Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung ohne Medikamente heilen

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Bei einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Viren, meistens Rhino-, Adeno- oder Coronaviren, verursacht wird. Die Erkältung wird häufig über eine Tröpfchen- oder Kontaktinfektion übertragen. Sie geht meistens mit Beschwerden wie Schnupfen (Rhinitis) mit laufender Nase (Rhinorrhoe), Halsschmerzen (Pharyngitis),Husten (Tussis), Muskel- und Gliederschmerzen sowie erhöhter Temperatur und allgemeinem Krankheitsgefühl einher.

Gegen die erkältungsauslösenden Viren gibt es derzeit keine effektiven Heilmittel oder Impfungen. Eine kausale (gegen die Ursache gerichtete) Therapie ist nicht möglich. Antibiotika sind wirkungslos, da sie nur gegen Bakterien wirksam sind. Aus diesem Grund kann eine Erkältung nur symptomatisch behandelt werden, d. h., dass nur die Beschwerden gelindert werden können.

Medikamente werden bei einer Erkältung also nicht zur Heilung, sondern nur zur Linderung der Beschwerden eingesetzt.

Da in der Regel eine Erkältung innerhalb von 7–10 Tagen mit oder ohne Medikamente folgenlos abheilt, ist die medikamentöse Therapie einer Erkältung, wenn die Beschwerden nicht sehr deutlich ausgeprägt sind, nicht unbedingt notwendig.

Erkältung ohne Medikamente heilen

Es gibt auch viele sogenannte konservative Mittel oder Hausmittel, die dabei helfen können, die Symptome der Erkältung zu lindern, ohne auf chemische Wirkstoffe zurückzugreifen.

Bei
 Schnupfen können beispielsweise Spülungen mit Salzwasser (Koch- oder Meersalz) helfen, die Nasenschleimhaut abzuschwellen und somit die Nasensekretion zu erleichtern. Zur Herstellung einer Salzlösung werden 9 g (entspricht ca. 2 gestrichenen Teelöffeln) Kochsalz oder Meersalz auf ein Liter gekochtes Wasser gegeben. Sobald das Wasser auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, können damit Mund- und Nasenspülungen gemacht werden. Diese Spülungen können auch zur Reduzierung der Keimzahl im Mund-Rachen-Bereich eingesetzt werden, ebenso Mundspülungen mit Kamillentee oder Pfefferminze.

Dampfinhalationen mit Meersalz, Kamille oder Pfefferminze werden ebenfalls häufig zur Linderung des Schnupfens genutzt und sollen eine abschwellende Wirkung haben. Zur Anwendung wird heißes Wasser in einen Topf oder Schüssel mit getrockneten Kräutern bzw. Meersalz (zwei Esslöffel auf zwei Liter Wasser) gegeben. Danach werden die entstehenden Dämpfe unter einem über den Kopf gelegten Handtuch eingeatmet. Die Anwendung sollte nicht mehr als zehn Minuten dauern, da sonst Verbrühungen auf der Haut entstehen können. Die Wirksamkeit der Dampfinhalationen ist zwar wissenschaftlich nicht nachgewiesen, aber wenn dadurch subjektiv die Beschwerden gelindert werden, können sie angewendet werden.

Gegen Halsschmerzen und Husten können warme Getränke (z. B. Kräutertees), Honig und Halsbonbons (z. B. mit Salbei) zur Linderung der Halsschmerzen beitragen. Kamillentee und Ingwertee sollen eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung haben. Ingwer kann auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet werden, die mit Erkältungen einhergehen können.

Fieber


Das Fieber (Pyrexie) ist bei einer Erkältung in der Regel nicht sehr hoch (unter 38,5 °C). Falls es doch höher steigt, können effektive physikalische Hilfsmittel zur Fiebersenkung genutzt werden, z. B. feuchte Wadenwickel, bei denen Handtücher mit kalten Wasser getränkt und um die Waden gewickelt werden, oder Kühlpacks, die in die Leistengegend gelegt werden.

Bei Muskel- und Gliederschmerzen können heiße Bäder und Duschen, Massagen und körperliche Ruhe helfen, die Beschwerden zu bessern.

Allgemeinmaßnahmen


Generell sollte bei einer Erkältung auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden; am besten eignen sich dazu warme Getränke (z. B. Kräutertees).

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst ist besonders in der Erkältungszeit sehr empfehlenswert. Zwiebeln und Knoblauch sowie frische Petersilie, Äpfel und Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C, das bei einer Erkältung helfen kann, die Abwehrkräfte zu stärken. Vitamin C wirkt wie ein Antioxidans, d.h., es fängt die sogenannten freien Radikale (Oxidantien) auf und neutralisiert sie. Insbesondere während einer Erkältung kann die Konzentration der freien Radikale ansteigen. Daher sollte auf den Verzehr von frischem Obst und Gemüse geachtet werden, die das Immunsystem stärken und beim Heilungsprozess vom Vorteil sein können.

Für Vitamin-C-Präparate in Form von Brausetabletten oder Kapseln ist es wissenschaftlich nicht nachgewiesen, ob sie wirksamer als eine Vitamin-C-reiche Ernährung sind.

Zu beachten

Die Händehygiene mit regelmäßigem Händewaschen ist auch dann, wenn man schon erkältet ist, sehr wichtig. Zum einen schützt es die Menschen in der unmittelbaren Umgebung vor einer Ansteckung mit den Erkältungsviren (z. B. über den Kontakt mit Türklinken oder anderen Gegenständen). Zum anderen können gute Händehygiene und regelmäßiges Reinigen und Waschen von häufig angefassten Gegenständen im Haushalt verhindern, sich erneut mit den gleichen Viren anzustecken.


Die Beschwerden einer Erkältung sollten sich innerhalb einer Woche bis zehn Tagen verbessern. Wenn die Beschwerden innerhalb von 7–10 Tagen jedoch verschlimmern, länger andauern und/oder Fieber über 38,5 °C auftreten, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung