Grippe: Wiki

RKI Grippe Karte

© PantherMedia / Viktor Cap

Die echte Grippe (Influenza, Virusgrippe) ist eine Infektionskrankheit der Atemwege. Sie tritt jährlich vermehrt in den Wintermonaten auf und betrifft alle Altersklassen. In Saisons, in denen besonders gefährliche Influenza-Stämme zirkulieren, kann dies in einer erhöhten Sterblichkeit (Mortalität) resultieren, sodass die Influenza von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit ist.[1]

Das Robert Koch Institut (RKI) leitet die „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ (AGI). Deren Aufgaben bestehen in der Überwachung und Berichterstattung akuter Atemwegserkrankungen, insbesondere der Influenza. Sie informiert über die aktuell zirkulierenden Influenza-Stämme und erstellt aufgrund ihrer gesammelten Daten eine Karte bezüglich der regionalen Verbreitung der Influenza[2]

Wo diese Karte zu finden ist, welche Prozesse und Gedanken dahinterstehen und welchem Krankheitsbild diese Maßnahme zugrunde liegt, soll im Folgenden vorgestellt werden.

Aufgabengebiet der „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ (AGI)

Die Arbeitsgemeinschaft ist eine Gemeinschaft von mitwirkenden Arztpraxen und des Robert Koch Instituts. Die Arztpraxen beteiligen sich an der Überwachung akuter Atemwegserkrankungen und werden als Sentinelpraxen bezeichnet. Ihre Arbeit ist ehrenamtlich und liefert wichtige Daten über die zirkulierenden Influenza-Viren. Die Praxen übermitteln einmal pro Woche einen Meldebogen an das RKI, in dem sie Angaben über die verzeichneten Atemwegserkrankungen machen. Die Daten liefern wichtige Informationen über Beginn und regionale Verbreitung der Influenza, sodass eine regionale bzw. bundesweite Beurteilung der jeweiligen Situation ermöglicht werden kann. Da die Grippe immer wieder zu schwerwiegenden Pandemien führt, wurde deren Überwachung vom Bund übernommen und die Arbeitsgemeinschaft wird aus öffentlichen Geldern finanziert.

Aufgrund der gesammelten Daten werden statistische Auswertungen durchgeführt und die regionale Verbreitung der Influenza in Form einer Landkarte grafisch dargestellt:[3]

https://influenza.rki.de/Default.aspx

Medizinische Fakten und Krankheitsbild

Die Grippe zählt zu den akuten Atemwegserkrankungen und ist eine Infektionskrankheit. Sie infiziert Zellen der Schleimhäute der Atemwege, wo es zur raschen Vervielfältigung und Verbreitung der Viren kommt. Sie ist hoch virulent. Bereits wenige Viruspartikel sind ausreichend, um eine Infektion einzuleiten. Im Gegensatz zur harmlosen Erkältung ist die Grippe eine ernsthafte Erkrankung, die mitunter zu schwerwiegenden Folgen und in selten Fällen zum Tod führen kann. Ihr Krankheitsverlauf ist vergleichsweise heftig und tritt plötzlich und stark ein. Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Husten (Tussis)
  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Halsschmerzen (Pharyngitis)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • hohes Fieber (Pyrexie)
  • starke Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit.[4]

Obgleich die Erkrankung für gewöhnlich nach 1-2 Wochen vollständig ohne Folgen abklingt, kann es besonders in den Risikogruppen zu schwerwiegenden Komplikationen mit erhöhter Sterblichkeit kommen. Die Risikogruppen umfassen:

  • ältere Personen über 60 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Schwangere
  • chronisch Kranke
  • Personen mit Schwächung des Immunsystems (unter Chemotherapie, AIDS etc.)
  • Personen, die in engem Kontakt mit Erkrankten stehen (Ärzte, Krankenschwestern, etc.).

Den genannten Risikogruppen wird daher eine jährliche Schutzimpfung empfohlen. Diese kann eine Prävention ermöglichen und mildert den Krankheitsverlauf deutlich ab, sodass die Sterblichkeit in den Risikogruppen um 90 % durch die Schutzimpfung gesenkt werden kann.[5]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe