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Chinesische Grippe

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Die Chinesische Grippe ist erstmals im Jahr 2013 in China ausgebrochen. Diese Variante der Vogelgrippe ist unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), da sie nicht nur Geflügel infiziert, sondern auch viele Menschen in China daran erkrankt sind.[1] Doch welche Bedeutung hat die Chinesische Grippe für den Menschen? Im Folgenden wird über Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt.

Fakten zum Thema

Die Chinesische Grippe ist eine Vogelgrippe (aviäre Influenza), d. h., die Viren lösen eine Influenza aus. Im Fall der Chinesischen Grippe handelt es sich um die Influenza A (H7N9). Sie ist ein Subtyp des H7-Stamms. Wie die Bezeichnung „Vogelgrippe“ vermuten lässt, infiziert diese Influenza hauptsächlich Geflügel. In einzelnen Fällen, d. h., bei sehr engem Kontakt mit infiziertem Geflügel, sind jedoch auch Infektionen beim Menschen möglich.

Biologische Hintergründe

Die Influenza wird durch Infektionen mit RNA-Viren ausgelöst, deren Genom segmentiert ist. Von besonderer Bedeutung sind die Oberflächenproteine Hämagglutinin und Neuraminidase. Hämagglutinin bindet an Zellrezeptoren und bewirkt die Aufnahme des Virus in die Wirtszelle. Neuraminidase spielt eine zentrale Rolle in der Freisetzung neu produzierter Viren aus den Wirtszellen.

Die Influenza-Viren sind genetisch relativ instabil. Ihr Genom unterliegt einer hohen Mutationsrate und es entstehen jährlich neue Subtypen. Zu den besonderen Merkmalen der Influenza-Viren zählen:

  • Eine große Anzahl an verschiedenen Influenza-Viren zirkulieren
  • Die RNA-Polymerase (Enzym, welches das genetische Material vervielfältigt) besitzt keine Fehlerkorrekturfunktion (proof-reading). Es kann infolgedessen zu genetischen Veränderungen der Influenza-Viren kommen (Antigendrift).
  • Bei einer gleichzeitigen Infektion einer Wirtszelle mit zwei unterschiedlichen Influenza-Viren ist ein Austausch ganzer Gensegmente möglich (Reassortment).[2]

Die Influenza A (H7N9) ist eine Reassortante aus zuvor zirkulierten Vogelgrippe-Viren. D. h., dass durch das oben beschriebene Reassortment eine neue Variante entstanden ist. Das Gen für Hämagglutinin konnte einem aviären H7-Virus zugeordnet werden. Das Genom für Neuraminidase hingegen stammt von einem aviären H11N9-Virus. Die übrigen 6 Gene wurden einem aviären H9N2-Virus zugewiesen.[3]

Die Chinesische Grippe besitzt weiterhin eine erhöhte Fähigkeit zur Infektion von Säugetieren und somit auch dem Menschen. Wie auch schon bei der Vogelgrippe H5N1 besteht die Gefahr, dass durch Reassortment neue gefährlichere Typen für den Menschen entstehen, die direkt von Mensch zu Mensch übertragbar sind.[4]

Krankheitsverlauf und Therapie

Die bisherigen Infektionen der Chinesischen Grippe beim Menschen haben eine sehr heftige Influenza ausgelöst. Bei vielen Betroffenen resultierte eine starke Atemwegsinfektion mit einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie). Weiterhin kam es zu hohem Fieber (Pyrexie). Die Letalität (Sterblichkeitsrate) liegt bei 20 %. Im Durchschnitt erkranken ältere Personen über 58 Jahren an dieser Influenza.[5]

Da es sich bei der Chinesischen Grippe um eine neue Variante handelt, die genetische Unterschiede zu den saisonalen Grippeimpfungen aufweist, ist eine Schutzimpfung bislang nicht möglich. Eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten konnte bei einigen Betroffenen den Krankheitsverlauf abschwächen.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe