Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung schnell loswerden

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Eine Erkältung geht meist mit einer klassischen Allgemeinsymptomatik einher: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl, Fieber und Frösteln. Hinzu kommen oft Fließschnupfen, Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit, Schluckbeschwerden sowie eine verminderte Nasenatmung.

Auslöser für eine Erkältung sind zumeist Rhinoviren, welche die oberen Atemwege infizieren. Dadurch können sich die Schleimhäute der Atemwege entzünden (Katarrh), wobei vermehrt Sekret (Schleim) gebildet wird.[1]

Typisch ist z. B. eine Rhinopharyngitis[1], die zu pathologischen(krankhaften) Veränderungen im Bereich von Mund, Rachen und Hals führt.[3] Es handelt sich dabei um eine Entzündung der inneren Nase (akute Rhinitis) und des Rachenraums (Pharynx).[2]Symptome sind Halsschmerzen und eine Rötung der betroffenen Schleimhäute.[3]

Wird von einer Erkältung gesprochen, ist in der Regel ein grippaler Infekt gemeint.[1]

Behandlungen bei Erkältung

Normalerweise sollten sich die Beschwerden bei einem grippalen Infekt innerhalb von 3–7 Tagen gebessert haben und nach 14 Tagen vollständig ausgeheilt sein. Wie lange der Betroffene jedoch mit einer Erkältung zu kämpfen hat, wenn sie nicht medikamentös behandelt wird, ist individuell unterschiedlich und abhängig von der Grunderkrankung.[4]

Im folgenden Abschnitt wird auf die wichtigsten Symptome eines grippalen Infektes eingegangen.

Allgemeine Maßnahmen

Um einer Erkältung vorzubeugen, kann es hilfreich sein, sich ausgewogen zu ernähren, viel frisches Ost und Gemüse (auch roh) zu essen sowie sich reichlich an der frischen Luft zubewegen.[5]
Da der Körper während eines grippalen Infektes geschwächt ist, kann es hilfreich sein, sich in jeder Hinsicht zu schonen. So sollte dem Körper die Zeit und Ruhe gegeben werden, die er für seine Regeneration und Genesung benötigt.[6]
Um schnell wieder zu Kräften zu kommen, wird außerdem empfohlen, viel zu trinken.[7] Diese einfache Methode kann einer „Entgiftung“ auf die Sprünge helfen, indem Krankheitserreger schneller ausgespült werden. Außerdem wird so das Sekret in den Atemwegen verflüssigt, sodass es leichter abgehustet werden kann.
Am besten eignen sich täglich 2–3 l Mineralwasser und Tee. Besonders Fenchel- und Thymiantee haben sich bei Husten bewährt. [6] Beide Pflanzen wirken entzündungshemmend.Fenchel hat zusätzlich eine krampflösende und abschwellende Wirkung,[27] Thymian einen antibakteriellen (Bakterien abtötenden) Effekt.[28]
Bei beginnender fiebriger Erkältung empfehlen sich Holunder- und Lindenblütentee. Sie steigern die Schweißbildung und fördern den Auswurf bei Husten. So werden Krankheitserreger schneller beseitigt.[29]
Ein Husten kann zudem leicht durch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Zimmer gelindert werden. Dafür einfach feuchte Tücher auf die Heizung legen.[6]

Hausmittel und Anwendungen gegen Erkältung

Wadenwickel gegen Fieber

Der Hintergrund der fiebersenkenden Wirkung von Wadenwickeln ist die Entstehung von Verdunstungskälte. Es handelt sich dabei um einen ähnlichen Vorgang wie das Schwitzen.[30] Das Wasser aus dem Wickel verdunstet. Für diesen Vorgang wird Energie benötigt, die durch den Entzug von Wärme aus dem Körper freigesetzt wird. Wärme wird also aus dem Körper abtransportiert und dieser dadurch gekühlt.[13] Die erhöhte Temperatur kann daher durch einen kalten Wickel von außen ausgeglichen werden.[30]

Zur Anwendung werden zwei Handtücher bereit gelegt – eindickes und ein dünnes. Zunächst das dünne Handtuch bis zur Hälfte in handwarmes (nicht kaltes!) Wasser tauchen und direkt auf die Wade legen. Die trockene Hälfte wird mit gewickelt und bildet dann eine Art Zwischentuch. Danach das dicke Handtuch trocken darüber wickeln. Zu beachten ist, dass jedes Bein einzeln gewickelt werden soll.[14]

Wadenwickel können täglich bis zu 2-mal durchgeführt werden.Üblicherweise werden 3 Durchgänge hintereinander gemacht, mit einer Dauer von insgesamt 1–2 Stunden. Jeder Wickel kann dann etwa 10–20 Minuten angelegt bleiben; zwischen den einzelnen Durchgängen ist eine Pause von ca. 20 Minuten sinnvoll.

Merkregel: Je höher das Fieber, desto kürzer die Auflagezeit und desto geringer die Pausen zwischen den Auflagen.[15]

Gegen besonders hohes Fieber eignen sich Wadenwickel mit Apfelessig.[8] Dieser enthält eine Kombination verschiedenster Stoffe, die zusammen als Heilmittel wirken können: u. a. Vitamine (B und C)[32], Mineralstoffe, Enzyme und Aminosäuren.[31] Beispielsweise kann Vitamin C direkt das Immunsystem stärken.[33] Es findet sich auch in den weißen Blutkörperchen (sog. Leukozyten), die für das Immunsystem im menschlichen Körper arbeiten, indem sie Viren und Bakterien abtöten.[34]

Um ein Auskühlen zu vermeiden, sollte der Patient während der Anwendung des Hausmittels gut zugedeckt werden.[14]

Wichtig ist, das Fieber nicht ausschließlich als lästig zu betrachten, sondern zu verstehen, dass es sich dabei um eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers handelt. Die Anwendung von Wadenwickeln sollte also stets mit Bedacht vorgenommen und nur durchgeführt werden, wenn der Patient stark geschwächt ist und das Risiko einer Gesundheitsgefährdung besteht.

Von Wadenwickeln sollte in jedem Fall bei kalten Händen und Füßen sowie bei Frösteln oder gar Schüttelfrost abgesehen werden.[15]

Bei Fieber kann es ebenfalls hilfreich sein, heißen Himbeer- oder Holundersaft zu verzehren, die beide schweißtreibend wirken und so das Fieber senken können.[8]

Teilbäder bei Erkältungen

Zunächst mag es paradox klingen, dass beispielsweise ein Fußbad zum Heilungseffekt von Halsschmerzen beitragen kann. Es gibt jedoch im menschlichen Körper Mechanismen, die durch eine bestimmte Abfolge von nervalen Prozessen dazu führen können,[10] dass nicht nur das stimulierte Areal am Körper (also der Fuß), sondern sogar der gesamte Organismus erreicht werden kann.[9] Es handelt sich dabei um sogenannte nervale Reflexbögen.[10]

Bei einer Erkältung haben sich Teilbäder etabliert. Beispielsweise wird bei den ersten Anzeichen eines grippalen Infektes die Anwendung eines ansteigenden Fußbades empfohlen. Dieses soll die Durchblutung der Schleimhäute im Bereich der oberen Atemwege steigern und dabei vor allem bei Halsschmerzen eine gute Hilfe sein.[9]

Für das ansteigende Fußbad die Füße in ein Gefäß tauchen, dasmit etwa 35 °C warmem Wasser gefüllt ist. Durch langsamen Zufluss von 40–42 °C heißem Wasser wird das Fußbad langsam weiter erwärmt.[11] Die Wassertemperatur sollte 36–38 °C nicht überschreiten.[9] Die Anwendung kann einmal täglich erfolgen.[12]

Es liegen bisher keine Informationen vor, ob die Teilbäder ebenso bei bereits bestehenden Halsschmerzen wirksam sind.

Nasendusche gegen Schnupfen

Eine Nasendusche befeuchtet direkt die Nasenschleimhäute und hat so eine abschwellende Wirkung darauf. Sie ist besonders bei beginnender Erkältung, einer Entzündung der Nasennebenhöhlen oder Heuschnupfen effektiv.
Für eine Nasendusche eignet sich eine Kochsalzlösung. Für ihre Herstellung 1 g Kochsalz in 0,1 l lauwarmem Wasser auflösen. Zur Durchführung diese Lösung durch ein Nasenloch einführen und durch das andere Nasenloch wieder ablaufen lassen.[16]

Medikamente gegen Erkältung

Dexpanthenol (Augen- und Nasensalbe) [21]

  • Anwendung: zur Behandlung von Haut- und Schleimhaut sowie von oberflächlichen Wunden (z. B. durch häufiges Naseputzen)[37]
  • Dosis und Dauer der Anwendung: je nach Art und Verlauf der Erkrankung[22]
  • Wirkweise: fördert die Produktion bestimmter Botenstoffe, welche die Entzündung beeinflussen und die Wundheilung beschleunigen [23]
  • Nebenwirkungen: allergische (Haut-)Reaktionen, z. B. Rötung, Juckreiz, Ausschlag [22]
  • Medikamente: z. B. Bepanthen®, Bioplant Dexpanthenol Emulsion, Chauvin Ankerpharm Panthenol Spray

Codein [24]

  • Anwendung: wirkt (dosisabhängig) schmerzstillend und gegen Husten [38]
  • Dosierung: 5–10 mg pro Einzeldosis, Höchstdosis 200 mg täglich
  • Wirkungsmechanismus: Codein wird bis zu 10 % in Morphin umgewandelt. Dieses wirkt zentral und hemmt das Hustenzentrum.
  • Nebenwirkungen: u. a. Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Atemdepression (verlangsamte Atmung)
  • Wechselwirkungen mit anderen Präparaten: Wird Codein zusammen mit schleimlösenden Medikamenten (Expektorantien) eingenommen, besteht die Gefahr eines Sekretstaus, weil der entstehende Schleim nicht abgehustet werden kann.
  • Kontraindikationen: obstruktive Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma)
  • zu beachten: kann bei längerem und hoch dosiertem Gebrauch zu Abhängigkeit führen
  • Medikamente: z. B. Bronchicum Mono® Codein-Tropfen, Codicaps®, Codeinum phosphoricum[24]

Paracetamol [26]

  • Anwendung: gegen Fieber (ab 39 °C; Antipyretikum), Kopf- und Gliederschmerzen (Analgetikum), als Tabletten, Kapseln, Zäpfchen
  • Dosierung: bis zu 3–4 Einzeldosen mit je 500 mg pro Tag
    Maximaldosis: 4.000 mg = 4 g pro Tag
  • Wirkungsmechanismus: Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase. Dieses Enzym ist an der Produktion bestimmter Botenstoffe, der Prostaglandine, beteiligt, die u. a. an der Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber beteiligt sind. Durch die Hemmung der Cyclooxygenase wirkt Paracetamol entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzstillend. [39]
  • Nebenwirkungen: u. a. Blutbildungsstörung, Bauchschmerzen,allergische Reaktion, Übelkeit, Anstieg von Leberenzymen.[26]Bei Überdosierung, d.h., wenn die Maximaldosis von 4 g überschritten wird, kann es zu schweren Lebervergiftungen kommen. [40]
  • Medikamente: z. B. Paracetamol 500 Hexal®, ben-u-ron®,Enelfa Dr. Henk®

Zu beachten

Klassische Symptome einer Erkältung sind den meisten vertraut. Es ist jedoch in keinem Fall empfehlenswert, diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie können nämlich auch andere Ursachen haben, die teilweise sehr breit gefächert sind. Ein Arzt hat die Möglichkeit, eine sogenannte Differenzialdiagnose zu stellen.[2] Darunter wird der Ausschluss von Erkrankungen, die eine ähnliche oder nahezu identische Symptomatik aufweisen, verstanden. [19] Ein akuter Husten zum Beispiel kann auch durch folgende Erkrankungen hervorgerufen werden: akute Bronchitis (Entzündung der Bronchien), gastroösophagealer Reflux (Sodbrennen), bakterielle Pneumonie (Lungenentzündung). Ein chronischer Husten ist beispielsweise kennzeichnend für Asthma.[20] Sollten also die Beschwerden trotz der genannten Maßnahmen nach 14 Tagen nicht besser werden, sich verändern oder sogar verschlimmern, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.[1] Alle weiteren Informationen (u. a. Nebenwirkungen) sind den jeweiligen Packungsbeilagen der genannten Medikamente zu entnehmen. Ebenso ist jegliche Komplikation mit dem Arzt zu besprechen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung