Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung u. Fieber – was tun?

© PantherMedia / Tom Baker

Fieber ist definiert als Körpertemperatur über 38°C in Folge einer Abwehrreaktion des Organismus.[1] Dabei ist Fieber als Symptom einer Erkrankung, nicht aber als Erkrankung selbst zu werten.[2] Es gibt vielfältige Ursachen für eine Erhöhung der Körpertemperatur. Häufig tritt Fieber als Begleitsymptom einer Erkältung auf.[2] Gemeinsam mit Husten, Schnupfen oder Heiserkeit wird das Fieber durch die Infektion des Körpers mit Viren hervorgerufen und als gewünschte Abwehrreaktion des Körpers betrachtet.[2] Dagegen abzugrenzen ist die „echte Grippe“ (sog. Influenza), bei der es zu plötzlich einsetzendem, hohen Fieber und einer starken Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommt.[3] Im Folgenden werden die Behandlungsmöglichkeiten von Fieber im Rahmen einer Erkältung aufgezeigt und auf Besonderheiten hingewiesen.

Behandlung bei Erkältung und Fieber

Eine Erkältung wird in 80 bis 90 % der Fälle durch Viren ausgelöst, wobei besonders Rhinoviren (20%) für eine Infektion verantwortlich sind.[2][4] Durch den Befall mit Viren kommt es zur Ausschüttung von Mediatoren in der Nasenschleimhaut, die eine verstopfte Nase und übermäßige Sekretbildung zur Folge haben.[5] Es tritt häufig zudem Heiserkeit auf, da auch die Schleimhäute im Rachen von den Viren angegriffen werden. Um die Krankheitserreger aus dem Körper zu entfernen, wird der Hustenreflex aktiviert.[6]

Viren können nicht nur lokal, sondern auch im gesamten Körper (systemisch) zu einer Immunreaktion führen. Hierbei kommt es zur Ausschüttung von Abwehrstoffen, zu denen unter anderem die sogenannten Pyrogene zählen, die für die Entstehung des Fiebers verantwortlich sind.[7] Der Körper verfügt über verschiedene Möglichkeiten, die Temperatur zu steigern. Zum einen kann er die Wärmeabgabe über die Haut mindern, zum anderen die Arbeit der Muskeln erhöhen (Muskelzittern), wodurch zusätzlich Wärme entsteht.[7] Da bestimmte Abwehrprozesse des Körpers bei erhöhten Temperaturen besonders effektiv sind, ist das Fieber im Falle einer Erkrankung eine nützliche Reaktion.[2] Im Rahmen einer einfachen Viruserkältung klingt das Fieber zusammen mit den anderen Symptomen nach etwa einer Woche von alleine wieder ab.[2] Um diesen Prozess zu beschleunigen und die Symptome zu lindern, existiert eine Reihe allgemeiner Maßnahmen, Hausmittel und Medikamente, die im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Allgemeine Maßnahmen

  • Ausreichend Flüssigkeit: Menschen mit Fieber benötigen eine höhere Flüssigkeitszufuhr als gewöhnlich. Als Faustregel gilt deshalb, für jedes Grad über 38 °C einen halben Liter zusätzlich zur normalen Trinkmenge (2 Liter pro Tag) zuzuführen.[8] Die Flüssigkeit befeuchtet die Schleimhäute und hilft die Erreger auszuschwemmen. Am besten eignen sich Wasser oder ungezuckerter Tee.[8]
  • Ausreichend Schlaf: Forscher konnten zeigen, dassweniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht zu einer dreifach erhöhten Ansteckungsgefahr mit Rhinoviren führen.[9]
  • Vermeidung von Stress und Reizstoffen: Sowohl seelischer und körperlicher Stress, als auch Reizstoffe im Sinne von Alkohol, Nikotin, Gasen oder Stäuben sollten vermieden werden. Sie schädigen das Immunsystem, reizen und entzünden die Schleimhäuten und führen so vermehrt zu Infektionen.[10][11]
  • Körperliche Schonung: Obwohl die World Health Organisation 150 Minuten körperliche Bewegung in der Woche für einen Erwachsenen empfiehlt und auch Studien zeigen konnten, dass körperliche Ertüchtigung vor Infektionen schützt, ist besonders bei einer fieberhaften Erkältung auf Sport zu verzichten. Das ohnehin schon angeschlagene Immunsystem sollte nicht noch stärker belastet werden.[12][13]

Hausmittel/Anwendungen

  • Hausmittel bei Husten:
    • Zwiebeln: Die Zwiebel ist eines der ältesten Hausmittel und besitzt verschiedene gegen Bakterien gerichtete Inhaltsstoffe (antibakteriell). Die Zwiebel kann somit einer Entzündung entgegenwirken (antiinflammatorisch) und besonders bei Husten Abhilfe verschaffen. Dafür die Zwiebel in Würfel schneiden und mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen. Den Sud sieben und anschließend teelöffelweise einnehmen.[14][15]
    • Honig: Auch Honig gehört zu den seit langem bekannten Hausmitteln und zeigt mit seinen über 200 verschiedene Inhaltsstoffen eine effektive Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze. Der Honig kanngelöffelt oder als Zusatz im Tee verwendet werden. Er hemmt Entzündungen und sorgt so für ein Abschwellen der Schleimhäute.[14][16]
  • Hausmittel bei Schupfen:
    • Fliedertee oder schwarzer Holundertee: Um diese beiden Teesorten herzustellen, werden 50 g Blütenbenötigt, die mit einem Liter kochendem Wasser aufgegossen werden müssen. Den Tee fünf Minuten ziehen lassen, die Blüten sieben und anschließend über den Tag verteilt trinken.[17]
    • Inhalation: Inhaliert werden sollte bei einer Wassertemperatur von 50 bis 60 °C zwei bis fünfmal täglich für fünf bis zehn Minuten. Dabei kann ein Inhalator aus der Apotheke verwendet oder über einem Topf mit heißem Wasser inhaliert werden. Besonders bei kleinen Kindern besteht die Gefahr einer Verbrühung. Durch die Inhalation werden die Schleimhäute befeuchtet und schädliche Stoffe leichter abtransportiert.[18][19]
  • Hausmittel bei Fieber:
    • Äußere Kühlung durch Wadenwickel: Dazu Stofftücher mit kaltem Leitungswasser befeuchten und fest um die Waden der ausgestreckten Beine wickeln. Ein trockenes Tuch darüberlegen. Der Wadenwickel kann etwa 5 Minuten lang angelegt und2- bis 3-mal täglich wiederholt werden. Das Wassersollte dabei etwa ein bis fünf Grad kälter sein als die Körpertemperatur des Patienten. Wichtig zu beachten, ist es, die Temperatur nicht zu schnell zu senken, um den Körper nicht unnötig zu belasten. Zudem sollten Oberkörper und Füße warm gehalten werden. Bei Harnwegsinfekten, Frösteln oder einem unangenehmen Gefühl sollte auf die Wickel verzichtet werden.[17][20]
    • Waschungen: Besonders bei Kindern eignet sich eine Waschung. Dafür den Waschlappen mit lauwarmem Wasser befeuchten. Das Wasser sollte etwa 10 °C kühler sein als die Körpertemperatur. Zunächst Hände, Arme, Hals, Bauch, die Seiten und den Rücken abreiben, zum Schluss die Füße, Beine und das Gesäß. Es sollte dabei entgegen der Haarwuchsrichtung gewaschen werden, um die Schweißperlen zu entfernen. Eine Waschung kannzwei bis vier Mal in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.[17]
    • Absteigendes Vollbad: Für diese Methode der Fiebersenkung wird zunächst die Wanne mit warmen Wasser gefüllt. Dabei sollte die Temperatur nur ein Grad unter der Körpertemperatur liegen. Nach kurzer Zeit wird begonnen, kaltes Wasser hinzuzugegeben, sodass die Temperatur des Wassers in 10 bis 15 Minuten auf 25 °C fällt. Nach 15 Minuten sollte die Wanne verlassen und das warme Bett aufgesucht werden.[17]

Medikamente

  • Medikamente bei Husten: Zur Behandlung eines Hustens können Schleimlöser (sog. Mukolytika) wie Ambroxol oder ACC eingesetzt werden. Diese sorgen für die Lösung der Bindungen zwischen den Schleimmolekülen und somit für ein verbessertes Abhusten. Außerdem können bei quälendem Reizhusten Antitussiva (z.B. Codein) verwendet werden. Diese Substanzen sollten wegen der Möglichkeit einer Abhängigkeit nicht zu lange angewendet werden.[2][21][22]
  • Medikamente bei Schnupfen: Nasensprays mitXylometazolin oder 0,9% NaCl Lösung können bei stark erschwerter Nasenatmung eingesetzt werden und zur Abschwellung der Schleimhäute beitragen. Wegen des Gewöhnungspotentials sollte Nasenspray nicht länger als eine Woche eingesetzt werden.[10] Auch die Einnahme von Zinklutschtabletten ab einer Tagesdosis von 75 mg kann Schnupfen lindern.[23]
  • Medikamente zur Fiebersenkung (sog. Antipyretika):Üblicherweise werden zur Fiebersenkung Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäureverwendet. Paracetamol gehört zu den Nichtopioid-Analgetika, während Acetylsalicylsäure und Ibuprofen zu den nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) zählen. Alle drei wirken über die Hemmung von Cyclooxygenasen, die bei einer Entzündungsreaktion vermehrt produziert werden und für die Bildung von Entzündungsstoffen (sog. Prostaglandinen) sorgen. Bei der Anwendung von Paracetamol sollte sich genau an die durch den Arzt festgelegt Dosierung gehalten werden, da bei Überdosierung Leberschäden drohen. Acetylsalicylsäure (ASS) kann zu allergischen Reaktionen oder einer Übersäuerung (Azidose) des Körpers führen. Bei Kindern sollte ASS nicht eingesetzt werden.[2]Da Fieber im Falle einer Erkältung eine gewünschte körperliche Reaktion darstellt, ist eine Fiebersenkung meist nicht nötig.[2]

Zu beachten

Bei Fieber handelt es sich um eine Abwehrreaktion des Körpers. Diese kann verschiedenste Ursachen haben. Neben einem einfachen Infekt kann auch eine Influenza das Fieber auslösen.[7] Eine Influenza sollte stets von einem Arzt behandelt werden.[3] Besonders bei Kindern sollte zudem an Infektionskrankheiten wie Röteln oder Masern gedacht werden.

Bei untypischen Begleitsymptomen wie Gelenkschmerzen, Atemproblemen, einer starken Gewichtsabnahme oder Nachtweiß sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.Bei gleichzeitigem Auftreten von Fieber, Nackensteifigkeit und Bewusstseinseinschränkungen muss eine Gehirnhautentzündung (sog. Meningitis) in Erwägung gezogen werden, die einer sofortigen ärztlichen Behandlung bedarf. Auch nach umfangreicher diagnostischer Maßnahmen bleiben etwa 25% der Ursachen einer Erkrankung mit Fiebers unbekannt.[2][7][24]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung