Grippe: Wiki

Echte Grippe

© PantherMedia / Kamil Macniak

Influenza ist der medizinische Fachbegriff für eine „echte“ Grippe, welche, trotz ähnlicher Symptomatik, von einer einfachen Erkältung (grippaler Infekt) abgegrenzt werden muss. Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten treten bei beiden Erkrankungen auf. Im Gegensatz zum grippalen Infekt beginnt die Virusgrippe jedoch mit neben den genannten Symptomen mit typischerweise plötzlich hohem Fieber (39°-40°) und starkem Krankheitsgefühl.[1][2][3][4]

Symptome & Verlauf

Die Influenzaviren A,B,C werden anhand bestimmter Oberflächenstrukturen des Orthomyxovirus, die entscheidend für dessen Wirtsspezifität sind, unterteilt .[3]Als für den Menschen klinisch relevant gelten nur die Stämme A und B.

Das Erbgut der Viren der Influenza A und B ist gelegentlichen, kleineren Mutationen unterworfen, was direkte Konsequenzen bei der Wahl des Grippeimpfstoffs hat. Eine überstandene Grippe oder eine erfolgte Impfung kann nur gegen Viren mit sehr hoher genetischer VerwandtschaftImmunität gewährleisten. Kontinuierlich entstehende Genvarianten sind verantwortlich für die jährlich entstehenden Grippewellen und vorhandene Impfstoffe müssen hinsichtlich ihrer Kompatibilität überprüft werden.

Die hohe Ansteckungsgefahr der Virusgrippe liegt unter anderem am typischen Infektionsweg sowie der kurzen Inkubationszeit von 1-2 Tagen. Übertragen werden können die Viren durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten; besonders kleine Partikel gelangen durch Atmen oder Sprechen auf dem Luftweg zum nächsten Wirt. Darüber hinaus gilt das Händeschütteln als häufiger Virusüberträger, da dort haftende Sekrete auf die nächste Person übertragen werden und durch anschließenden Hand-Mund- oder Hand-Nase-Kontakt Erreger zu den Schleimhäuten gelangen.[2 ] Dort kann das Virus sich vermehren und nachfolgend die Strukturen der Lunge befallen, wo es das Flimmerepithel des Atmungstraktes schädigt. Der entstandene Schaden begünstigt wiederum das Auftreten von bakteriellen Superinfektionen.[3] Die durchschnittliche Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt 7 Tage.

Nach dem grippetypischen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, trockenem Reizhusten, Hals- und Kopfschmerzen, beträgt die Erkrankungsdauer meist 5-7 Tage. Symptome wie Schweißausbrüche, allgemeines Schwächegefühl, Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall können die Leitsymptome begleiten.[2]

Behandlung

Die am häufigsten angewandte Therapieform beschränkt sich bei einfachen Verläufen von Nicht-Risikogruppen auf eine Reduktion der Symptome. Zu den Risikogruppen zählen meist ältere Menschen, Kinder unter 5 Jahren und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen wie chronischen Herz- und Lungenkrankheiten, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder bestehenden Immundefekte. Auch Schwangere, besonders in einem fortgeschrittenen Stadium, leiden häufiger unter schweren Verläufen. Hinweisende Symptome können sein:

  • hohes Fieber länger als 3 Tage
  • Luftnot, Schwierigkeiten beim Atmen und blaue Lippen
  • blutiger Auswurf oder Brustschmerz
  • Schläfrigkeit und Verwirrtheit
  • konzentrierter, dunkler Urin und verminderte Flüssigkeitsaufnahme.

In solchen Fällen prüft der Arzt den möglichen Einsatz einer frühzeitigen antiviralen Therapie. Diese umfasst heutzutage überwiegend bestimmte Substanzen (Neuraminidasehemmer), welche einen Teil der viruseigenen Oberflächenstrukturen hemmen und somit die Virusvermehrung im Körper stoppen.[2] Darüber hinaus werden Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr[3] meist als wohltuend empfunden und können die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen.

Vorbeugend empfiehlt sich eine jährliche Grippeschutzimpfung im Zeitraum Oktober/November. Der Impfstoff enthält in der Regel inaktivierte Virusbestandteile und regt im Körper eine spezifische Antikörperproduktion an. Bei einer Infektion kann dann auf die bereits vorgefertigten Antikörper in den Gedächtsniszellen des Immunsystems zurückgegriffen werden.[5]

Zu beachten:

Aufgrund der meist nur für wenige Monate anhaltenden Immunität empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) eine jährliche Auffrischung der Grippeimpfung. Eine zusätzliche Unterstützung des Immunsystems durch aktive Immunisierung kann sich hier günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Darüber hinaus helfen persönliche Vorsichtsmaßnahmen das Ausbreiten der Erreger einzudämmen. Es wird empfohlen Mund und Nase beim Husten und Niesen mit der Ellenbeuge und nicht mit der Hand zu bedecken, grundsätzlich auf eine sorgfältige Händehygiene zu achten und regelmäßig zu lüften. Bereits Erkrankte sollten nach Möglichkeit während der ansteckenden Phase zu Hause bleiben. Werden hingegen Symptome bemerkt, die auf einen schwerwiegenden Verlauf hindeuten, ist ein Arztbesuch angeraten.[2][5]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe