Grippe: Wiki

RKI Grippe (Robert Koch Institut)

© PantherMedia / Viktor Cap

In der jährlichen Grippesaison, d. h. in den Wintermonaten, steigt die Zahl der Grippeerkrankungen an und erreicht ihren höchsten Wert in den Monaten Januar und Februar.[1] Insbesondere in dieser Zeit steigt das Interesse an der echten Grippe (Influenza, Virusgrippe) und deren Prävention in der Bevölkerung.

Die „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ des Robert Koch Instituts (RKI) informiert auf ihrer Internetseite über die aktuelle Aktivität der Influenzavirensowie über Forschungsprojekte und Schutzimpfungen.[2] Im Folgenden wird über dessen Aufgabengebiet informiert.

Robert Koch Insitut

Das Robert Koch Institut ist eine zentrale Einrichtung des Bundes und gehört dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) an. Das Aufgabengebiet umfasst die Krankheitsüberwachung und -prävention sowie die biomedizinische Forschung, wobei der besondere Schwerpunkt auf den Infektionskrankheiten liegt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen als Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen und das RKI wirkt bei der Entwicklung von Normen und Standards mit.[3]

Medizinische Fakten

Die Grippe muss eindeutig von der harmlosen Erkältungskrankheit bzw. dem grippalen Infekt abgegrenzt werden. Die Influenza-Viren gehören der Familie Orthomyxoviridae an, d. h. es sind Orthomyxoviren. Ihnen werden die 3 Typen Influenza A, B und C zugeteilt, wobei je nach Oberflächenstruktur unterschieden wird.

Die Influenza-Viren sind einzelsträngige RNA-Viren mit segmentiertem Genom[4]. Zu den besonderen Merkmalen der Influenza-Viren zählen:

  • Die Erkrankungen werden durch genetisch sehr verschiedene Influenzaviren bzw. Subtypen ausgelöst.
  • Da die RNA Polymerase (Enzym, welches das genetische Material vervielfältigt) im Gegensatz zu DNA Polymerasen keine Fehlerkorrekturfunktion (proof-reading) besitzt, unterliegen die Influenza-Viren einer stark erhöhten Mutationsrate, sodass es zu ständigen Veränderungen der zirkulierenden Influenza-Stämme kommt (Antigendrift).
  • Bei der zeitgleichen Infektion einer Wirtszelle mit zwei verschiedenen Viren kann es aufgrund des segmentierten Genoms der Influenza-Viren zum Austausch ganzer Gensegmente führen (Reassortment), was in neuen Eigenschaften des Virus resultiert. Insofern hiervon die Oberflächenantigene Hämagglutinin oder Neuraminidase betroffen sind, ist die Entstehung neuer Influenzasubtypen möglich.[5]
  • Die Influenza A betrifft nicht nur den Menschen, sondern die Viren infizieren darüberhinaus Tierpopulationen wie Vögel und Schweine. Bei engem Kontakt zu erkrankten Tieren kann es daher zu einzelnen Erkrankungen bei Menschen führen.[6]

Die „Arbeitsgemeinschaft Influenza“

Die „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ (AGI) steht unter der Leitung des Robert Koch Instituts. Die zentrale Aufgabe besteht in der ganzjährigen Überwachung und Berichterstattung akuter Atemwegserkrankungen und damit insbesondere der Influenza. Die Arbeitsgemeinschaft informiert über Verlauf und Stärke der jeweils zirkulierenden Influenzastämme, was zeitnahe Empfehlungen zur Prävention und Therapie der Infektionskrankheit ermöglichen soll.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe