Grippe: Wiki

Neue Grippe

© PantherMedia / Dmitriy Shironosov

Die Schweinegrippe hat überall auf der Welt und auch in Deutschland einige Schlagzeilen gemacht. Einige Jahre lang bestand eine reale Bedrohung durch die auch „neue Grippe“ genannte aggressive Virusinfektion. Heute wird das Risiko für Deutschland als nicht mehr gravierend angesehen. Welche Viren für die Schweingerippe verantwortlich sind, warum das Virus als mutierter Grippevirus so gefährlich ist und wie die Lage aktuell aussieht, soll im Folgenden erklärt werden.

Symptome und Verlauf

Ausgelöst wird die Schweinegrippe durch das Influenza-A-Virus des Subtyps H1N1. Dieser Subtyp ist bereits bekannt, da Erreger dieses Typs bereits die Pandemien der Spanischen und die Russischen Grippe auslösten. Der Subtyp der Schweinegrippe entstand wahrscheinlich aus der Fusion eines deutschen und eines amerikanischen Schweinegrippevirus. Die WHO rief am 11. September 2009 die Pandemie aus und erklärte sie ein Jahr später, am 10. August 2010, wieder für beendet. In diesem Zeitraum fielen der Grippe mehr als 18.400 Menschen zum Opfer.[1] Inzwischen wird das Risiko einer Erkrankung in Deutschland als eher gering eingestuft.

Übertragen wird die Schweinegrippe über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion. Die Tröpfcheninfektion bezeichnet die Übertragung des Virus über das Ausstoßen des Erregers in Form von kleinen Tropfen z.B. beim Husten oder Niesen und das Gelangen dieses über die Luft auf die Schleimhäute einer anderen Person. Die Schmierinfektion findet durch den direkten Händekontakt oder den Kontakt mit Oberflächen statt. Allerdings muss danach auch ein Hand-Mund- oder Hand-Nasen-Kontakt erfolgen.[2] Die Inkubationszeit der Schweinegrippe liegt zwischen ein und zwei Tagen, vereinzelt kann das Auftreten der Symptome auch 4 Tage dauern.[3] Die Symptome der Schweinegrippe sind denen der normalen Grippe sehr ähnlich.

In den ersten Tagen nach der Ansteckung kommt es sukzessive zu:

  • Müdigkeit
  • Fieber (Pyrexie)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Gliederschmerzen
  • Husten (Tussis)
  • Halsschmerzen (Pharyngitis)

Des Weiteren treten aber bei der Schweinegrippe häufig auch Erbrechen (Emesis) und Durchfall (Diarrhoe) auf. Dadurch gehen dem Körper zahlreiche wichtige Nährstoffe und Elektrolyte verloren. Werden diese nicht (im schlimmsten Fall durch eine Infusion) wieder ersetzt, können Betroffene durch Unterversorgung sterben.[4]

Behandlung

Eine Behandlung der Schweinegrippe sollte zeitnah nach dem Auftreten der Symptome, am besten innerhalb der ersten 48 Stunden, erfolgen. Medikamente werden bei dem Verdacht auf einen schweren Verlauf der Grippe verordnet. Neuraminidase-Hemmer wie Oseltamivir und Zanamivir werden häufig zur Bremsung der Virusvermehrung im Körper eingesetzt. Allerdings ist die Wirksamkeit noch nicht genau geklärt. Ebenfalls wird wie bei einer klassischen Grippe zu Bettruhe geraten, von der Arbeit oder der Schule sollte sich ferngehalten werden. Der Kontakt zu anderen Menschen ist zu meiden, um das Infektionsrisiko für andere zu verringern.[5] Ebenfalls sollte auf eine vitaminreiche Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Zu beachten

Im Jahr 2010 wurde die Grippe-Pandemie für beendet erklärt. Das Virus wurde durch spezielle Impfstoffe weitgehend eliminiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus vollständig verschwunden ist. Grundsätzlich besteht immer noch die Möglichkeit, sich mit Schweinegrippe anzustecken. Heute gibt es die Alternative, sich gegen Schweinegrippe impfen zu lassen. Mediziner empfehlen allerdings die Impfung nur Personen, die in bedrohte Gebiete reisen oder Personen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind (weil sie zum Beispiel im Labor mit kontaminierten Substanzen arbeiten).

Auch Personen mit einem eher schwachen Immunsystem sowie Kindern oder älteren Menschen wurde häufig zur Impfung geraten. Ein Arzt sollte in jedem Fall beim Auftreten der typischen Symptome der Schweinegrippe aufgesucht werden, damit ggf. eine schnelle Behandlung erfolgen kann. Um sich selbst und Personen in der Umgebung zu schützen, ist wie bei der normalen Grippe auch ratsam, sich häufig die Hände zu waschen, Niesen und Husten nicht in die Hand, sondern in den Ärmel zu tätigen und bei Symptomen zu Hause zu bleiben und andere Menschen zu meiden.

Bis heute sind knapp 250 Menschen in Deutschland an der Schweinegrippe gestorben. Seit 2010 sind jedoch keine neuen Zahlen mehr bekannt geworden.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe