Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung im Sommer – was tun?

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Ein Erwachsener erkrankt durchschnittlich ein- bis zweimal jährlich an einer Erkältung. Dies geschieht zwar meist in der kalten Jahreszeit, die Erkältungsviren können aber auch im Sommer Infektionen auslösen. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Erkältung im Winter. Die Beschwerden entwickeln sich schleichend, es treten typischerweise Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und leichtes Fieber auf. Im Sommer kann eine Erkältung jedoch besonders hartnäckig verlaufen. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollten starke Temperaturschwankungen und Zugluft (entsteht häufig durch Klimaanlagen) meiden. Ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Stress, Alkohol und Nikotin können das Immunsystem stärken und vor einer Infektion schützen.[1]

Behandlung bei Erkältung

Viele Symptome einer Erkältung können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Im Sommer leiden beispielsweise viele Personen an einer Pollenallergie (Heuschnupfen), es treten dann Beschwerden wie Müdigkeit, Niesreiz, laufende Nase und gerötete Augen auf. In diesem Artikel soll jedoch auf eine mögliche Behandlung einer viral bedingten Erkältungsinfektion eingegangen werden.[2]

Allgemeine Maßnahmen

Eine gewöhnliche Erkältung ist harmlos und selbstlimitierend und heilt in den meisten Fällen ohne ärztliche Behandlung innerhalb einer Woche aus. Allgemein sollte bei einer Erkältung auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, in Form von warmen Tees, geachtet werden. So können die Schleimhäute der Atemwege flüssigeres Sekret bilden und besser abfließen. Damit der Körper die Erkrankung schnell in den Griff bekommt, ist es wichtig, auf reichlich Schlaf und viel Ruhe zu achten. Um das Immunsystem nicht zusätzlich zu schädigen, soll auf Rauchen unbedingt verzichtet werden.[3]

Hausmittel

Nachfolgend werden Hausmittel besprochen, die bei Beschwerden wie Halsschmerzen und Husten hilfreich sein können.

Salbeitee:

Salbei kann vor allem bei Halsentzündungen, Kehlkopfentzündungen und auch gegen Husten wirksam sein.

Für den Salbeitee einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich können zwei bis drei Tassen Salbeitee warm getrunken werden. Der wohltuende Effekt kann durch Zugabe von Honig verstärkt werden. Mit Salbeitee kann auch alle zwei Stunden gegurgelt werden.

Salbei ist reich an ätherischen Ölen, die desinfizierend wirken, da sie das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen Die enthaltenen Flavonoide und Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und krampflösend.[4]

Bei einer starken Überdosierung von Salbei kann es durch den Inhaltsstoff Thujon (Hauptbestandteil der ätherischen Öle) zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Magen-Darmbeschwerden und Harnverhalt kommen. Schwangere sollten keine Salbeipräparate zu sich nehmen, da es durch die wehenfördernde Wirkung zu Frühgeburten kommen kann. Wegen des milchmindernden Effekts sollten auch Stillende Salbeipräparate meiden.[5]

Inhalieren mit Salz:

Inhalieren mit Salzlösungen kann Husten lindern und festsitzenden Schleim lösen.

Zum Inhalieren mit einer Salzlösung neun Gramm normales Kochsalz und ein Liter kochendes Wasser zusammen in eine Schüssel füllen. Das Wasser etwas abkühlen lassen, dann den Kopf über die Schüssel beugen und den Wasserdampf einatmen. Damit der Dampf nicht entweichen kann, wird über Kopf und Schüssel ein Handtuch gelegt. Bei einer Erkältung kann zwei- bis dreimal täglich für etwa zehn Minuten inhaliert werden.

Die Inhalation mit Salz befeuchtet die Schleimhäute der Atemwege, die dadurch besser durchblutet werden und die Entzündung schneller abheilen kann. Zudem wird festsitzender Schleim gelöst und der natürliche Sekretfluss angeregt.

Nebenwirkungen einer Inhalation mit Salz sind keine bekannt. Der Dampf darf jedoch nicht zu heiß sein, da sonst die Gefahr einer Verbrühung besteht.[6][7]


Medikamente

Bei stärkeren Hals- und Kopfschmerzen können sogenannte NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) durch ihre schmerzlindernde Wirkung helfen. Sie besitzen außerdem eine entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung.

Naproxen:

Die Tagesdosis von Naproxen für Jugendliche ab zwölf Jahren liegt bei 10-15 mg Naproxen/kg Körpergewicht, verteilt auf zwei Einzelgaben. Dabei sollte die Höchstdosis von 15 mg Naproxen/kg Körpergewicht nicht überschritten werden. Bei Erwachsenen beträgt die tägliche Höchstdosis 600 mg.

Naproxen hemmt die Prostaglandinbildung. Prostaglandine sind Botenstoffe, die unter anderem für Entzündungsvorgänge zuständig sind, die Rötungen und Schwellungen verursachen. Zusätzlich erhöhen sie die Schmerzempfindlichkeit und können Fieber auslösen.

Bei der Einnahme von NSAR ist das erhöhte Blutungsrisiko zu beachten, v.a. bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern (Antikoagulantien). Es kann zu Magenschleimhautentzündungen bis hin zu Magen-Darm-Blutungen kommen, weshalb häufig vorbeugend Magenschutzräparate (Protonenpumpenhemmer) verschrieben werden.

Handelsnamen von Naproxen sind unter anderem Naprobene, Proxen und Dolormin.[8][9]

Ibuprofen:

Ibuprofen gibt es in Tablettenform oder als Saft. Die maximale Tageshöchstdosis für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nach ärztlicher Verordnung liegt bei 2400 mg.

Ibuprofen hemmt wie Naproxen die Prostaglandinbildung und kann somit gegen Entzündungsvorgänge wirken. Zudem wird das Schmerzempfinden herabgesetzt und das Fieber gesenkt.

Wie bei allen NSAR müssen bei Ibuprofen die gleichen Nebenwirkungen genannt werden. Dazu zählen unter anderem, wie bei Naproxen, das erhöhte Blutungsrisiko und Magen-Darmbeschwerden.

Übliche Handelsnamen sind unter anderem Seractil, Brufen, Iproben.[10]

Zu beachten

Eine Erkältung heilt normalerweise innerhalb einer Woche ohne ärztliche Behandlung vollständig aus. Halten die Symptome jedoch länger an oder treten zusätzliche Beschwerden wie hohes Fieber, bellender Husten und ein starkes Krankheitsgefühl auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Um zu vermeiden, dass weitere Personen angesteckt werden, sollte darauf geachtet werden, in die Armbeuge zu niesen oder husten. Zudem ist es wichtig, nach einmaligem Schnäuzen das Taschentuch wegzuwerfen. Auch wenn dies unhöflich erscheint, sollte ein Erkälteter Händeschütteln, „Begrüßungsküsschen“ und den direkten Kontakt zu Mitmenschen meiden.[11]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung