Erkältung: Häufige Fragen

Grippalen Infekt bekämpfen (schnell)

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Grippale Infekte, auch Erkältung genannt, sind viral verursachte Erkrankungen und kommen vor allem in der kalten Jahreszeit gehäuft vor. In den meisten Fällen beläuft sich die maximale Dauer der Beschwerden auf 7-10 Tage, wonach die Symptome zur Gänze verschwinden. Obwohl also meist keine medizinische Intervention nötig ist, gibt es viele Hilfsmittel, die dabei unterstützen können, den Infekt schneller zu besiegen. Einige davon sollen im folgenden Artikel vorgestellt werden.

Behandlung bei grippalem Infekt

Vor allem in kalten Monaten, in denen man sich öfter in Innenräumen und damit in der Nähe anderer Menschen aufhält, ist das Risiko für Ansteckungen mit den Erkältung auslösenden Viren größer. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen bis zu einer Woche treten erst Allgemeinsymptome wie generelles Unwohlsein und Frösteln auf. Im besten Falle sollte bereits hier reagiert werden, da bei einem grippalen Infekt bald darauf Krankheitssymptome wie Kopf-, Hals-, Ohren- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber sowie Husten und Schnupfen folgen können. Sollten keine schweren Krankheitssymptome wie starkes Schwächegefühl oder hohes Fieber auftreten, muss nicht zwingend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, da nach Abklingen der Symptome meist keine Komplikationen zu erwarten sind. Jedoch kann es hilfreich sein, einige Hilfsmittel anzuwenden, um die Symptome zu lindern und eventuell den Krankheitsverlauf zu verkürzen.

Allgemeine Maßnahmen

Für die Unterstützung des Immunsystems sind einige Allgemeinmaßnahmen zu empfehlen, allen voran Wärme, Ruhe und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Der ohnehin schon geschwächte Körper sollte nicht zusätzlich austrocknen (dehydrieren) bzw. soll die künstliche Temperatursteigerung durch Wärme oder warme Getränke zusätzlich zum Fieber dabei helfen, die hitzeempfindlichen Viren abzutöten. Das Austrocknen der Schleimhäute im Nasenrachenraum, z. B. durch warme Heizungsluft, erleichtert die Infektion mit Viren, da die systemeigenen Abwehrmechanismen (z. B. schützender Schleimfilm auf der Oberfläche der Schleimhäute) an dieser Stelle gestört sind und so das Eindringen der Viren erleichtert wird. Um die Schleimhäute bei der Regeneration zu unterstützen, kann nachts ein feuchtes Handtuch im Schlafzimmer aufgehängt werden, da das Wasser durch Verdunstung in die Atemluft gelangt und so die Schleimhäute befeuchtet. Ebenfalls hilfreich kann es sein, zu inhalieren, indem man aufgekochtes Wasser mit einem über den Kopf gelegten Handtuch für 5-10 Minuten einatmet. Wer möchte, kann dem heißen Wasser auch noch einige Tropfen ätherischen Öls hinzufügen, wie z.B. Eukalyptusöl, oder Tees, wie z.B. Käspappel- oder Lindenblütentee.

Hausmittel

Holunderblüten:[1]

Diese unter anderem in Gärten, Hecken und an Flussbetten heimische Staude steht von Mai bis Juli in der Blüte. Darin enthalten sind ätherische Öle, schweißtreibende Glykoside, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Die Hauptanwendung der Holunderblüten ist die Behandlung von fieberhaften Erkältungskrankheiten in Form eines „Schwitztees“. Ein Mus aus den reifen Beeren wird ebenfalls erfolgreich zur Bekämpfung von Husten und Erkältungskrankheiten angewandt.

Rezept für Holunderblüten-Schwitztee:

  • 8 gehäufte Teelöffel Holunderblüten mit
  • 1 Liter kochendem Wasser übergießen

10 Minuten ziehen lassen und einen halben Liter davon sehr warm trinken.

Sonnenhut:[2]

Diese ursprünglich aus Amerika stammende Heilpflanze wurde schon von den Ureinwohnern Nordamerikas verwendet. Sie enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, darunter Echinacin, welches heutzutage namensgebend für einige im Handel erhältliche homöopathische Mittel ist, ätherisches Öl, Harze, Bitterstoffe sowie das bakteriostatisch (hemmt die Vermehrung von Bakterien) wirkende Echinacosid. Eine gute Wirksamkeit zeigt diese Pflanze bei Erkältungskrankheiten im Hals-, Nasen und Rachenbereich und, sofern nötig bei bakteriellen Infekten, wirkt sich eine gleichzeitige Anwendung von Antibiotika und Sonnenhutpräparaten positiv aufeinander aus. Nachgesagt wird ihr ebenfalls ein stärkender Einfluss auf das Immunsystem, welcher dabei helfen kann, Infektionen vorzubeugen.

Medikamente

Paracetamol:[3]

Paracetamol wirkt durch die Hemmung der Bildung der Prostaglandine (Prostaglandinsynthese, körpereigene Stoffe, die z.B. bei der Entstehung von Fieber eine Rolle spielen) fiebersenkend und schmerzlindernd. Einzeldosen beinhalten meist 500-1000 mg, die Dosierung sollte bei Erwachsenen 3000 mg pro Tag nicht übersteigen. Zu beachten sind mögliche Wechselwirkungen, unter anderem mit Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer), Antiepileptika (Medikamente bei Epilepsie) sowie Alkohol. Personen, deren Niere bzw. Leber geschädigt sind, oder die unter dem sogenannten Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase Mangel (Enzymmangel in der Leber) leiden, sollten dieses Medikament nicht anwenden. Beliebt ist es dagegen, da man es, im Gegensatz zu vielen anderen Hemmern der Prostaglandinsynthese, in der Schwangerschaft, der Stillzeit sowie auch bei Kindern (natürlich nur unter ärztlicher Anleitung) anwenden darf. Häufige Nebenwirkungen können allergische Reaktionen und wieder umkehrbare (reversible) Blutbildveränderungen sowie ein Zusammenziehen (Spasmus) der Bronchien sein. Bei zu hoher Dosierung kann dieses Medikament stark giftig (toxisch) auf die Leber wirken und sogar tödlich sein, daher sollte die Tageshöchstdosis keinesfalls überschritten und die Packungen von Kindern ferngehalten werden.

In Deutschland erhältliche Präparate sind unter anderem: Ben-u-ron 1000mg Tabletten und Brausetabletten, Paracetamol (Generika, -Ratio) 500mg Brausetabletten, Vivimed N mit 500mg Tabletten.

Ibuprofen:[4]

Ibuprofen ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), welche ebenfalls durch Hemmung der Prostaglandinsynthese in variablem Ausmaß schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Die Dosis für Erwachsene beträgt zwischen 200-400 mg, 2-3 x täglich einnehmbar, oder bis zu 800 mg als Einzeldosis. Wechselwirkungen sind bekannt unter anderem mit Phenytoin (Antiepileptikum), Digoxin (Medikament gegen Herzschwäche und –rhythmusstörungen), Diuretika (zur Entwässerung) sowie anderen Wirkstoffen aus der Gruppe der NSAR. Nicht eingenommen werden sollte dieses Medikament unter anderem von Personen, die an Blutungsneigung oder Geschwüren im Magen-Darm Trakt (Ulzera) leiden oder gelitten haben bzw. Kinder unter 6 Monaten und Asthmatiker sowie Personen, die an Heuschnupfen leiden. Bei Schwangeren ist Ibuprofen im dritten Trimenon kontraindiziert (nicht zugelassen), da es zu Schäden des ungeborenen Kindes führen kann. Ein Einsatz müsste zuvor mit dem betreuenden Arzt besprochen werden. Häufige Nebenwirkungen sind z. B. Beschwerden im Magen-Darm Trakt sowie kleinere Blutverluste bzw. Geschwüre in selbigem, Müdigkeit, Schwindel, Reizbarkeit, Erregung oder Schlaflosigkeit.

In Deutschland erhältliche Präparate sind unter anderem:

Dolormin 100/200mg/ml Kindersaft, Ibudolor 400mg Tabletten, Ibuhexal Suppositorien (Zäpfchen) 600mg zur rektalen Anwendung.

Zu beachten

Grippale Infekte sind in der Regel ungefährliche virale Infekte, welche nach wenigen Tagen von selbst vollständig abklingen. Davon abzugrenzen ist die echte Grippe (Influenza), welche durch Influenzaviren ausgelöst wird und schwerer verlaufen bzw. in einzelnen Fällen tödlich enden kann. Hierbei sind die Krankheitssymptome schwerer als beim grippalen Infekt, vor allem ein schweres Krankheits- und Schwächegefühl sowie sehr hohes Fieber können darauf hinweisend sein. Bei schwerem Krankheitsgefühl sollte also dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Im Verlauf eines grippalen Infektes kann es, vor allem bei nur leichter Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder nach Einnahme von Medikamenten, passieren, dass aufgrund einer Fehleinschätzung des Gesundheitszustandes Sport betrieben wird. Dieser sollte jedoch tunlichst vermieden werden, da jeder virale Infekt durch Anstrengung und dadurch gesteigerte lokale Durchblutung zu einer „Verschleppung“ der Viren und z. B. zu einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) führen kann.

Schwangere sowie stillende Frauen, Kinder, sehr alte bzw. immunschwache Menschen oder solche, die mit einer schweren Grunderkrankung zu kämpfen haben, sollten den Arzt früher aufsuchen als andere, da der Krankheitsverlauf bzw. die Therapie hier variieren kann und eine engmaschigere ärztliche Kontrolle erfordern könnte.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung