Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung bekämpfen (ohne Medikamente)

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist eine viral bedingte Erkrankung. Im Gegensatz zur schwerer verlaufenden, wenngleich ebenfalls viral bedingten, Influenza, sind die Symptome milder, der Beginn weniger plötzlich und das Wohlbefinden nicht so stark eingeschränkt. Da das Immunsystem in den meisten Fällen von alleine mit den Erregern fertig werden würde, müssen häufig noch keine Medikamente zum Einsatz kommen, um die Viren zu bekämpfen. Für diesen Fall gibt es viele andere hilfreiche Maßnahmen, von denen einige im nachfolgenden Artikel besprochen werden sollen.

Behandlung bei Erkältungen

Der hauptsächliche Übertragungsweg des grippalen Infektes ist die Tröpfcheninfektion. Viren sind in ausgehustetem (oder –geniestem) Sekret enthalten und können, sofern sie auf einen passenden Wirt treffen, diesen wiederum infizieren. Gerade in kalten Monaten sind die Bedingungen für diese Infektion zugunsten der Erreger verschoben, da die kalte Luft zusammen mit den trockeneren Schleimhäuten (durch beheizte Luft in Innenräumen) eine passende Umgebung für die Vermehrung der Viren bietet. Schwer zu vermeiden ist auch der Kontakt mit kranken Menschen, da deren Zahl im Winter größer ist und die Aufenthaltsdauer und –häufigkeit in geschlossenen Räumen und somit die Nähe zu potentiellen Krankheitsüberträgern steigt. Eine Ansteckung ist daher nicht immer zu vermeiden. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen folgen erst Allgemeinsymptome wie Unwohlsein und vermehrtes Frösteln, dann können leichtes Fieber, Husten, Schnupfen, Hals-, Kopf-, und Gliederschmerzen folgen. Diese Symptome sind im allgemeinen auch ohne medikamentöse Hilfe schnell wieder verschwunden, können jedoch, sofern dem Körper keine Ruhe gegönnt und z. B. Sport betrieben wird, verschleppt werden und so beispielsweise zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen, welche dann mit starken Medikamenten behandelt werden muss und einer viel längeren Ruhezeit bedarf. Sollten sich die Symptome nicht schnell bessern bzw. nach 7 bis 10 Tagen verschwunden sein oder sollte ein starkes Krankheitsgefühl hinzutreten, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden!

Allgemeine Maßnahmen

Zwei der wichtigsten Faktoren, welche es Viren erleichtern, sich in den Atemwegen (Respirationstrakt) festzusetzen, sind Kälte und trockene Luft. Die äußeren Umstände sind klarerweise nicht zu ändern, deren Auswirkungen auf den Körper kann jedoch beigekommen werden. Der beste Kälteschutz ist, sowohl vorbeugend als auch nach stattgefundener Infektion, warme Kleidung, sofern bereits ein Krankheitsgefühl besteht, auch zu Hause, sowie der Genuss warmer Lebensmittel und Getränke. Allgemein sollte viel getrunken werden, da dies neben der Unterstützung des Immunsystems für alle wichtigen Funktionen des Körpers inklusive der Barrierefunktion der Schleimhäute unerlässlich ist. Um trockenen Schleimhäuten vorzubeugen oder sie während der Erkrankung zu befeuchten und so zu helfen, diese natürliche Barriere wiederherzustellen, kann beispielsweise nachts ein feuchtes Handtuch im Schlafzimmer aufgehängt werden. Die Luft wird durch den Verdunstungsvorgang befeuchtet, was verhindert, dass die Schleimhäute über Nacht nicht so stark austrocknen.Inhalieren kann ebenfalls dabei helfen. Dazu etwas Wasser aufkochen, nach Belieben Tees (beispielsweise Käsepappeltee), Heilkräuter (beispielsweise Pfefferminze, siehe unten) unjodiertes Salz oder ätherische Öle beifügen. Mit einem Handtuch über dem Kopf die heiße, feuchte Luft für 5-10 Minuten inhalieren.

Hausmittel

  • Bei Schnupfen: Pfefferminze[1]

Pfefferminzblätter wirken unter anderem antiseptisch und antibakteriell sowie durchblutungsfördernd und schmerzstillend. Bei Schnupfen können die Blätter zum Inhalieren dem Wasser beigefügt werden. Sie können aber auch als Tee eingenommen werden, jedoch sind sie in dieser Form eher hilfreich gegen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Gastritis.

  • Bei quälendem Hustenreiz: Zwiebel[2]

Zwiebeln sind nicht nur praktischerweise in den meisten Haushalten vorhanden, sie enthalten auch eine Menge heilsame Inhaltsstoffe wie schwefelhaltige Aminosäuren, ätherisches Öl, Flavonoide etc. Neben ihrer blutdrucksenkenden und blutfettsenkenden Wirkung werden der Zwiebel auch auch entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale, antiasthmatische und antiallergische Wirkungen zugeschrieben. Haupteinsatzgebiete sind daher unter anderem Husten, Bronchitis, Bronchialasthma und Halsentzündungen. Die einzige bekannte Nebenwirkung sind Blähungen, welchen mit Kümmel oder Fenchel beigekommen werden kann.

Rezept für Zwiebelsaft:

  • 3 große Zwiebel in dünne Scheiben schneiden,
  • etwas Roh-Rohrzucker,
  • diese abwechselnd in eine größere, flache Vorratsdose schichten, mit einer Schicht Roh-Rohrzucker abschließen und eine Nacht ruhen lassen,
  • am Morgen durch ein Sieb pressen, den Saft in ein Schraubglas füllen und in den Kühlschrank stellen (hält sich ca. 3 Tage),
  • bei Bedarf 1-2 Löffel des Saftes schlucken.
  • Zur Unterstützung des Immunsystems: Sonnenhut[3]

Diese auch als Echinacea bekannte Zierpflanze wurde schon von den Ureinwohnern Nordamerikas häufig als Heilpflanze verwendet und ist heute auch in Europa ein sehr beliebtes Mittel, welches auch oft in Fertigarzneien enthalten ist. Der Inhaltsstoff Echinacosid wirkt bakteriostatisch und abgesehen davon soll die Pflanze die körpereigenen Abwehrkräfte steigern. Auch der gemeinsame Gebrauch von Sonnenhutpräparaten und Medikamenten wie Antibiotika ist nicht ausgeschlossen bzw. im Falle einer bakteriellen Infektion sogar anzuraten. Diese zwei Mittel können sich dann gegenseitig positiv beeinflussen und dabei helfen, den Erreger erfolgreich zu bekämpfen.

Zu beachten

Wie bereits erwähnt, verlaufen grippale Infekte, sofern dem Körper etwas Ruhe gegönnt wird, meist harmlos und enden nach wenigen Tagen von selbst, meist ohne ärztliche Intervention. Es gibt jedoch Fälle, in denen trotzdem ärztlicher Rat eingeholt werden muss, etwa wenn zusätzlich Medikamente zum Einsatz kommen sollen, in der Schwangerschaft, bei Kindern oder alten Menschen sowie immunschwachen Personen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen, da diese eventuell negativ beeinflusst werden könnten. Auch bei längerem Andauern der Symptome (mehr als 10 Tage) oder wenn diese zwar abklingen, aber immer wiederkehren bzw. wenn schwere Krankheitssymptomen wie beispielsweise hohes Fieber auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall können andere Ursachen Auslöser der Symptome sein, die in jedem Fall weiter abgeklärt werden sollten. Ebenfalls nötig ist ein Arztbesuch bei grünem Auswurf (bakterielle Lungenentzündung/Pneumonie) oder roter Blutbeimengung, die auf eine maligne Erkrankungen hinweisen können. Diese Erkrankungen bedürfen medikamentöser oder anderweitig medizinischer Behandlung.

Es ist also anzuraten, sich während einer Erkältung von der Arbeit/Schule/Universität etc. befreien zu lassen. Der Genesungsprozess kann am besten von zu Hause aus mit den oben genannten Mitteln und wenig körperlicher Anstrengung unterstützt werden. Die Viren sind somit in vielen Fällen bereits nach wenigen Tagen besiegt und es sind keine bleibenden oder lang andauernden Folgen zu erwarten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung