Erkältung: Häufige Fragen

Virus Erkältung – was tun?

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Es beginnt mit einem leichten Kratzen im Hals, hinzu kommen Schnupfen, Husten und Heiserkeit und schließlich auch Kopf -und Gliederschmerzen. Dies sind typische Zeichen einer Erkältung (auch grippaler Infekt). Zwei- bis dreimal pro Jahr werden Erwachsene von diesen Symptomen geplagt, Kinder sogar bis zu zehnmal.[1] Meist werden Erkältungen durch Viren verursacht und heilen in der Regel ohne Zutun eines Arztes wieder aus (selbstlimitierend).[2] Im Gegensatz dazu muss eine echte Grippe (Influenza) erkannt und behandelt werden. Im Folgenden werden Informationen über die Viruserkältung gegeben und gezeigt, wie man sich schützen und die Symptome behandeln kann.

Behandlung bei Viruserkältung

Die Erkältung ist der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Da es bisher aber keine kausale Therapie gibt und eine Infektion in der Regel nach etwa sieben Tage wieder abgeklungen ist, ist ein Arztbesuch meist nicht nötig.[1][3] Eine Erkältung kann durch über 200 verschiedene Virusarten übertragen werden. Die häufigsten Erreger sind dabei die Rhinoviren (20%), aber auch Parainfluenza-, Adeno-, Reo-, Corona- oder RS-Viren können Symptome verursachen.[4] Die echte Grippe wird durch das Influenzavirus verursacht. Sie sollte von einem Arzt mit gegen Viren gerichteten Medikamenten, Virustatika, behandelt werden. Schutz vor der echten Grippe bietet die jährliche Grippeschutzimpfung. In den Wintermonaten kommt es besonders häufig zu einer Erkältung. Dies hat verschiedene Ursachen. Das Immunsystem ist durch Kälte und Nässe geschwächt, die trockene Heizungsluft schadet den Schleimhäuten der Atemwege und trocknet sie aus; Krankheitserreger können somit leichter eindringen und eine Erkältung hervorrufen. Ein vermehrter Aufenthalt mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen erhöht zudem die Ansteckungsgefahr.[5]

Diese Viren werden meist durch Handkontakt (Schmierinfektion) übertragen, sie können aber auch eingeatmet werden (Tröpfcheninfektion).[5] Neben einer Virusinfektion kann es in seltenen Fällen auch zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen (Superinfektion).[5] Häufig ist dies bei Kleinkindern, die im Rahmen einer Viruserkältung eine bakterielle Mittelohrentzündung (Ottitis media) bekommen. Es gibt kaum Studien, die eine Wirkung von Hausmitteln oder Medikamenten auf den Verlauf einer Erkältung bestätigen. Da aber viele Patienten eine Linderung der Symptome beschreiben, ist es zu empfehlen, verschiedene Mittel auszuprobieren.

Allgemeine Maßnahmen

Da oft ein geschwächtes Immunsystem der Auslöser für eine Erkältung ist, gilt es dieses zu stärken oder schädigende Einflüsse weitestgehend zu vermeiden. Dies erreicht man zum Beispiel durch:

  • Vermeidung von Stress[6]
  • Ausreichend Schlaf[6]
  • Viel Flüssigkeit (2-3 Liter pro Tag), da so die Viren schneller ausgeschwemmt und die trockenen Schleimhäute befeuchtet werden [6]
  • Auf Giftstoffe wie Nikotin und Alkohol verzichten[6]
  • Kontakt zu Erkrankten vermeiden (kein Händeschütteln, keine Umarmungen)[6]
  • Auf Händehygiene achten (mehrmals am Tag Hände waschen)[3][6]
  • Einer Erkältung vorbeugen durch Sport: die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten körperliche Bewegung in der Woche für Erwachsene [7]

Hausmittel/Anwendungen

Auch verschiedene Kräuter und Teezubereitungen können die Symptome einer Erkältung lindern.

Bei Husten:

  • Zwiebelsirup: Eine Zwiebel in Stücke schneiden und etwas Honig darübergeben. Die Mischung mindestens eine Stunde lang ziehen lassen und dann morgens, mittags und abends jeweils einen Esslöffel des Zwiebelsuds einnehmen. Zwiebeln wirken gegen Viren und Bakterien und hemmen eine Entzündung.[8][9]
  • Inhalieren: Eine 0,9-prozentige Natriumchloridlösung (physiologische Kochsalzlösung) sollte dazu verwendet werden. Die Lösung kann auf eine Temperatur von 50-60°C erhitzt werden. Während der Inhalation ist es sinnvoll, ein Handtuch über den Kopf zu legen, um möglich viel Dampf einatmen zu können. Der Zusatz von Kamillenblüten wirkt entzündungshemmend (für den Topf eine Handvoll Blüten, für den Inhalator 1 EL). Inhaliert werden sollte zwei bis fünfmal täglich für fünf bis zehn Minuten. Bei bekannten Allergien auf Zusätze verzichten.[5][10]
  • Honig-Kaffee Paste für Erwachsene: 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee und drei Mal täglich die Paste in heißem Wasser auflösen und trinken.[11] Honig besteht aus über 200 verschiedenen Substanzen und wirkt einer Entzündung entgegen.[12] Bei Kindern unter dem ersten Lebensjahr sollte auf Honig verzichtet werden, da sich Sporen einigen Bakterien im Honig nachweisen lassen, die zu schweren Erkrankungen führen können.[13]

Bei Schnupfen:

  • Wärmelampe: Eine Anwendung von 10-15 Minuten bei einem Abstand zur Wärmelampe von 30-50 cm wird empfohlen. Die Augen sollten dabei geschlossen bleiben.[14]
  • Nasendusche mit physiologischer Kochsalzlösung: 0,9 Gramm Kochsalz in 100 Milliliter Wasser lösen und die Nasendusche damit befüllen. Anschließend gut schütteln und den Kopf zum Beispiel zur linken Seite neigen, Mund öffnen und Lösung in das rechte Nasenloch fließen lassen. Es fließt aus dem anderen wieder hinaus.[5]
  • Thymiantee: Ein bis zwei Teelöffel Thymiankraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Thymian enthält die ätherischen Öle Carvacrol und Thymol, welche das Wachstum von Bakterien und Viren stören. Außerdem wird über eine Anregung der Härchen (Flimmerepithel) in der Lunge der zähe Schleim abtransportiert.[15]

Bei Halsschmerzen/Heiserkeit:

  • Ingwertee: Mehrere Tassen täglich trinken oder damit gurgeln. Ein daumengroßes Stück Ingwer schälen, klein reiben und in einen Topf geben. Circa 300 ml kochendes Wasser dazugeben und anschließend 5-10 Minuten ziehen lassen. Ingwer hat eine desinfizierende Wirkung gegenüber Viren und Bakterien und regt die Durchblutung an.[16]
  • Stimmschonung: Besonders das Flüstern sollte vermieden werden, da dabei die Stimmlippen noch mehr beansprucht werden, als beim Sprechen in normaler Lautstärke.[17][18]
  • Halsumschläge: Wirken kühlend und entzündungshemmend.Magerquark etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch auftragen.Tuch einschlagen und auf die betroffene Stelle (Hals) legen.[19]
  • Salbeitee: 1,5 bis 2 Teelöffel Salbeiblätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Täglich nicht mehr als zwei bis drei Tassen trinken. Im Salbei ist die Substanz Thujon enthalten ist, welche in hohen Dosen zu Verwirrtheit und Schwindel führen kann. Salbei enthält unter anderem Rosmarinsäure, welche gegen Bakterien und Viren wirkt.[15]

Medikamente

Bei Husten:

  • Bei einem festsitzenden Husten kann die Anwendung von pflanzlichen Hustenlösern (Mukolytika) wie Efeu oder Eukalyptus Abhilfe verschaffen. Doch auch chemische Hustenlöser mit den Substanzen Ambroxol oder N-Acetylcystein (ACC) werden oft von Patienten verwendet. Ein Nutzen konnte bisher aber nicht belegt werden.[20]
  • Wenn der Husten nachts quälend ist, kann die Anwendung von Hustenstillern (Antitussiva) helfen. Dazu gehören zum Beispiel Präparate mit den Wirkstoffen Codein, Clobutinol, Pentoxyverin oder Dextrometorphan. Oft wird Codein verwendet, welches zu den Morphinen gehört und aufgrund seines erhöhten Suchtpotentials nur bei sehr starkem oder chronischem Husten angewendet werden sollte.[21]

Bei Schnupfen:

  • Abschwellende Nasentropfen: Die Wirkstoffe Xylometazolin oder Oxymetazolin sorgen für eine Verflüssigung des Schleims und können bei einer erschwerten Nasenatmung helfen. Diese Nasentropfen sollten ein- bis zweimal täglich und nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sie ein hohes Gewöhnungspotenzial haben und die Nasenschleimhaut schädigen können.[22]
  • Zinklutschtabletten: Erwiesen sich in verschiedenen Studien ab einer Tagesdosis von 75 mg als wirksam und konnten eine laufende Nase um 55% reduzierten.[23][24]

Bei Halsschmerzen/Heiserkeit:

  • Pflanzliche Lutschtabletten können Halsschmerzen lindern und für eine Befeuchtung der Schleimhäute sorgen. So zum Beispiel ipalat® Halspastillen, neo-angin®, EMSER Pastillen® oder Tonsipret® Tabletten.[5][14]
  • Auch schmerzlindernde Präparate mit den lokal betäubenden Wirkstoffen Lidocain oder Benzocain können eingesetzt werden.[5]

Da es im Rahmen einer Entzündung oft zu Gliederschmerzen kommt, ist die Einnahme von Schmerzmitteln (Analgetika) möglich. Dabei ist Paracetamol zu bevorzugen, da gezeigt werden konnte, dass Ibuprofen die Erkältung verlängern kann.[18][25]

Zu beachten

Die Symptome einer Erkältung können gut zu Hause gelindert werden und nach etwa einer Woche sollte eine Besserung eintreten. Bei Auftreten von untypischen Symptomen wie hohem Fieber, einer plötzlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Husten und Heiserkeit über drei Wochen oder Luftnot, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da hinter Symptomen wie Husten und Heiserkeit auch eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder Asthma stecken kann.[18]

Außerdem ist es wichtig, eine gewöhnliche Erkältung von einer echten Grippe zu unterscheiden. Diese tritt meist plötzlich auf und geht oft mit hohem Fieber (> 40°C) einher.[18] Bei über 50% der einfachen Erkältungen wird auf Wunsch des Patienten und zur Absicherung des Arztes ein Antibiotikum verschrieben. Antibiotika sollten bei einer Erkältung nicht eingenommen werden, da diese gegen Viren unwirksam sind und der gehäufte Gebrauch von Antibiotika zu einer Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegen das Medikament (Resistenz) führt.[2] [18] Dadurch können Antibiotika gegen bestimmte Bakterien unwirksam werden und in dringend benötigten Situationen nicht mehr helfen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung