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Influenza Virus RNA Genome

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Das Influenza-Virus gehört zu einer Gruppe von Viren, die beim Menschen alle ähnliche Symptome hervorrufen können. Welche Auswirkungen Viren auf den Menschen haben, wird durch ihre RNA bestimmt. Die RNA befindet sich im Inneren der Viren und beinhaltet die Gesamtheit der viralen Gene (Genom). Verschiedene Viren unterscheiden sich durch ihre Genome.[1]

Was RNA ist, was sie ausdrückt und wofür die RNA der Viren verantwortlich ist, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Die Influenzaviren gehören zu der Familie der Orthomyxoviren. Sie werden in die Subtypen A, B und C und das Thogotovirus eingeteilt. Für die Infektion beim Menschen haben Influenza A- und B-Viren die größte Bedeutung. Die Orthomyxoviren kennzeichnen sich durch ein einzelsträngiges, segmentiertes RNA Genom in negativer Orientierung (-ssRNA). Des Weiteren weisen alle Orthomyxoviren eine Hülle auf.

Die Hülle der Viren enthält Proteine, die wichtig beim Eindringen des Virus in die menschlichen Zellen und bei der Freisetzung neuer Viruspartikel sind. Die beiden wichtigsten Proteine sind Hämagglutinin und Neuraminidase. Diese Oberflächenstruktur macht die Influenza-Viren aber auch anfällig für äußere Einflüsse. Influenza-Viren reagieren besonders empfindlich auf:

  • Hitze
  • organische Lösungsmittel wie Seife
  • bestimmte oberflächenaktive Substanzen, wie zum Beispiel Formaldehyd
  • UV-Bestrahlung[2]

Genaueres zum Genom

Die Virus-RNA besteht aus linearer, einzelsträngiger RNA. Ein einzelner RNA-Strang setzt sich je nach Art des Virus aus verschiedenen Abschnitten zusammen. Es werden 8 Abschnitte bei Influenza A- und B-Viren, 7 bei Influenza C-Viren und 6 beim Thogoto-Virus unterschieden. Die RNA codiert für bis zu elf verschiedene Proteine. Diese werden wiederum in zwei Gruppen eingeteilt: Struktur- und Nicht-Strukturproteine. Struktur-Proteine sind solche Proteine, die für den Aufbau neuer Virus-Partikel gebraucht werden. Nicht-Struktur-Proteine dienen der Bildung und der Freisetzung neuer Viren. [3]

Risiken

Im Genom der RNA-Viren können ebenso wie im menschlichen Genom zufällige Veränderungen (Mutationen) der RNA entstehen. Solche Mutationen betreffen meist eine einzelne Bausteine der RNA (inbesondere die Basen) und werden als Punktmutationen bezeichnet. Der Mensch kann eine Immunität gegen bestimmte Oberflächenstrukturen, welche durch die RNA codiert werden, der Influenza-Viren aufbauen. Besteht allerdings eine Mutation im Genom, werden Oberflächeneigenschaften der Viren verändert. Eine bestehende Immunität geht somit verloren bzw. wird abgeschwächt. [4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe