Erkältung: Häufige Fragen

Erkältung – was hilft wirklich?

© PantherMedia / Juliane Jacobs

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen treten im Rahmen einer Erkältung auf. Die Erkältung wird auch als grippaler Infekt bezeichnet, der nicht mit der„echten“ Grippe (Influenza) gleichgesetzt werden darf. Der Unterschied zwischen der Grippe und einem grippalen Infekt sind hauptsächlich die krankheitsauslösenden Viren. Die Grippe wird von bestimmten Grippeviren (Influenzaviren) verursacht, während der grippale Infekt durch viele verschiedene Viren aus unterschiedlichen Familien ausgelöst werden kann. Die Symptome einer Grippe und eines grippalen Infekts können sich ähneln. Es können bei beiden Erkrankungen Kopf- und Gliederschmerzen sowie trockener Reizhusten auftreten. Die Grippe ist zusätzlich durch hohes Fieber gekennzeichnet. Bei einem grippalen Infekt findet sich eher selten Fieber, dafür kommt es zu Halsschmerzen und Schnupfen. Die Grippe tritt meistens sehr plötzlich auf. Im Gegensatz dazu ist der grippale Infekt durch einen schleichenden Beginn gekennzeichnet.[1]

Aufgrund einer Infektion in den oberen Atemwegen durch Viren kommt es bei einer Erkältung zu einer Entzündung der Schleimhäute des Rachenraums und der Nase. Dadurch wird das Abwehrsystem des Körpers aktiviert. Durch die Entzündungsreaktion werden die Schleimhäute der oberen Atemwege gereizt. Dies äußert sich durch Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Bei einer Erkältung ist es sinnvoll, die Symptome mithilfe von Hausmitteln zu lindern.[2]

Behandlung der Erkältung

Allgemeine Maßnahmen

Um eine Erkältungserkrankung von vornherein zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, warme Kleidung zu tragen, beispielsweise warme Socken und trockene Schuhe. Auch für eine hohe Luftfeuchtigkeit in Räumen sollte gesorgt und regelmäßig gelüftet werden. Außerdem wird empfohlen, sich häufig an der frischen Luft zu bewegen.[3] Durch eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann die Häufigkeit der Erkältungserkrankungen vermindert werden. Das liegt vor allem an dem Vitamin C, das beispielsweise in Kiwis und Zitrusfrüchten enthalten ist. Es stärkt das Abwehrsystem des Körpers.[4] Eine weitere Prävention gegen häufige Erkältung ist der regelmäßige Saunagang. Die Abwehrkräfte des Körpers werden gesteigert, wenn 1–2-mal pro Woche eine Sauna aufgesucht wird. Außerdem regt der Saunagang das Herz-Kreislauf-System an und fördert die Durchblutung.[5]

Bei einer Erkältung ist es hilfreich, viel zu trinken, vor allem Tees und heiße Milch. Fruchtsäfte sind kontraproduktiv, da die Säure der Fruchtsäfte die Schleimhäute zusätzlich reizen kann. Auch das Rauchen stellt eine Reizung der Schleimhäute dar und sollte vermieden werden.[6] Die Inhalation mit oder ohne Zusätzen lindert die Symptome einer Erkältungserkrankung. Kamille und Pfefferminzöl können als Zusätze bei einer Inhalation verwendet werden, da sie die Entzündung hemmen und zu einer Abschwellung der Nasenschleimhäute führen.[7]

Hausmittel gegen Schnupfen

Bei Schnupfen hilft vor allem die Anwendung von Thymian. Die Inhaltsstoffe des Thymiankrauts haben eine entzündungshemmende Wirkung. Außerdem können sie den Nasenschleim verflüssigen. Dadurch kann das Sekret besser ablaufen.[8] Bei der Anwendung von Thymiankraut können allerdings Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich auftreten. Um Thymiantee herzustellen, wird ein Teelöffel Thymiankraut mit einem halben Liter heißem Wasser übergossen. Der Tee muss nun 5 bis 10 Minuten ziehen. Es sollten nicht mehr als drei Tassen pro Tag getrunken werden.[9]

Auch Lindenblüten helfen bei Erkältung und Schnupfen. Ihnen wird eine reizmildernde und entkrampfende Wirkung nachgesagt.[10] Zudem sollen die Inhaltsstoffe der Lindenblüte das allgemeine Abwehrsystem des Körpers stärken. Für die Zubereitung eines Lindenblütentees werden zwei Teelöffel Lindenblüten benötigt, welche dann mit einen halben Liter kochendem Wasser übergossen werden. Der Tee sollte ca. 5 Minuten ziehen und dann möglichst heiß getrunken werden.[11]

Hausmittel gegen Husten

Um den Reizhusten zu bekämpfen, der im Rahmen einer Erkältungskrankheit auftritt, wird eine Anwendung mit der Süßholzwurzel empfohlen. Die Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel wirken hemmend auf die Entzündung im Hals. Außerdem haben sie eine sekretlösende Wirkung.[12] Allerdings wurden bei der Einnahme von Süßholz unerwünschte Wirkungen beobachtet. Es kann zu einem Anstieg des Blutdruckes und zu Wassereinlagerung im Gewebe kommen.[13] Personen, die bereits an einem erhöhten Blutdruck leiden, aber auch Menschen, die eine Erkrankung der Leber oder den Nieren haben, sollten auf die Einnahme von Süßholz verzichten. Während der Schwangerschaft sollte keine Süßholzwurzel angewendet werden. Allgemein ist von einem Gebrauch der Pflanze länger als vier Wochen abzuraten.[14] Es wird ca. ein Teelöffel zerkleinerte Süßholzwurzel benötigt, um einen Tee herzustellen. Die Süßholzwurzel wird mit einer Tasse heißem Wasser übergossen. Danach muss der Tee 10 bis 20 Minuten ziehen, bevor er getrunken werden kann. Es wird empfohlen, jeweils morgens und abends eine Tasse zu sich zu nehmen.[15]

Um produktiven Husten zu lindern, kann Fenchel helfen. Die Inhaltsstoffe des Fenchel wirken schleimlösend, keimhemmend und fördern den Auswurf von Schleim aus den Atemwegen. Zusätzlich haben sie eine entkrampfende und blähungshemmende Wirkung. Deswegen werden diese Pflanzen bei Entzündungen der Schleimhäute der oberen Atemwege, aber auch bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Fenchel kann auch bei Kindern und Säuglingen eingesetzt werden. Selten können allergische Reaktionen auf Fenchel auftreten.[16] Aus dem Fenchel kann Tee und Honig hergestellt werden. Für die Zubereitung des Fenchelhonigs werden 10 g frisch geschrotete Fenchelfrüchte benötig. Diese werden unter 100 g Bienenhonig gemischt und alles 10 Tage stehen gelassen. Um den Tee herzustellen, werden 1–2 Teelöffel des Fenchelhonigs in einer Tasse mit heißem Wasser aufgelöst. Der Tee kann mehrmals täglich getrunken werden.[17]

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Das Kraut des Spitzwegerichs hat eine reizmildernde und wundheilende Wirkung auf die Schleimhäute der oberen Luftwege und des Rachenraums. Zudem wirken die Inhaltsstoffe gegen Bakterien.[18] Die Anwendung von Spitzwegerich lindert die Schluckbeschwerden und die Heiserkeit, die im Rahmen einer Erkältung auftreten.[19] Der Vorteil dieses Krauts ist, dass bisher keine Nebenwirkungen beobachtet wurden.[20] Für die Herstellung des Tees werden 2 Teelöffel des Spitzwegerich benötigt, die in eine Tasse mit kaltem Wasser gegeben werden. Der Tee muss nun 1 bis 2 Stunden ziehen. Danach kann er leicht erwärmt und dann entweder getrunken oder damit gegurgelt werden. Es wird empfohlen, den Tee möglichst lange im Mund zu behalten, bevor er heruntergeschluckt wird.[21]

Ein Quarkwickel ist eine weitere Möglichkeit, die Halsschmerzen zu lindern, da er eine entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindernde Wirkung hat.[22] Um den Wickel herzustellen, werden 200 g Quark mit einem Teelöffel Essig vermischt. Dann wird der Quark auf einem nassen Leinentuch verteilt, wobei darauf zu achten ist, dass die Quarkschicht ca. 2 cm dick ist. Dieses Tuch wird dann mit der Quarkseite auf den Hals gelegt und kann zusätzlich mit einem Schal befestigt werden.[23]

Medikamente

Von der Anwendung von Antibiotika bei einer Erkältung ist abzuraten, da diese Medikamente nicht gegen Viren wirken. Wenn die Erkältung ungewöhnlich lange anhält, kann das dadurch verursacht sein, dass neben der Virusinfektion auch eine bakterielle Infektion dazugekommen ist. Dann ist eine Therapie mit Antibiotika durchaus sinnvoll. Bevor ein Antibiotikum eingenommen wird, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da dieser am besten weiß, welches Antibiotikum wirkt.[24]

Bei Erkältungen treten auch Kopf- und Gliederschmerzen auf, die mit Paracetamol und Ibuprofen behandelt werden können. Diese Wirkstoffe helfen allerdings nicht gegen Husten und Schnupfen. Neben der schmerzlinderen Wirkung weisen diese Medikamente auch eine fiebersenkende Wirkung auf.Paracetamol wird gut vertragen. Es wurden nur selten Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet. Bei langer Einnahme können Leber- und Nierenschäden auftreten. Auch Kinder vertragen Paracetamol gut.[25] Bei der Einnahme von Ibuprofen können Magen-Darm-Erkrankungen auftreten. Außerdem erhöht der Wirkstoff das Blutungsrisiko. Personen, die schon einen Blutverdünner einnehmen, sollten auf die Anwendung von Ibuprofen verzichten.[26]

Bei einer Erkältung muss man nicht unbedingt einen Arzt aufsuchen, da die Erkältung normalerweise innerhalb von einer Woche vorübergeht. Wenn allerdings eine Atemnot, hohes Fieber und starke Schmerzen auftreten, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die Beschwerden über sieben Tage andauern, ist ein Arztbesuch nötig.[27]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung