Erkältung: Häufige Fragen

Was tun bei starker Erkältung?

© PantherMedia / Karel Miragaya

Als akute Erkältung wird eine Infektion der Atemwege bezeichnet, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden kann. So kann eine Entzündung die Nase (Rhinitis), die Nasennebenhöhlen (Sinusitis), den Rachen (Pharyngitis), den Kehlkopf(Laryngitis), das Mittelohr (Otitis Media), die Bronchien (Bronchitis), das Lungenfell (Pleuritis) oder die Lungen(Pneumonie) betreffen. Je nach Ort der Infektion treten daher unterschiedliche Beschwerden auf. Es können Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und auch Atemnot auftreten Bei schweren Erkältungen ist die Ursache oft eine bakterielle Infektion, die mit der Einnahme von Antibiotika über eine Woche meistens geheilt werden kann. Daneben gibt es eine Vielzahl von unterstützenden Maßnahmen, wie z. B. viel Flüssigkeit trinken oder heiße Bäder nehmen [1] [2].

Behandlung bei starker Erkältung

Generell sollten Erkältungen vom behandelnden Arzt abgeklärt werden. Es können bei jeder hartnäckigen Erkältung verschiedene Formen der Beschwerden vorliegen. Diese Beschwerden können auch von einigen anderen Krankheiten hervorgerufen werden. In diesem Text wird auf die Behandlung der Symptome eingegangen, die durch eine virale oder bakterielle Infektion verursacht werden, wie z. B Husten, Schnupfen, Fieber und Halsschmerzen.

Allgemeine Maßnahmen

Es können bereits einfache Methoden zur Behandlung selber angewendet werden. So sollten körperliche Anstrengungen vermieden werden, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten. Eine reichliche Zufuhr von Flüssigkeit hilft, die Schleimhäute anzufeuchten, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen und so dessen Abtransport zu fördern. Auch Dampfinhalationen mit in Wasser gelöstem Kochsalz oder schlafen mit hoch gelagerten Kopf können den Schleimauswurf verbessern und die Beschwerden lindern. Raucher sollten den Konsum bei einer starken Erkältung reduzieren, um den Heilungsfortschritt zu beschleunigen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollten Papiertaschentücher weggeschmissen und regelmäßig die Hände gewaschen werden. Homöopathische Präparate (Dulcarama, Acontium, Belladonna, Bryonium) werden zur Unterstützung der Heilung verwendet. Kurze heiße Bäder können zusätzlich bei Erkältungen das Immunsystem stärken [1] [2] [5].

Hausmittel/Anwendungen

Oft wird bei Erkältungen Zwiebelhustensaft verwendet, um den Schleimabtransport zu fördern und den Reizhusten zu lindern. Um einen Hustensaft herzustellen, die Zwiebel kleinhacken und einige Teelöffel brauner Zucker oder Honig hinzugeben. Es bildet sich ein wohlschmeckender Hustensaft, der alle drei Stunden eingenommen wird. Die antibakterielle und antivirale Wirkung der Zwiebel spielt bei der Linderung der Beschwerden die entscheidende Rolle. Nebenwirkung sind keine bekannt [3].

Auch Ingwertee wird häufig bei Erkältungen gegen Halsschmerzen, Hustenreiz, Übelkeit und Bauchschmerzen eingesetzt. Hierfür die Ingwerwurzel in kleine Stücke schneiden und ein Esslöffel der Stücke mit heißem Wasser übergießen und etwas Honig hinzugeben. Danach kann der Ingwertee heiß getrunken werden. Ingwer enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und antibakteriell wirken. Auch hier sind keine Nebenwirkungen bekannt [4].

Medikamente

Nasentropfen können die Nasenschleimhäute abschwellen lassen und bei stark verstopfter Nase einen besseren Schlaf herbeiführen. Diese sollten aber nicht länger als eine Woche genommen werden, da sie sonst zusätzlichen Schnupfen hervorrufen können, weil sie langfristig die Gefäßregulation der Nasenschleimhaut stören. Um eine kurzfristige Verbesserung zu erreichen, können Sympathomimetika-Nasensprays mit den Wirkstoffen Tramazolin, Oxymetazolin und Xylometazolin verwendet werden. Diese Nasensprays werden bei Bedarf in die Nase eingeführt und jeweils ein Hub Nasenspray in die Nase gesprüht. Zu den Nebenwirkungen zählt selten Bluthochdruck, Pulssteigerung, Austrocknung der Nasenschleimhaut und Arzneimittelschnupfen bei längerer Anwendung. Die Nasensprays wirken dadurch, dass sie die Gefäße in der Nase verengen und dadurch die Schleimhaut wieder abschwellen kann. Im Handel können diese Wirkstoffe als Nasivin, Ellatun oder Nasic erworben werden. Tramazolinhaltige Medikamente dürfen nicht mit tricyclischen Antidepressiva (Amineurin®, Equilibrin®, Noveril®) genommen werden, da es sonst zu einer Bluthochdruckskrise (hyptertensiven Krise) kommen kann [1] [2] [5].

Die Einnahme von Antibiotika bekämpft bei bakteriellen Infektionen die Ursache der Krankheit und kann so die Krankheitsdauer und die Beschwerden verringern. Um Resistenzbildung von Bakterien zu verhindern, werden Antibiotika vom Arzt erst bei schweren Infektionen, wie bei einer Lungenentzündung (Pulmonie), Mittelohrentzündung (Otitis Media), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) verschrieben. Die Einnahme muss bis zu Schluss erfolgen, um wiederum Resistenzbildungen zu verhindern und sicher alle krankheitsauslösenden Bakterien abzutöten. Zu den Nebenwirkungen zählen allergische Reaktionen, Störungen der Darmflora, Pilzinfektionen und selten Bauchschmerzen, Durchfall (pseudomembranöse Colitis). Antibiotika wirken, indem sie die Vermehrung der Bakterien stoppen oder aktiv die Bakterien töten. Antibiotika der Tetracylingruppe ( z. B Actisite-Dental, Imex, Tefilin) dürfen nicht mit Milch, Käse oder Joghurt kombiniert werden, die sie sonst nicht wirken. Häufig werden die Antibiotika mit den Handelsnamen Amoxicillin, Sobelin, Supracylin, oder Supracylin verwendet. Der häufigste verwendete Wirkstoff ist Amoxicillin [1] [2] [5].

Husten und Fieber stellen Abwehrmechanismen des Körpers dar und sollten nicht unterdrückt werden, außer quälender unproduktiver Reizhusten verhindert den Schlaf. Bei Husten wird der Schleim aus dem Körper abtransportiert, man kann daher lediglich die Verflüssigung des Schleims mit Schleimlösern fördern. Meistens werden Schleimlöser mit dem Wirkstoff Acetylcystein verwendet. Über biochemische Prozesse soll der Schleim verflüssigt und besser ausgeworfen werden. Unter den Handelsnamen Acemuc, Mucobene oder Solmucol sind die Schleimlöser erhältlich. Bei normaler oraler Zufuhr sind kaum Nebenwirkungen bekannt, nur gelegentlich oder seltene Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Fieber oder Herzrasen [1] [2] [5].

Das Fieber sollte bis zu einer Temperatur von 39 °C nicht gesenkt werden, da bei der Temperaturerhöhung das Immunsystem besser gegen die Erreger vorgehen kann. Falls ein zu hohes Fieber auftritt, können Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oderParacetamol verwendet werden, um es wieder zu senken. Paracetamol kann als Captin®, Fensum®, Mexalen® erworben werden, Ibuprofen als Aktren®, Dolo-Spedifen®, Brufen®. Die Einnahme von Ibuprofen erfolgt einmal täglich, wobei das Medikament als Pulver in heißem Wasser gelöst getrunken wird. Je nach Krankheit werden verschieden große Tabletten (z. B 400mg Tabletten) dreimal am Tage verordnet. Häufige Nebenwirkungen sind Magen-Darm- Beschwerden und Schwindel. Gelegentlich kommt es zu Sehstörungen und zu Überempfindlichkeitsreaktionen. Ibuprofen hemmt das Enzym Cyclooxigenase I und kann daher Enzündungs und Schmerzreaktionen vermindern. Bei Asthma und chronischen Darmkrankheiten sollte es nicht verwendet werden, da es die Beschwerden verschlimmern kann. Bei Paracetamol können selten Leberschäden, Nierenschäden oder Veränderungen des Blutbildes auftreten .Die Wirkungsweise von Paracetamol ist ungeklärt. Die Einnahme erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie bei Ibuprofen. Diese beiden Wirkstoffe können auch gegen Schmerzen im Rahmen einer starken Erkältung helfen[1] [2] [5].

Zu beachten

Eine Erkältung sollte wie gesagt immer vom Arzt abgeklärt und behandelt werden, um chronische Infektionen zu vermeiden. Gerade bei einer starken und hartnäckigen Erkältung ist dies wichtig, da es sich oft um bakterielle Infekte mit möglichen Folgeschäden handeln kann. So können z. B bei einer Pharyngitis, durch Streptokokken verursacht (eitrige Angina), Herzklappenfehler aufgrund einer Entzündung der Herzinnenwand (Endokarditis) auftreten [1] [2].

Um das Risiko einer schweren Erkältung zu vermeiden, können regelmäßige Saunabesuche oder Kneipkuren angewendet werden. Auch regelmäßiger Sport und eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärken das Immunsystem. Im Sommer sollte bei klimatisierten Räumen aufgepasst und eine warme Kleidung angelegt werden, um Erkältungen zu vermeiden. Wenn sich Personen mit Erkältungen in der Umgebung befinden, sollte Abstand genommen und regelmäßig die Hände desinfiziert werden[1] [2].

Des Weiteren wird als Vorbeugung gegen Erkältungen häufig Vitamin C als Brausetablette genommen. Viel mehr Vitamin C als in Orangen oder Zitronen findet sich in Kartoffeln oder Äpfeln. Auch Zinkpräparate werden als Vorbeugung verwendet [1] [2].

Das Risiko für schwere Infektionen ist bei Kleinkindern und alten Menschen erhöht. Bei Kleinkindern ist das Immunsystem noch nicht voll entwickelt und sie sind daher anfälliger. Bei alten Menschen ist das Immunsystem bereits geschwächt, sodass besonders Lungenentzündungen schwere Komplikationen haben können [1] [2].

Das Aufsuchen eines Arztes ist nötig, wenn Atemnot herrscht, Fieber über 39 °C vorliegt, schwere Hals-, Ohren-, Gliederschmerzen oder starke Müdigkeit vorliegen, falls nach sieben Tagen keine Besserung eintritt oder Halsschmerzen und Heiserkeit schon zwei Wochen bestehen [1] [2].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung