Erkältung: Häufige Fragen

Leichte Erkältung – was tun?

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Ein jeder kennt wohl die typischen Zeichen einer Erkältung. Es beginnt mit einem Jucken im Hals, hinzu kommen Schnupfen, Heiserkeit, Kopfschmerzen und man fühlt sich alles in allem unwohl. Jedes Jahr erkranken Erwachsene etwa dreimal an einer Erkältung, während Kinder bis zu sechsmal betroffen sein können [1][2]. Die Erkältung wird meist durch Viren ausgelöst und tritt gehäuft in der kalten Jahreszeit auf [3]. Oft können verschiedene Hausmittel und Medikamente die Symptome lindern und Linderung verschaffen; ein Heilmittel (kausale Therapie) gibt es für die Erkältung allerdings nicht. Eine Erkältung verschwindet in der Regel nach einer Woche von alleine wieder (selbstlimitierend) [2][4]. Handelt es sich nur um eine leichte Erkältung, kann dies sogar noch schneller gehen. Der folgende Text beschäftigt sich mit der leichten Form der Erkältung und gibt Informationen und Tipps zu ihrer Behandlung.

Behandlung bei leichter Erkältung

Bei einer Erkältung kommt es in der Regel durch die Infektion mit einem Virus (80–90%) zu einer Reaktion des Körpers [4]. In der Nasenschleimhaut werden verschiedene Botenstoffe freigesetzt, die zu einer vermehrten Drüsenaktivität und dem Anschwellen der Schleimhaut führen [5]. Doch auch im Rachen reagiert der Körper auf die Infektion; Husten und Heiserkeit sind die Folge. Meist erfolgt eine Infektion mit Rhinoviren (20%), doch auch Parainfluenza-, Adeno-, Corona- und Enteroviren können Symptome verursachen[6]. Zusätzlich zu einer viralen Infektion kann es auch zu einer bakteriellen Besiedlung kommen. Dann wird von einer bakteriellen Superinfektion gesprochen, die mit einem Antibiotikum behandelt werden sollte [7].

Da eine leichte virale Erkältung in der Regel nach spätestens sieben Tagen wieder abgeklungen ist, kann man sich einfach ins Bett legen und abwarten. Da aber viele Patienten davon berichten, dass Hausmittel, Medikamente oder bestimmte allgemeine Verhaltensweisen die Symptome einer leichten Erkältung lindern können, werden diese in Folgendem vorgestellt [8].

Allgemeine Maßnahmen

Hygiene: Eine Erkältung entsteht meist durch eine Infektion mit Viren. Die Übertragung kann dabei von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion) oder über Partikel in der Luft (Tröpfcheninfektion) stattfinden. Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollte deshalb auf eine gute Händehygiene geachtet werden. Auf Umarmungen und Händeschütteln mit erkrankten Personen sollte verzichtet werden und man sollte sich mehrmals täglich die Hände waschen [9].

Verzicht auf Giftstoffe: Auf Alkohol und Nikotin sollte,wenn möglich, verzichtet werden. Zigarettenrauch irritiert die Schleimhäute von Nase und Rachen und erleichtert so eine Infektion mit Viren [9].

Schlaf: Wissenschaftler konnten zeigen, dass Menschen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, ein dreifach erhöhtes Risiko haben, sich mir Rhinoviren anzustecken. Auf ausreichend Schlaf sollte also geachtet werden. Auch Stress sollte vermieden oder reduziert werden, da ein angeschlagenes Immunsystem besonders angreifbar ist [9][10].

Flüssigkeit: Um die Schleimhäute im Rachen und Mund feucht zu halten und die Viren auszuschwemmen, sollte auf eine Trinkmenge von mindestens zwei Litern am Tag geachtet werden [7][11].

Sport: Verschiedene Studien konnten zeigen, dass eine regelmäßige körperliche Betätigung eine Ansteckung mit Viren und eine Erkältung reduziert. Daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 150 Minuten Sport in der Woche für Erwachsene. Da das Immunsystem im Rahmen einer Erkältung angeschlagen ist, sollte übermäßiger Sport in dieser Phase allerdings vermieden werden [12][13].

Hausmittel

Über die Wirkung der angegebenen Hausmittel gibt es in Studien bisher meist keinen Nachweis. Da aber viele Patienten von der lindernden Wirkung berichten, kann es sinnvoll sein, verschiedene Hausmittel auszuprobieren.

Gegen Husten

Inhalation: Durch die Inhalation mit heißem Wasserdampf werden die Atemwege befeuchtet und der Hustenreiz gemindert. Inhaliert werden kann mit einem Inhalator aus der Apotheke oder über einem Topf mit heißem Wasser. Das Wasser sollte dabei auf 50–60 °C erwärmt sein. Bei der Inhalation über dem Topf ist besonders bei Kindern Vorsicht vor Verbrühungen geboten. Damit bei der Inhalation kein Dampf entweicht, sollte zusätzlich ein Handtuch auf den Kopf gelegt werden. Durch den Zusatz von ätherischen Ölen, Salbei oder einigen Kamillenblüten kann zusätzlich ein entzündungshemmender (antiinflammatorische) Effekt erzielt werden. Inhaliert werden sollte für etwa fünf bis zehn Minuten zwei- bis fünfmal täglich. Bei bekannten Allergien oder einem Asthma sollte auf den Zusatz von ätherischen Ölen allerdings verzichtet werden [7][14][15].

Honig: Honig gehört zusammen mit der Zwiebel zu den ältesten Hausmitteln [16]. Er setzt sich aus über 200 verschiedenen Inhaltsstoffen zusammen und hilft, Entzündungen zu lindern. Honig enthält Radikalfänger (Antioxidantien), die den oxidativen Stress im Körper reduzieren und so vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Doch auch gegen Bakterien, Viren und Pilze gerichtete Substanzen finden sich im Honig [17]. Honig kann einfach gelöffelt werden, aber auch als Zusatz im Tee verwendet werden. Außerdem können sich Erwachsene eine Honig-Kaffee-Paste aus 500 g Honig und 70 g Instantkaffee herstellen, dreimal täglich in heißem Wasser lösen und trinken [18]. Honig sollte Kindern im ersten Lebensjahr nicht gegeben werden, da sich Sporen des Krankheitserregers Clostridium botulinum im Honig befinden können. Dieses Bakterium produziert Botulinumtoxin, das zu Lähmungserscheinungen führen kann [19].

Zwiebel: Auch die Zwiebel beinhaltet Stoffe, die gegen Bakterien gerichtet sind (antibakteriell). Aus einer Zwiebel kann zusammen mit Honig ein Zwiebelsirup hergestellt werden, der einer Entzündung entgegenwirkt [20]. Dazu eine Zwiebel in kleine Stücke schneiden und etwas Honig über die Stücke geben. Dabei am besten dunklen, hochwertigen Honig verwenden. Das Ganze dann mindestens eine Stunde stehen lassen und anschließend morgens, mittags und abends einen Löffel naschen [16].

Wickel: Es gibt verschiedene Wickel, welche die Hustenbeschwerden lindern sollen. So zum Beispiel Wickel aus Quark oder Kartoffeln. Für den Kartoffelwickel etwa 5 mittelgroße Kartoffeln weich kochen. Anschließend in ein Tuch legen und zerdrücken. Wenn das Ganze nicht mehr zum Verbrennen heiß ist, auf die schmerzhafte Stelle legen und dort liegen lassen, bis der Wickel abgekühlt ist [16].

Gegen Schnupfen

Tee: Verschiedene Kräuterteezubereitungen sollen eine antientzündliche und beruhigende Wirkung auf eine laufende Nase haben. Dabei wirken besonders Kamillenblütentee, Holunderblütentee oder grüner Tee entzündungshemmend und schleimlösend. Auf die Zugabe von Milch sollte verzichtet werden, da Milchprodukte eine Verschleimung eher begünstigen. Empfehlenswert ist hingegen die Zugabe von Honig. Holunderblüten enthalten eine große Anzahl sekundärer Pflanzenstoffe, sogenannte Flavonoide. Diese binden die Viren und halten sie so vom Eindringen in die menschlichen Zellen ab. Zur Zubereitung des Tees sollten 2 bis 3 Teelöffel getrocknete Holunderblütenmit 150 ml heißem Wasser aufgegossen werden. Das Ganze dann 3 bis 5 Minuten ziehen lassen und möglichst heiß trinken [14].

Ernährung: Leichte, einfach zu verdauende Speisen mit einem hohen Nährstoffgehalt sind bei einer Erkältung zu empfehlen, so zum Beispiel eine Hühnersuppe [14].

Wärme: Ein Vollbad bei 38 °C für 10 bis 15 Minuten kann Entspannung bringen [14]. Doch auch die Anwendung einer Wärmelampe im Abstand von 30–50 cm für 10–15 Minuten kann helfen [21].

Gegen Heiserkeit

Stimmschonung: Da eine zu hohe Stimmbelastung oft ein Grund für die Heiserkeit ist, sollte die Stimme möglichst geschont werden. Eine komplette Stimmruhe wird nicht empfohlen [22].

Gurgeln: Gurgeln mit Salbei oder Kamille pflegt die oberen Atemwege und kann bei Heiserkeit helfen. Um auch tiefere Regionen zu erreichen, wird allerdings eine Inhalation empfohlen [7].

Medikamente

Gegen Husten

Hustenlöser (Mukolytika): Substanzen wie Acetylcystein (ACC) gehören zu dieser Gruppe. ACC löst die Verbindungen zwischen den Schleimmolekülen und führt so zu einem verbesserten Abhusten. Bei akutem Husten wird es allerdings nicht empfohlen [11].

Hustenstiller (Antitussiva): Dazu gehört zum Beispiel das Codein aus der Gruppe der Morphine. Diese Substanzen können bei einem trockenen Reizhusten eingesetzt werden und lindern den nächtlichen Hustenreiz. Da Codein abhängig machen kann, sollte es nicht zu lange und immer in Absprache mit einem Arzt angewendet werden [11].

Gegen Schnupfen

Nasenspray: Da es bei dauerhafter Anwendung zu einer Schädigung der Nasenschleimhaut und einer Abhängigkeit kommen kann, sollten Nasensprays nicht länger als sieben Tage eingesetzt werden. Substanzen wie Xylometazolin führen zu einer Schleimhautabschwellung und verbessern zunächst die gestörte Nasenatmung [7][23].

Zink: Ab einer Tagesdosis von 75 mg wirken Zinklutschtabletten gegen eine laufende Nase [24].

Gegen Heiserkeit

Pflanzliche Lutschtabletten: Ob neo-angin, Tonsipret oder ipalat Halspastillen, alle beinhalten beruhigende, gegen eine Entzündung gerichtete pflanzliche Inhaltsstoffe und können bei Heiserkeit helfen [7].

Da es im Rahmen einer leichten Erkältung auch zu Schmerzen kommen kann, können Schmerzmittel eingesetzt werden. Dabei ist Paracetamol zu bevorzugen, da Ibuprofen die Dauer einer Erkältung verlängern kann [25].

Zu beachten

Eine leichte Erkältung erlebt jeder mal. Sie ist nach einigen Tagen wieder verschwunden. Wichtig ist die Differenzierung einer Erkältung und einer echten Grippe (Influenza). Die Grippe macht sich durch einen plötzlichen Beginn, hohes Fieber und eine starke Verschlechterung des Allgemeinzustandes bemerkbar [7]. Bei diesen Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch eine langanhaltende Erkältung kann Ausdruck einer Grunderkrankung sein, die von einem Arzt abgeklärt werden sollte. Bei einer Symptomatik über zwei Wochen, neu auftretendem Fieber oder anderen untypischen Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden [4][7].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung