Erkältung: Häufige Fragen

Bei Erkältung schnell wieder fit werden

© PantherMedia / Iakov Filimonov

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt („common cold“) geht mit typischen Symptomen wie Hals-, Kopf-, und Gliederschmerzen sowie eventuell Husten und leichtem Fieber einher. Erkältungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Infektion (Ansteckung) mit Viren (meist Rhinoviren) [1][2][3]. Häufig kommt es zu Beginn der Erkältung zu einem Befall der Nasenschleimhaut mit den besagten Viren, der dort den bekannten Schnupfen auslöst. Etwa 1–3 Tage nach dem ersten Erregerkontakt treten die ersten Anzeichen einer Erkältung, nämlich Verlust der Geruchswahrnehmung (Hyposomie) und eine „verstopfte“ Nase, auf (Initialstadium). In weiterer Folge beginnt die Nasenschleimhaut, einen klaren Schleim zu produzieren (exsudatives Stadium). Häufig kommt es im Rahmen der Virusinfektion der Nasenschleimhaut auch zu einer zusätzlichen Besiedelung mit Bakterien (bakterielle Superinfektion).Verbreiten sich die angesiedelten Krankheitserreger, so können vor allem anatomisch nahe liegende Strukturen wie beispielsweise die Nasennebenhöhlen, das Mittelohr oder der Rachen bis hin zu den Bronchien mitbetroffen werden [4]. Folgende Tipps sollen helfen, schneller wieder fit zu werden.

Behandlung bei Erkältung

Bevor folgende Maßnahmen für ein schnelles Fitwerden durchgeführt werden können, muss ausgeschlossen werden, dass eine andere Ursache als eine virale Infektion für die Symptome verantwortlich ist.

Die allergische Rhinitis (Heuschnupfen, Pollenallergie) beispielsweise weist sehr ähnliche Symptome wie ein Schnupfen auf, geht jedoch meist mit Augenjucken und Bindehautentzündung (Konjunktivitis) einher [5][6].
Außerdem darf eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt nicht mit der„echten Grippe“ (Influenza), die ebenfalls von bestimmten Viren ausgelöst wird, verwechselt werden. Charakteristisch für eine Influenza ist, dass bereits in den ersten 4 Tagen nach einer Ansteckung sehr hohes Fieber und sehr starke Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. Bei der „echten Grippe“ kommt es eher selten zu schnupfenähnlichen Zuständen [7].
Handelt es sich jedoch um eine gewöhnliche Erkältung, können folgende Tipps helfen, schnell wieder fit zu werden.

Allgemeine Maßnahmen

Eine wichtige Maßnahme, die bei Erkrankungen nicht zu kurz kommen darf, sind Ruhe und Entspannung. Vor allem Schlaf fördert den Heilungsprozess, da während des Schlafes viel Energie für die Abwehrmechanismen des Immunsystems des Körpers verwendet werden kann [8].

Wenn während einer Erkältung anstrengende Tätigkeiten wie beispielsweise Sport oder schwere körperliche Arbeit unternommen werden, besteht die Gefahr einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufes und einer Ausbreitung der Infektion. In seltenen und schweren Fällen kann dies bis zum Auftreten einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen, wenn der Körper nicht ausreichend Möglichkeit zum Auskurieren bekommt [9][10].
Vor allem in den kalten Monaten des Jahres kann das Einatmen von kalter Luft die Vermehrung von Krankheitserregern begünstigen. Durch die kalte Luft in den Atemwegen kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion) und zu einer verminderten Versorgung des Infektionsgebietes mit Blut und Abwehrzellen. In weiterer Folge können sich Erreger leichter vermehren und ausbreiten, da weniger Zellen des Immunsystems in das betroffene Körpergebiet gelangen [11].
Rauchen gehört zu jenen Angewohnheiten, die während einer Erkältung unbedingt unterlassen werden sollten. Durch das im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin kommt es zu einer Lähmung der für den Abtransport von schädlichen Partikel und auch Krankheitserreger verantwortlichen Flimmerhärchen in den Atemwegen. Auch durch den Verlust dieses wichtigen Mechanismus können sich Erreger leichter ausbreiten und Rachen, Bronchien sowie Mittelohr und Nasennebenhöhlen besiedeln [12].

Hausmittel/Anwendungen

Kamillentee

Die Kamillenpflanze hat eine Vielzahl an positiven Wirkungen auf den Körper, die ihn bei einer Erkältung unterstützen. Neben der antibakteriellen und entspannenden Wirkung lindert sie Schmerz und hemmt Entzündungen. Außerdem fördert das Trinken von heißem Tee die Durchblutung im Kopfbereich, was förderlich für den Heilungsprozess ist [13][14].

Salzwasseranwendungen

Salzwasser fördert die Beweglichkeit der Flimmerhärchen im Atemtrakt, indem es die Schleimhäute anfeuchtet. Die Nase kann direkt mit Salzwasser ausgespült werden, aber auch die Inhalation von Wasserdampf, der sich über kochendem Salzwasser bildet, hilft, die Erkältung einzudämmen [15].

Sauna

In der Sauna herrscht eine warme bis heiße Umgebungsluft. Die Körpertemperatur steigt und die Durchblutung in den Atemwegen wird durch das Einatmen dieser warmen Luft begünstigt. Dies fördert das Gesundwerden, da einerseits durch die bessere Durchblutung vermehrt Abwehrzellen in das Entzündungsgebiet gelangen und dort Krankheitserreger abtöten und andererseits durch die erhöhte Körpertemperatur die Vermehrung dieser Erreger vermindert wird. Nach der Sauna sollte jedoch zur Abkühlung eher lauwarm statt eiskalt geduscht werden [16][17][18].

Medikamente

Paracetamol

Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol konnte bislang nicht vollständig aufgeklärt werden. Sicher ist, dass dieser Wirkstoff die Bildung von Prostaglandinen (spezielle Botenstoffe im Körper) beeinflusst und so seine fiebersenkende (antipyretische) und schmerzlindernde (analgetische) Wirkung entfaltet. Diese Effekte helfen bei der Behandlung der Symptome von Erkältungen wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen.
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen von Paracetamol gehört seine dosisabhängige leber- und nierenschädigende Wirkung. Es darf nicht gemeinsam mit Alkohol oder mit „blutverdünnenden“ Medikamenten sowie bestimmten Schlaf- und Beruhigungsmittel eingenommen werden.
Die üblicherweise vorgegebene Einzeldosis von 500 mg Paracetamol, die 2–3-mal täglich eingenommen werden darf, sollte nicht überschritten werden, da die Gefahr einer Leberschädigung gegeben ist. NeoCitran®, Mexalen® oder Mexa-Vit C® beinhalten beispielsweise den Wirkstoff Paracetamol. Einige Präparate werden auch als wasserlösliches Pulver verkauft und können, in heißem Wasser aufgelöst, als Heißgetränk eingenommen werden [19].

Acetylsalicylsäure (ASS)

Acetylsalicylsäure gehört ähnlich wie Paracetamol zu jenen Wirkstoffen, welche die Bildung von Prostaglandinen beeinflussen. Dieser Wirkstoff hemmt ein Enzym (also ein Molekül, das biologische Reaktionen katalysiert) namens Cyclooxygenase. Dieses Enzym ist ursächlich an der Bildung von Prostaglandinen und somit an der Vermittlung von Schmerz, Fieber, Entzündung und Blutplättchenverklumpung beteiligt. Dementsprechend hat Acetylsalicylsäure eine schmerzlindernde (analgetische), fiebersenkende (antipyretische), entzündungshemmende (antiphlogistische) und „blutverdünnende“ (thrombozytenaggregationshemmnde) Wirkung.
Dieser Wirkstoff darf nicht gemeinsam mit Alkohol oder mit blutzuckersenkenden Medikamenten sowie anderen „blutverdünnenden“ Medikamenten (z. B. Marcoumar, Coumarine) eingenommen werden.
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen gehören dosisabhängig Magen- und Darmgeschwüre sowie Nieren- und Leberschädigung. Daher darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, wenn Geschwüre im Magen-Darm-Trakt vorhanden sind oder bereits eine Beeinträchtigung der Nieren oder Leber besteht.
Beispielsweise Aspirin®, ThromboASS® oder Alka-Seltzer® beinhalten den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Die Maximaldosis von 500& mg Acetylsalicylsäure 2–3-mal täglich sollte unter anderem aufgrund der leber- und nierenschädigenden Wirkung nicht überschritten werden [20].

Zu beachten

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt dauert in der Regel nicht länger als 8–10 Tage an. Sollten sich die Symptome verschlechtern oder die Erkältung länger als 10 Tage andauern, sollte auf ärztlichen Rat zurückgegriffen werden. In manchen Fällen kann es notwendig sein, eine antibiotische Therapie aufgrund der zusätzlichen bakteriellen Besiedelung verschrieben zu bekommen, da die Ausbreitung der Bakterien vor allem in die Nasennebenhöhlen zu einer schweren Beeinträchtigung des täglichen Lebens führen kann [20].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung