arzt aufgesucht werden:

  • Fieber von über 38° Celsius (bei Neugeborenen unter einem Jahr)
  • Fieber, welches wiederholt auf über 40° Celsius steigt (bei Kindern in jedem Alter)
  • Fieber, welches länger als 24 Stunden anhält (bei Kindern unter 2 Jahren)
  • Fieber, welches länger als 3 Tage anhält (bei Kindern über 2 Jahren)
  • Zeichen von Austrocknung (Dehydration): Anzeichen für eine Dehydration sind vermindertes Urinieren, Durst, Trockene Haut und Schleimhäute
  • Zu wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • Erbrechen und starke Bauchschmerzen
  • Unübliche Müdigkeit
  • Steifer Nacken
  • Atembeschwerden
  • Extreme Kopfschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Anhaltender Husten

Mögliche Folgen (Erkältung)

Generell verläuft eine Erkältung komplikationslos. Hin und wieder kommt es zu Problemen:

Aufgrund von verstopften Atemwegen kann es zu einer Behinderung des Selbstreinigungsmechanismus (Mucociliären Clearance) und somit zur Schädigung der Schleimhaut kommen. In deren Folge kann es zu einem mangelhaften Abtransport aerober (benötigen für ihren Stoffwechsel Sauerstoff) Bakterien kommen und somit manchmal zu einer akuten bakteriellen Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), auch Superinfektion/Sekundärinfektion genannt [10].

Abhängig von der Ursache können auch die unteren Atemwege (Lunge, Bronchien) befallen sein, was unter anderem zu Bronchitis oder Lungenentzündung (Pneumonie) führen kann. Oder aber auch zu anderen Sekundärinfektionen wie Mittelohrentzündung (Otitis Media), Gehirnhautentzündung (Rhinogene Meningitis) oder einer Fortleitung der Entzündung in das Siebbein (Ethmoid) oder zur Augenhöhle (Orbita) [11]. Außerdem ist ein grippaler Infekt mit reduzierter Aufmerksamkeit und einer verminderten Reaktionszeit assoziiert. Es empfiehlt sich daher, der Ausprägung seiner Symptome entsprechend gewissen Alltagsbeschäftigungen und Berufen (wie Pilot, Rettungskräfte, Kraftfahrer), die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordern, bis zur Verbesserung der Symptome nicht nachzugehen. Dies wurde auch für Erkältungen unbekannter Ursache (d.h. kein Virus konnte nachgewiesen werden) gezeigt [12].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung