Erkältung: Häufige Fragen

Nasenbluten bei Erkältung – was hilft?

© PantherMedia / Ilya Andriyanov

Wenn es aus der Nase blutet, spricht man von Nasenbluten (Epistaxis). Die Nasenschleimhaut, besonders die Nasenspitze (Locus Kiesselbach) ist sehr gut durchblutet und die feinen, zarten Gefäße können leicht einreißen. Durch mechanische Reize wie Fingerbohren oder eine ausgetrocknete Schleimhaut können schon sehr leichte Verletzungen eine Blutung auslösen. Im vorderen Teil der Nase, an der Nasenspitze treten die meisten Blutungen (90 %) auf und sind meist harmlos. Nasenbluten kann aber auch als Symptom anderer Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.[1][2]

Behandlung bei Nasenbluten

Nasenbluten kann durch mechanische Reize wie Fingerbohren oder scharfen Fingernägel ausgelöst werden. Ein Schlag auf die Nase kann Nasenbein, Nasenscheidewand und Schleimhaut schädigen und es kann zu starken Blutungen kommen.

Auch trockene Raumluft durch Heizungen oder Klimaanlagen können die Schleimhäute der Nase austrocknen, sie somit schädigen und anfälliger für Nasenbluten machen.

Medikamente, die zur Blutverdünnung eingenommen werden, können zu einer verlängerten Blutungszeit führen.

Bei einem grippalen Infekt (Erkältung) kommt es sehr häufig zu Schnupfen (Rhinitis) oder Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), was zu einer Mehrdurchblutung der Nasenschleimhaut führt. Bei einer kleinen Druckerhöhung, beispielsweise beim Niesen kann es daher schnell zu Nasenbluten kommen.

Auch eine Heuschnupfen- oder Pollenallergie im Sommer kann zu einer Mehrdurchblutung und zum Anschwellen der Nasenschleimhaut führen.

Nasenbluten kann aber auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei Bluthochdruck, Bluterkrankungen oder Blutkrebs (Leukämie).

In diesem Artikel soll vor allem auf vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten von Nasenbluten bei Erkältungskrankheiten eingegangen werden.[1][2]

Allgemeine Maßnahmen

Um sich vor Nasenbluten zu schützen, sollte die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen mittels Luftbefeuchter erhöht werden. Die Nasenschleimhäute können somit vor einem Austrocknen geschützt werden. Auch Nasensalben oder Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung können das Austrocknen der Schleimhäute verhindern. Heftiges Schnäuzen und Nasenbohren sollte vermieden werden.

Kommt es doch zu Nasenbluten wird geraten, sich aufrecht hinzusetzen, damit der Blutdruck im Kopf etwas verringert wird. Der Kopf soll nicht in den Nacken gelegt werden, das Blut würde so entlang der Rachenwand nach unten fließen, was zum Brechreiz führen kann. Stattdessen soll der Kopf nach vorne hängen gelassen werden. Das Zusammendrücken der Nasenflügel über mehrere Minuten kann eine effektive Maßnahme sein, um die Blutung schnellstmöglich zu stillen.[3]

Anwendungen

Einige Tipps können helfen, die Blutung möglich schnell zu stillen.

Kalte Umschläge:

Dafür soll ein mit kaltem Wasser getränkter (Wasch-)Lappen für etwa zehn Minuten in den Nacken gelegt werden.

Über einen Reflex können sich so die Blutgefäße in der Nase zusammenziehen, was die Blutung stoppen kann.[4]

Tamponade:

Aus einem Blatt Toilettenpapier eine 1,5-2 cm lange, bleistiftgroße Rolle drehen und diese mit Wundsalbe fetten. Diese Rolle wird in den vorderen Abschnitt der blutenden Nase eingeführt. Nun werden die Nasenflügel für mindestens zehn Minuten fest zusammengedrückt.

Wattereste sollen für eine Tamponade nicht verwendet werden, da Reste eine Entzündung auslösen können.[4]

Medikamente

Abschwellende Nasentropfen können durch ihre blutgefäßverengende Wirkung unterstützend helfen.

Xylometazolin:

Einmalig können zwei Tropfen in das betroffene Nasenloch getropft werden.

Xylometazolin ist ein Alpha-Sympathomimetikum und hat eine gefäßverengende Wirkung; durch ein Zusammenziehen der Gefäße kann Nasenbluten gestillt werden.

Xylometazolin soll nur kurzfristig angewendet werden, da es die Schleimhaut austrocknet und es längerfristig zu vermehrten Nasenbluten kommen kann. Die Tropfen dürfen Kindern unter zwei Jahre nicht verabreicht werden.

Übliche Handelsnamen sind unter anderem Otriven, Nasic oder Imidin.[5]

Zu beachten

Nasenbluten kommt sehr häufig vor, vor allem bei Kindern kommt es manchmal ohne ersichtlichen Auslöser zu Nasenbluten. Meist ist Nasenbluten harmlos, kann aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Bei wiederholtem Nasenbluten, besonders starken Blutungen, sichtbaren Verletzungen der Nase oder bei Blutungen, die nach 20 Minuten nicht aufgehört haben, sollte ein Arzt aufgesucht werden.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung