Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung u. Ohrenschmerzen - was hilft?

© PantherMedia / Andrzej Wilusz

Ohrenschmerzen treten häufig im Rahmen von Erkältungen, gerade bei Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren, auf und sind meist Ausdruck einer akuten Infektion und dadurch bedingter Entzündung der Schleimhäute des Mittelohrs (sog. akute Otitis media). In der Regel handelt es sich bei der Infektion um eine aufsteigende virale oder bakterielle Infektion über die Nase und die Ohrtrompete (Tuba auditiva), die den Nasen-Rachenraum mit dem Mittelohr verbindet. Dies erklärt auch, weshalb Ohrenschmerzen oftmals mit anderen Erkältungssymptomen, wie beispielsweise Schnupfen, zusammen auftreten.

Plötzlich einsetzende heftige Ohrenschmerzen, Hörstörungen, Schwindel, allgemeines Krankheitsgefühl und Reizbarkeit sowie Fieber sind typische Symptome einer akuten Otitis media.

Behandlung bei Erkältung und Ohrenschmerzen

Neben der akuten Otitis media kann es auch zu einer Entzündung der Schleimhaut des äußeren Gehörgangs (sog. akute Otitis externa) oder einer Ansammlung nicht eitriger Flüssigkeit in den Mittelohrräumen (sog.Seromukotympanon) kommen, letzteres äußert sich hauptsächlich durch Druckgefühl und Minderhörigkeit. Ursache einer chronischen Otitis media sind meist Rachenmandeln (Tonsilla pharyngealis), die eine Belüftung der Tuba auditiva behindern und durch den dadurch resultierenden Sekretstau Infektionen begünstigen.

Aufgrund der vielfältigen Ursachen, die Ohrenschmerzen bedingen können, ist eine ärztliche Abklärung in jedem Fall nötig.

Im Folgenden werden verschiedene therapeutische Möglichkeiten, die bei Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung helfen können, vorgestellt. Deren Anwendung sollte jedoch stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin erfolgen.

Allgemeine Maßnahmen

Da die akute Otitis media in der Regel eine selbstlimitierendeErkrankung ist und in 78% der Fälle innerhalb von 2 bis 7 Tagen spontan ausheilt (2), sind allgemeine Maßnahmen wie körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu empfehlen.

Hausmittel / Anwendungen

Im Folgenden werden Hausmittel erläutert, die bei Ohrenschmerzen aufgrund ihrer antibakteriellen und schmerzlindernden Wirkung helfen können.

-Besonders geeignete Wirkstoffe bei Ohrenschmerzen:

Zwiebelpäckchen für die Ohren

Besonders geeignet bei starken Ohrenschmerzen

– Anwendung / Dosierung: eine halbe Zwiebel kleinschneiden und auf einem Baumwolltuch bzw. Taschentuch ausdrücken bis der Saft austritt, auf das betroffene Ohr legen und mit Stirnband oder Mütze fixieren.

– Wirkungsweise des Hausmittels: der Zwiebel wird eineantibakterielle Wirkung nachgesagt

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: Zwiebelsaft nicht direkt in das Ohr träufeln oder Zwiebelstücke in das Ohr stecken, da dies zu Trommelfellverletzungen führen kann. Wird diese Behandlungsform von Kindern abgewehrt, sollte sie auch nicht durchgeführt werden. (3,4)

Warme Umschläge

Besonders geeignet bei Ohrenschmerzen und dem Wunsch nach Wärme

– Anwendung / Dosierung: Baumwolltuch mit heißem Wasser begießen, abkühlen lassen und Wärmeintensität an der Innenseite des Ellenbogens oder am Augenlid testen bevor es zur Auflage an das schmerzende Ohr kommt. Alternativ Anwendung mit Wärmflasche möglich.

– Wirkungsweise des Hausmittels: kann beruhigend undschmerzlindernd wirken

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: Nicht zu lange und nicht mit zu heißen Temperaturen vornehmen, da sonst Verbrennungsgefahr besteht. Bei Fieber von einer Wärmebehandlung des Ohres absehen. (3,4)

Inhalation

Besonders geeignet bei begleitendem Schnupfen (sog. Rhinitis)

– Anwendung / Dosierung: Inhalation warmer Dämpfe (42-45

– Wirkungsweise des Hausmittels: symptomatische Linderung, subjektiv abschwellende Empfindung möglich

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: keine

(3)

Medikamente

Nachfolgend werden Wirkstoffe, die durch ihre schmerzstillende bzw.antiseptische und wundheilungsfördernde Wirkung gezielt den Ohrenschmerz und die Entzündung im Ohr lindern, vorgestellt.

Ibuprofen

Besonders bei starken Ohrenschmerzen

– Anwendung / Dosierung: sofern vom Arzt nicht anders verordnet 1 bis 3-mal am Tag 400 mg in Tablettenform. Als Saft für Kinder von 6 Monaten bis zu 12 Jahren (Dosis orientiert sich am Körpergewicht, Beipackzettel beachten), Saft nicht länger als 4 Tage ohne ärztlichen Rat einnehmen.

– Wirkungsweise des Medikaments: entzündungshemmend undschmerzstillend

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: Nicht bei Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei bestehendem Magenulcus einnehmen. Störungen des Magen-Darm-Traktes (u.a. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Ausschlag, Jucken). Ibuprofen kann die Wirkung von entwässernden und blutdrucksenkenden Medikamenten senken.

-Medikamente: Ibuprofen, Ibuprofen-Saft

(1, 5)

Paracetamol

Besonders bei starken Ohrenschmerzen und Fieber

– Anwendung / Dosierung: bei Erwachsenen in der Regel zwischen 1 und 2 Tabletten a 500 mg pro Tag. Die Tageshöchstdosis liegt bei 4 g. Als Saft auch für Kinder ab 6 Monaten geeignet (Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht, Beipackzettel beachten), Saft sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage eingenommen werden.

– Wirkungsweise des Medikaments: schmerzlindernd,fiebersenkend, schwach entzündungshemmend

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: darf nicht bei schwerer Lebererkrankung eingenommen werden, Wechselwirkungen mit Epilepsiemedikamenten und Medikamenten zur Blutverdünnung sind möglich. Bei Schwangerschaft oder Stillzeit sollte ein Arzt konsultiert werden. Leber- und Gallenwegserkrankungen sind möglich.

– Medikamente: Paracetamol, Paracetamol-Saft

(1, 5)

Calendula

Besonders geeignet bei übelriechendem (fötidem) Sekret, das aus dem Ohr herausläuft und Entzündung des äußeren Gehörgangs (sog.Otitis externa)

– Anwendung / Dosierung: Calendulatinktur mit 20 ml Pipette, 3-mal ½ Pipette täglich ins Ohr träufeln – nur nach ärztlicher Absprache, da Sekretfluss aus dem Ohr auch ein Hinweis auf eine Trommelfellverletzung sein kann!

– Wirkungsweise des Medikaments: antiseptischer Effekt des Alkohols und wundheilungsfördernde Wirkung der Ringelblume

– Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: Überempfindlichkeitsreaktionen

– Medikamente: Calendula Urtinktur, Calendula Essenz

(3)

Zu beachten

Welche Personengruppen sind gefährdet und warum?

Als Risikofaktoren für eine akute Otitis media und insbesondere deren Wiederkehren gelten Zigarettenrauch in der Raumluft (6, 7, 8), Schnuller sowie Flaschenfütterung (39), wohingegen Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten (35) als risikominimierend erachtet wird.

Bei welchen Anzeichen / ab wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Um komplizierte Verläufe zu vermeiden oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

Risiken

Generell sind gefährliche Verläufe bei Personen mit einer akuten Otitis media sehr selten (9, 10, 11). Eine ärztliche Abklärung ist aber stets nötig, um die möglichen gefährlichen Verläufe wie eine Entzündung des Warzenfortsatzes (sog. Mastoiditis), Hirnhautentzündung (sog. Meningitis), länger anhaltende Hörminderung und evtl. dadurch bedingte Sprachentwicklungsverzögerung bei Kleinkindern sowie eine Lähmung des Fazialisnerven (sog. Fazialisparese) abzuwenden. (1)


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung