Erkältung: Häufige Fragen

Niesen bei Erkältung – was hilft?

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Niesen (Sternutio) geht oft mit einer Erkältung einher. Eine Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) kann von zahlreichen Viren ausgelöst werden, zu den Hauptverursachern zählen die sogenannten Rhinoviren. Beim gesunden Menschen dient das Niesen der Selbstreinigung der Atemwege. Dadurch kommt es bei einer Erkältung aufgrund der gesteigerten Schleimproduktion zu deutlich häufigerem Niesen. Eine Erkältung verläuft im Allgemeinen selbstlimitierend und klingt zumeist nach 8-10 Tagen wieder ab. Ist das Immunsystem allerdings geschwächt, können weitere Symptome wie erhöhte Temperatur oder starke Kopf- und Gliederschmerzen hinzu kommen und für einen längeren Krankheitsverlauf sorgen. Der folgende Text soll sich mit der Frage, was hilft gegen Niesen bei einer Erkältung, beschäftigen. [1][2]

Behandlung von Niesen bei Erkältung

Wie beschrieben ist die wahrscheinlichste Ursache für vermehrtes Niesen die Infektion mit Erkältungsviren. Die Schleimhäute des Hals-Nasen-Rachen-Raums sind in der Regel besonders betroffen. In der Nase äußert sich dies durch gerötete und geschwollene Schleimhäute. Das Atmen fällt schwer und die Nase läuft (Rhinorrhoe). Durch die angestiegene Schleimproduktion kommt es viel häufiger zur Reizung der Nasenschleimhaut und damit zum vermehrten Niesen.

Allgemeine Maßnahmen

Das häufige Niesen im Zuge einer Erkältung wird von den Betroffenen als sehr unangenehm und anstrengend empfunden. Vor allem nachts ist es störend. Generell sollte auf auseichende Flüssigkeitszufuhr geachtet und trockene Luft vermieden werden, um die Schleimhäute feucht zu halten, da diese so resistenter gegen Bakterien und Viren sind.

Hausmittel/Anwendungen

In den folgenden Abschnitten sind bewährte Hausmittel beschrieben, die im Falle einer Erkältung gegen häufigeres Niesen helfen können:

Inhalieren

Das Inhalieren vom warmen Wasserdampf befeuchtet die angegriffenen Schleimhäute, lindert so die Schwellung und fördert den Schleimfluss. Dazu einfach:

  • Wasser zum Kochen bringen
  • Den Kopf über das Gefäß mit dem heißen Wasser halten und mit einem Handtuch bedecken.
  • Etwa 10 Minuten lang durch die Nase tief ein- und ausatmen
  • Am besten etwas Kamille oder Salz in das Wasser geben (Wirktdesinfizierend und entzündungshemmend) [3]

Bäder mit ätherischen Ölen

Ätherische Öle können die Durchblutung anregen und Gliederschmerzen mildern.

  • Badewanne mit warmen Wasser füllen
  • Nach Belieben Eukalyptus- oder Menthol-Öl zur Schleimlösung in das Wasser geben
  • Etwa zehn Minuten baden

Bei erhöhter Temperatur oder Fieber (Pyrexie) sollte auf ein heißes Bad verzichtet werden. [3]

Nasenspülung mit Kochsalzlösung

  • Eine Messerspitze Salz in 200 ml lauwarmen Wasser lösen
  • Eine kleine Menge in die Nase ziehen und durch Neigung des Kopfes dafür sorgen, dass es auch in die Nasennebenhöhlen läuft, bzw. alternativ eine Nasendusche benutzen
  • Mehrmals täglich anwenden.
  • Die Nasenspühlung hat denselben desinfizierenden Effekt wie Nasentropfen oder -sprays. [3]

Medikamente

In diesem Abschnitt sind Wirkstoffe aufgelistet, die bei gereizter Nasenschleimhaut und dadurch hervorgerufenes Niesen helfen können:

Xylometazolin

Dient aufgrund seiner gefäßverengenden Eigenschaften der Schleimhautabschwellung und dem verbesserten Schleimfluss

Nebenwirkungen:Trockenheit und dadurch bedingtes Brennen der Nasenschleimhaut

Wechselwirkungen:

  • Trizyklischen Antidepressiva (Psychopharmaka für depressive Erkrankungen)
  • Monoaminooxidase-Hemmern vom Tranylcypromin-Typ (Gehören zu den Antidepressiva und werden z.B. bei Depressionen und Morbus Parkinson verschrieben)
  • blutdrucksteigernde Arzneimittel (kann in Kombination zu Blutdruckerhöhung führen)•

Nasenspray AL® 0,1 %, 10 ml; Nasenspray-ratiopharm® Erwachsene, 15 ml; nasic® Nasenspray für Erwachsene und Schulkinder, 10 ml

Bei allen 3 Medikamenten gilt folgende Dosierung: Erwachsene und Schulkinder max. 3x täglich je ein Sprühstoß pro Nasenloch, jedoch nicht länger als 7 Tage verwenden da ansonsten die Nasenschleimhäute angegriffen werden können. [4][5][6][7][8][9]

Dexpanthenol

Der Wirkstoff Dexpanthenol spendet der gereizten Schleimhaut Feuchtigkeit hat heilungsfördernde Eigenschaften.

Nebenwirkungen: In sehr seltenen Fällen treten allergische Reaktionen auf.
Wechselwirkungen: Je nach Form des Arzneimittels können unterschiedliche Wechselwirkungen auftreten. Dexapanthenol in Cremes ruft keine bekannten Wechselwirkungen hervor. In Kombination mit Suxamethoniumchlorid (gehört zu den Muskelrelaxanzien zur Entspannung der Muskulatur) können schwere Atmenprobleme auftreten.•

Bepanthen Augen- und Nasensalbe(Anwendung: Etwa 1 cm der Salbe 2-3x täglich auf die Nasenschleimhaut auftragen); Panthenol Spray (Anwendung: Ein wenig Schaum auf die Handfläche sprühen und auf gewünscht Gesichtspartie auftragen, niemals direkt auf Bereiche im Gesicht!); Siozwo SANA Nasenspray (mehrmals am Tag ein Sprühstoß in jedes Nasenloch) [10][11][12][13][14]

Zu beachten

Niesen kann verschiedene Ursachen haben, die häufigste ist jedoch eine Erkältung, die ohne Komplikationen innerhalb weniger Tage abklingen sollte. Sie kann aber auch nur der Vorbote einer ernsteren Erkrankung, wie beispielsweise einer Mittelohrentzündung (Otitis media), sein. Bei Symptomen wie starkem Krankheitsgefühl, Fieber ab 38,5°C und starken Hals- (Pharyngitis) oder Ohrenschmerzen (Otitis) sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. [15]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung