Erkältung: Häufige Fragen

Erkältungs-Dauer verkürzen

© PantherMedia / Andres Rodriguez

Erkältungen bzw. grippale Infekte treten vorwiegend in kühleren Monaten des Jahres auf und gehören zu den häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege. Es handelt sich in den meisten Fällen um eine Infektion mit Viren (meist Rhinoviren) [1][2]. Etwa 1-3 Tage nach der Ansteckung beginnen die ersten Erkältungssymptome wie Husten(Tussis), Hals- (Pharyngitis), Kopf- (Cephalgie) und Gliederschmerzen sowie eventuell Fieber (Pyrexie)[3]. Meist ist die Naseschleimhaut die Eintrittspforte für die Erreger und es kommt zum wohlbekannten Schnupfen (Rhinitis) mit anfänglich vermindertem Geruchsinn (Hyposomie) und in weiterer Folge Bildung von klarem Schleim (exsudatives Stadium). Nicht selten kommt es zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion, also einer zusätzlichen Besiedelung der Nasenschleimhaut mit Bakterien wobei sich ein eitrig-grünlich-gelblicher Schleim bildet.

Eine Erkältung dauert in der Regel etwa 8 bis 10 Tage und sollte dann vollständig ausgeheilt sein [4]. Folgende Methoden sollen helfen die Dauer der Erkältung zu verkürzen und Symptome zu lindern.

Behandlung bei Erkältung

Obwohl eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichsich Verkühlung) in den meisten Fällen durch Viren verursacht wird, sollte sie nicht mit einer allergischen Reaktion der Nasenschleimhaut (allergische Rhinitis)verwechselt werden. Die allergische Rhinitis (auch Pollenallergie, Heuschnupfen) wird durch allergieauslösende Stoffe (Allergene) verursacht und wird von Augenjucken und Bindehautentzündung (Konjunktivitis) begleitet [5][6]. Kann ein durch Allergie ausgelöster Schnupfen ausgeschlossen werden, so können folgende Tipps die Erkältungsdauer verkürzen.

Allgemeine Maßnahmen

Sobald sich die ersten Symptome einer Erkältung zeigen, also unter anderem auch vermehrte Müdigkeit und Mattigkeit, sollte dem Körper ausreichend Schlaf und Ruhe gegönnt werden. Vor allem während des Schlafes kann der Körper seine Energiereserven für die Abwehr gegen die eingedrungene Krankheitserreger verwenden und so den weiteren Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen [7].

Dies gilt auch allgemein für Belastungen des täglichen Lebens. Es sollte auf körperlich anstrengende Tätigkeiten wie etwa Sport verzichtet werden da für die Erregerabwehr sehr viel Energie benötigt wird. Sollte der Körper nicht ausreichend Entspannung und Ruhe bekommen, so kann es zu einer Verschlechterung der Symptomatik und zu einer fortlaufenden Verbreitung der Erreger kommen. Unter Umständen kann sich eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entwickeln [8][9].

Ein weiterer Effekt der die Verbreitung der Erkältung begünstigen kann ist das vermehrte Einatmen von kalter Luft. Um effektiv gegen eine Erkältung anzukämpfen werden im Entzündungsgebiet vermehrt Abwehrzellen benötigt. Über das Blut werden diese Zellen in das erforderliche Gebiet des Körpers transportiert und können dort die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern. Durch kalte Luft werden die Blutgefäße in den Schleimhäuten des Atemtraktes verengt (Vasokonstriktion) und somit die Möglichkeit einer Verbreitung der Erreger in umliegende Areale wie etwa Rachen, Bronchien, Mittelohr und Nasennebenhöhlen begünstigt [10].

Auch das Rauchen verhindert eine rasche Genesung. In den Atemwegen befinden sich an der Oberfläche viele kleine Härchen (Flimmerhärchen genannt) die die Aufgabe haben alle schädlichen Partikel und auch Krankheitserreger in Richtung Mund- und Nasenöffnung zu befördern.
Durch das unter anderem im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin werden diese Flimmerhärchen gelähmt und dieser wichtige Reinigungsmechanismus wird gemindert. Somit wird die Dauer der Erkältung durch Zigarettenrauch in die Länge gezogen [11].

Hausmittel/Anwendungen

Kamillentee besitzt viele Wirkungen. Unter anderem wirkt es entzündungshemmend, beruhigend, schmerzlindernd und sogar antibakteriell. Vor allem wenn der Tee heiß genossen wird kann dies eine bessere Durchblutung im Kopf- und Brustbereich bewirken und einen positiven Effekt auf die Dauer der Erkältung haben [12][13]. Kamillentee kann vor allem bei bestehenden Halsschmerzen und ohne Einschränkungen mehrmals täglich getrunken werden.

Nasenduschen bzw. Nasenspülungen mit Salzwasser bewirken dass die Nasenschleimhaut besser befeuchtet wird und die Beweglichkeit der Flimmerhärchen in der Nase gefördert wird was eine frühere Krankheitsheilung begünstigen kann. Auch Inhalationen mit heißem Salzwasser, wobei der entstehende Wasserdampf eingeatmet wird, haben den selben Effekt [14]. Beide Anwendungen können je nach Bedarf und bevorzugt bei verstopfter Nase angewendet werden.

In der Sauna kann die warme Umgebungsluft, die eine bessere Durchblutung in den Atemwegen begünstigt, sowie die Erhöhung der Körpertemperatur, die eine Vermehrung der Krankheitserreger behindert, die Dauer einer Erkältung mit leichten Symptomen wie etwa leichte Kopf- und Halsschmerzen und einer leicht verstopften Nase verkürzen. Nach der Sauna sollte auf eine kalte Dusche verzichtet werden und sich stattdessen mit lauwarmen Wasser abkühlen lassen. Bei einem ausgeprägten grippalen Infekt mit stärkerem Krankheitsgefühl und sogar Fieber (Pyrexie) sollte allerdings komplett auf den Saunabesuch verzichtet werden[15][16][17].

Medikamente

Paracetamol

Paracetamol ist ein Medikament das über die Hemmung der Bildung von Prostaglandinen wirkt. Obwohl nicht genau bekannt ist wie dieser Wirkstoff diesen Mechanismus ausführt, konnte sich die schmerlindernde und fiebersenkende Wirkung zu nutze gemacht werden um beispielsweise Erkältungssymptome wie Kopf-und Gliederschmerzen und Fieber einzudämmen.

Trotz der positiven Wirkung von Paracetamol sollten auch die Nebenwirkungen nicht außer Acht gelassen werden. So darf dieser Wirkstoff nicht eingenommen werden wenn bereits ein Leber- oder Nierenschaden vorhanden ist. Dies liegt daran, dass Paracetamol je nach Dosis eine Leber- und Nierenschädigende Nebenwirkung hat. Außerdem soll es nicht gemeinsam mit Alkohol oder mit „blutverdünnenden“ Medikamenten sowie bestimmten Beruhigungs- und Schlafmittel eingenommen werden.

Üblich ist eine Einzeldosis für Erwachsene von 500mg Paracetamol die 2-3mal täglich eingenommen werden darf. Dies Dosis sollte aufgrund der leberschädigenden Wirkungnicht überschritten werden. Paracetamol STADA®, Paracetamol-ratiopharm® oder Paracetamol Hexal® sowie einige Komplexmittel enthalten den Wirkstoff Paracetamol. Einige Präparate werden auch als wasserlösliches Pulver angeboten und können mit heißem Wasser als Tee eingenommen werden [18].

Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS)

Acetylsalicylsäure wirkt, ähnlich wie Paracetamol, indem es die Bildung von Prostaglandinen verhindert. Dies geschieht durch die Hemmung eines Moleküls namens Cyclooxygenase (COX), das an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt ist. Durch diesen Mechanismus ergeben sich die entzündungshemmende (antiphlogistische), fiebersenkende (antipyretische), blutverdünnende (thrombozytenaggregetionshemmende) und schmerzlindernde (analgetische) Wirkung von Acetylsalicylsäure.

Dieser Wirkstoff hat die Nebenwirkungen, dass dosisabhängig die Gefahr eines Magen- oder Darmgeschwüres sowie eines Leber- und Nierenschadens besteht. Es sollte daher auch hier auf eine richtige Dosierung des Medikamentes geachtet werden. Außerdem darf Acetylsalicylsäure nicht gemeinsam mit Alkohol oder anderen „blutverdünnenden“ Medikamenten sowie mit Medikamenten, die den Blutzucker senken (Antidiabetika) eingenommen werden.

Aspirin®, ASS STADA® oder ASS rathiopharm® enthalten den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Eine Einzeldosis für Erwachsene von 500mg, die bis zu 2-3mal täglich eingenommen werden darf sollte nicht überschritten werden [19].

Zu Beachten

Im Normalfall dauert eine Erkältung zwischen 8 und 10 Tage an und verläuft zumeist selbstlimitierend. Je früher auf die Symptome und Zeichen des Körpers geachtet wird, desto eher können Interventionen gesetzt werden um eventuell die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden dem Körper ausreichend Ruhe und Zeit zu geben. Sollten schwere Erkältungssymptome wie beispielsweise hohes Fieber und starke Halsschmerzen auftreten bzw. die Erkältung länger als 10 Tage dauern so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einigen seltenen Verläufen, zum Beispiel bei der Entwicklung einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Lungenentzündung (Pneumonie) oder Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillitis) ist möglicherweise eine antibiotische Therapie als Unterstützung notwendig [20].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung