Erkältung: Häufige Fragen

Geschmacksverlust bei Erkältung – was tun?

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Eine Erkältung (auch grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) kann mit einer Vielzahl von Symptomen einhergehen, unter anderem mit einem verringerten Geschmacksempfinden (Dysgeusie). Dies ist in der Regel auf eine verminderte Nasenatmung (nasale Obstruktion) zurückzuführen, die wiederum eine Einschränkung des Geruchssinnes (Hyposmie) zur Folge hat. Im Folgenden soll auf den medizinischen Hintergrund des Geschmacksverlustes eingegangen sowie ausgewählte Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt werden.

Behandlung bei Geschmacksverlust

Der Sinneseindruck „Geschmack“ (Gustus) beschränkt sich nicht allein auf den Geschmackssinn (gustatorische Wahrnehmung), sondern entsteht erst durch den zusätzlichen Einfluss von Tast-, Temperatur-, Schmerz- und Geruchssinn. Ein eingeschränkter Geschmackssinn während einer Erkältung ist in den meisten Fällen auf einen verminderten Geruchssinn (olfaktorische Wahrnehmung) zurückzuführen. [1] Der klassische Geschmackssinn, der durch die Geschmacksknospen auf der Zunge vermittelt wird, unterscheidet nämlich nur zwischen den fünf Qualitäten süß, sauer, bitter, salzig und umami. Der Geruchssinn hingegen ist in der Lage, mehrere tausend Gerüche zu differenzieren und sorgt somit erst für die Vielfalt der Geschmackswahrnehmung. [2]

Der Geruchssinn wird von speziellen Sinneszellen vermittelt, die sich im Riechepithel befinden. Das Riechepithel ist Teil der Nasenschleimhaut und im oberen Bereich der Nasenhöhle lokalisiert. Bei Kontakt mit einem entsprechenden Geruchsstoff senden die Sinneszellen ein Signal über den Riechnerv (Nervus olfactorius) an das Gehirn. Bei einer Erkältung kann es allerdings dazu kommen, dass die Belüftung der Nasenhöhle durch Sekrete und/oder eine Schwellung der Schleimhäute vermindert ist. In der Folge erreichen die Geruchsstoffe das Riechepithel nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr und sowohl Geruchs- als auch Geschmackssinn sind gestört. [1]

Allgemeine Maßnahmen

Da die Geschmacksstörung auf einer verminderten Belüftung der Nasenhöhle beruht, ist das Ziel einer Behandlung, die Atemwege der Nase von Sekret zu befreien und ein Abschwellen der Schleimhäute zu bewirken. Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein einfacher Schnupfen in der Regel nach wenigen Tagen komplikations- und folgenlos abheilt, sodass bevorzugt auf rein pflanzliche bzw. homöopathische Mittel zurückgegriffen werden sollte.

Hausmittel/Anwendungen

Im Bereich der Hausmittel gibt es diverse Anwendungen, die dabei helfen können, die Atemwege der Nase wirksam zu befreien. Zum einen können Inhalationen oder Dampfbäder förderlich sein. Dabei können Zusätze wie Salze oder ätherische Öle (u. a. Anis, Fenchel, Kamille oder Menthol) zusätzliche Linderung verschaffen, indem sie beruhigend auf die Schleimhäute wirken. [3] Ferner ist die Zwiebel als klassisches Hausmittel bei Erkältungen bekannt. Roh verzehrt oder als Sirup, Suppe oder Tee zubereitet hilft sie, die Atemwege der Nase zu befreien. Gleiches gilt für den Ingwer, der als Tee zubereitet oder in Form von Inhalationen aufgenommen werden kann. Ebenfalls abschwellend wirkt Majoranbutter, die mehrmals täglich zwischen Nase und Oberlippe aufgetragen werden sollte.

Medikamente

Als klassische Medikamente zum Abschwellen der Schleimhäute kommen Nasentropfen und Nasensprays in Betracht. Beispielhaft seien hier die Wirkstoffe Xylometazolin und Tramazolin genannt, die unter den Handelsnamen Imidin, Balkis und Otriven bzw. Ellatun, Rhinospray und Infectoschnupf vertrieben werden Hier ist zu beachten, dass es bei Nasensprays bei einer Anwendungszeit von mehr als einer Woche zum sogenannten Rebound-Phänomen kommen kann, das einer Art Abhängigkeit ähnlich ist: Nach Absetzen des Sprays antwortet der Körper mit der entgegengesetzten Reaktion, die Schleimhäute schwellen wieder an und nur noch bei Anwendung des Sprays wieder ab. [4]

Zu beachten

Neben der hier dargestellten verminderten Belüftung der Nasenhöhle kann ein eingeschränkter Geschmackssinn auch andere Ursachen haben. Beispielsweise können chronische Entzündungen die Sinneszellen des Riechepithels direkt schädigen, ebenso können bestimmte Medikamente die Wahrnehmung stören. Grundsätzlich sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn die Geschmacksstörung auch mehrere Tage nach einer überstandenen Erkältung nicht abgeklungen ist.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung