Erkältung: Häufige Fragen

Erkältungssymptome bekämpfen

© PantherMedia / Kamil Macniak

Schnupfen bzw. Erkältungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege und treten bei Erwachsenen durchschnittlich 2–3-mal jährlich auf.[1] [2]

Diese Erkrankung wird in erster Linie durch Viren (meist Rhinoviren) verursacht, wobei etwa 1–3 Tage nach einer Infektion (Ansteckung) die ersten Symptome auftreten.

Im Anfangsstadium, dem sogenannten Initialstadium, das etwa 3 Tage andauern kann, beginnt die Nasenschleimhaut anzuschwellen. Die Nase fühlt sich bereits leicht verstopft an und das Riechvermögen ist herabgesetzt (Hyposomie). Es folgt das exsudative Stadium, in dem die Nasenschleimhaut beginnt, klaren Schleim zu produzieren, und die fortschreitende Schleimhautschwellung die Atmung durch die Nase behindert.

In vielen Fällen wird die Nasenschleimhaut zusätzlich von Bakterien besiedelt(Superinfektion), wobei es zur Bildung von grün-gelblich-eitrigem Schleim kommt.[3]

Die große Gefahr einer Erkältung bzw. eines Schnupfens ist die Möglichkeit, dass Viren und Bakterien in die der Nasenhöhle anliegenden Nasennebenhöhlen und ins Mittelohr verschleppt werden. Dadurch können sich eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickeln.[4]

Um eine Erregerausbreitung zu verhindern, sollten schon bei den ersten Anzeichen von Erkältungssymptomen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Behandlung bei Schnupfen

Schnupfen kann mehrere Ursachen haben; daher sollte, bevor eine Maßnahme eingeleitet wird, die Herkunft der Symptome sichergestellt sein. Häufig wird der Schnupfen außer durch eine Erkältung auch durch eine Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) des Immunsystems auf bestimmte Stoffe (Allergene) ausgelöst. Heuschnupfen (durch Pollen ausgelöst) ist beispielsweise ein solcher allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis).[5] Meist gehen allergische Rhinitiden mit einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und juckenden Augen einher. [6]

Handelt es sich jedoch um durch Viren ausgelösten Schnupfen (Rhinitis catarrhalis), so kann dieser mit folgenden Maßnahmen effektiv bekämpft werden.

Allgemeine Maßnahmen

Um die Heilung von einer Erkrankung zu unterstützen, ist es entscheidend, dem Körper ausreichend Ruhe zu geben, damit er genügend Energie zur Abwehr der Krankheitserreger (Pathogene) zur Verfügung hat. Anstrengende sportliche Belastungen oder Stress können sich negativ auf den Verlauf der Krankheit auswirken und sogar eine Verschleppung der Krankheitserreger ins Herz begünstigen können.[7] Daraus kann sich unter Umständen eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entwickeln.[8]

Schlaf kommt ebenfalls eine bedeutende Rolle in der Genesung zu. Im Schlaf kann sich das Immunsystem „in Ruhe“ um die notwendigen Abwehrmechanismen gegen Pathogene „kümmern“ und Energiereserven können wieder aufgeladen werden.[9]

Kalte Luft sollte möglichst nicht eingeatmet werden. Sie führt in der Nasenschleimhaut zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion).Dadurch wird die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet. Da die Abwehrzellen des Immunsystems in erster Linie über das Blut in das Entzündungsgebiet transportiert werden, kann die Heilung der Erkältung auf diese Weise verzögert werden und den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen .[10]

Auf Rauchen sollte unbedingt verzichtet werden. Das Nikotin im Zigarettenrauch führt zu einer Lähmung der Flimmerhärchen in den Luftwegen. Normalerweise transportieren diese Flimmerhärchen Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Körper heraus zur vorderen Nasenöffnung und bilden auf diese Weise eine Art natürliche Barriere gegen Fremdkörper und Krankheitserreger wie Bakterien. Ist diese natürliche Barriere gestört, können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten und die Dauer der Erkältung verlängert sich.[11]

Hausmittel/Anwendungen:

Nasendusche/Inhalation von Salzwasser

  • Salzwasser führt zu einer Befeuchtung der Nasenschleimhaut und fördert die Beweglichkeit der Flimmerhärchen auf der Nasenschleimhaut.
  • Diese Anwendung kann ohne Bedenken mehrmals täglich durchgeführt werden.
  • Bei der sogenannten Nasendusche wird Salzwasser direkt auf die Nasenschleimhaut gespritzt, sodass die innere Nasenoberfläche damit gespült wird.
  • Für die Inhalation von Salzwasser werden etwa 2 Esslöffel Kochsalz in 1 Liter kochendes Wasser gegeben. Der beim Kochen des Wassers entstehende Wasserdampf wird anschließend über die Nase eingeatmet und benetzt so die Nasenschleimhaut.[12]

Kamillentee

  • Das Trinken von Kamillentee kann die Heilung der Erkältung fördern und die Schnupfensymptome lindern.
  • Kamille wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd und beruhigend.[13]
  • Wird Kamillentee heiß getrunken, kann eine bessere Durchblutung der Kopfregion unterstützen. Außerdem wird der Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt.[14]

Sauna

  • Kurze Saunabesuche können sich durch das Einatmen von warmer Luft positiv auf die Heilung des Schnupfens auswirken, da es zu einer Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) und dadurch zu einer besseren Versorgung der Nasenschleimhaut mit Blut und Abwehrzellen kommt.
  • Außerdem kann eine Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39 °C die Vermehrung von Krankheitserregern eindämmen.[15] [16]
  • Auf die kalte Dusche nach der Sauna sollte jedoch verzichtet werden, da sie eine große Belastung für den Kreislauf darstellt. Stattdessen sollte der Körper mit lauwarmem Wasser abgekühlt werden.[17]

Medikamente

Acetylsalicylsäure (ASS)

  • Acetylsalicylsäure hemmt die Cyclooxygenase (COX) im Körper. Es handelt sich hierbei um ein Enzym (ein Molekül, das chemische Reaktionen in Gang setzt und beschleunigt), das an der Produktion der Prostaglandine beteiligt ist. Prostaglandine sind eine Art Botenstoff und vermitteln im Körper Fieber, Schmerz, Entzündung und Thrombozytenaggregation(Verklumpung von Blutplättchen, z. B. beim Wundverschluss). Acetylsalicylsäure hat somit fiebersenkende (antipyretische), schmerzstillende (analgetische) und entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkungen und verringert das „Zusammenkleben“ der Blutplättchen (thrombozytenaggregationshemmende Wirkung).
  • Die Einzeldosis für Erwachsene beträgt 500 mg Acetylsalicylsäure. Sie kann 2–3-mal täglich eingenommen werden.
  • Liegen Schädigungen der Nieren oder der Leber, Magen- oder Darmgeschwüre vor, darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, ebenso vor geplanten Operationen. Außerdem darf dieser Wirkstoff nicht mit Antidiabetika (blutzuckersenkende Medikamente), mit anderen Medikamenten zur „Blutverdünnung“ (z. B. Marcumar) und mit Alkohol kombiniert werden.[18]
  • Acetylsalicylsäure wird oft mit Vitamin C kombiniert, da dies Studien zufolge einen positiven Effekt auf die Abwehrkräfte haben soll.[19]
  • Unter anderem enthalten Aspirin®, ThromboASS® und Alka-Seltzer® den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. In Pulverform oder als Brausetabletten kann dieses Medikament mit warmem Wasser eingenommen werden.

Xylometazolin

  • Dieses sogenannte alpha-Sympathomimetikum (stimuliert einen bestimmten Teil des Nervensystems) verengt die Gefäße in der Nasenschleimhaut und unterstützt so ihre schnelle und effektive Abschwellung.
  • Vor allem bei einer stark verstopften Nase hilft dieser Wirkstoff, die Nase zu befreien und die Nasenatmung wieder zu gewährleisten. Außerdem kann durch die Abschwellung der Nasenschleimhaut Sekret aus den Nasennebenhöhlen abfließen und damit einer Nasennebenhöhlenentzündung vorgebeugt werden.[20]
  • Nicht angewandt werden darf Xylometazolin bei koronarer Herzkrankheit(KHK, Verkalkung der Herzkranzgefäße), bei Bluthochdruck oder bei erhöhtem Augeninnendruck. Außerdem darf es nicht zusammen mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmer) eingenommen werden.
  • NASIC®, OTRIVIN® Schnupfen 0,1% oder RINOSEDIN® 0,1% sind z. B. Medikamente, die diesen Wirkstoff enthalten. Als 0,1%ige Lösung können Erwachsene 2–3-mal täglich, je 1 Hub/1Tropfen in ein Nasenloch geben . Die Medikamente sollten jedoch nicht länger als eine Woche (7 Tage) in Folge verwendet werden.[21]

Zu beachten

In der Regel dauert eine Erkältung bis zur vollständigen Genesung etwa 8–10 Tage. Sollte nach Ablauf dieser Zeit keine Heilung bzw. sogar eine Verschlechterung der Erkältungssymptome eintreten, sollte unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Eventuell könnte eine antibiotische Therapie zur Bekämpfung einer bakteriellen Besiedelung notwendig sein.[22]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung