Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Fieber und Müdigkeit

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Die Kombination der Symptome Halsschmerz, Fieber und Müdigkeit tritt oftmals im Rahmen eines Erkältungsgeschehens auf. Dieses wird zumeist durch eine viral, seltener bakteriell bedingte entzündliche Reaktion der Schleimhäute der oberen Atemwege verursacht.

Im Folgenden sollen medizinischer und biologischer Zusammenhang dieser häufigen Symptomkonstellation dargelegt und Ratschläge zum Umgang mit der Erkrankung gegeben werden.

Medizinischer Zusammenhang

Je nach Quelle wird eine Erhöhung der rektal gemessenen Körpertemperatur über 37°C oder 38°C als Fieber bezeichnet. Auch die Einteilung des Schweregrades der Temperaturerhöhung ist uneinheitlich. Temperaturen zwischen 37°C und 38°C bzw. 38,4°C gelten als subfebril, ab 38,5°C spricht man von hohem und ab 40,5°C von extremem Fieber. Die häufigsten Ursachen von Fieber sind Infektionskrankheiten, v.a. Erkältungen, darüber hinaus Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen. Auch Drogenkonsum, hormonelle und metabolische Störungen können eine Temperaturerhöhung verursachen. Fieber ist dabei nicht als Erkrankung, sondern als Symptom zu werten. [1]

Müdigkeit (Fatigue) tritt häufig als Begleiterscheinung von Fieber auf, kann darüber hinaus aber vielfältige Ursachen haben. Ist sie durch einen absoluten Schlafmangel des Körpers bedingt, spricht man von nichtorganischer (physiologischer) Müdigkeit, tritt sie im Rahmen akuter oder chronischer Erkrankungen in Erscheinung, so wird sie als organische (pathologische) Müdigkeit bezeichnet. [2]

Halsschmerzen sind häufig das initiale Symptom eines grippalen Infektes, der im Verlauf oftmals von Fieber und Müdigkeit begleitet wird. Die Schmerzen werden durch eine zumeist viral, seltener bakteriell bedingte entzündliche Reaktion der Rachenschleimhaut verursacht. Eine Erhöhung der Körpertemperatur spricht für eine regulierte Änderung der Homöostase (physiologische Selbstregulierung des Organismus), die eine effizientere Bekämpfung der Krankheitserreger ermöglicht. Halsschmerzen können mit Schluckbeschwerden sowie einem Anschwellen von Mandeln und Halslymphknoten einhergehen. [3,4]

Biologischer Zusammenhang

Ort der zentralen Temperaturregulation des menschlichen Körpers ist die Regio praeoptica des Hypothalamus (Abschnitt des Zwischenhirns). In noch nicht vollständig erforschten neuronalen Regelkreisen findet hier ein stetiger Abgleich zwischen Soll- und Ist-Temperatur des Körpers statt. Insgesamt lässt sich Fieber als Ergebnis einer komplex abgestimmten Koordination des Immunsystems mit dem Nervensystem zusammenfassen. Kommt es im Rahmen eines entzündlichen Geschehens zu einer Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, sog. Pyrogene, erhöht sich der Soll-Wert der Körpertemperatur, der Ist-Wert wird angepasst und der Organismus fiebert. Dies geschieht mithilfe von Wärmeproduktion und -einsparung (Kältezittern, Gefäßverengung, Hemmung des Schwitzens, Aktivierung des Stoffwechsels). Die erhöhte Temperatur dient v.a. einer Verbesserung der Immunantwort. Prozesse in weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die der Eliminierung von Erregern dienen, laufen bei erhöhten Temperaturen beschleunigt ab.

Die das Fieber begleitend und oftmals in Erscheinung tretende Müdigkeit, signalisiert dem Organismus einen erhöhten Bedarf an Ressourcen und körperlicher Schonung aufgrund des Infektgeschehens. Eine Verausgabung führt zum Verbrauch dringend benötigter Energieträger und kann das Immunsystem schwächen.

Tritt eine Kombination aus Fieber, Müdigkeit und Halsschmerzen auf, ist von einer generalisierten Antwort des Körpers auf die Infektion von Schleimhautzellen im Rachenbereich auszugehen. Bei Befall körpereigener Zellen durch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien sammeln sich Leukozyten am Ort des infektiösen Geschehens und schütten sog. Entzündungsmediatoren aus, die zu einer lokalen und systemischen inflammatorischen Reaktion führen. Diese beinhaltet neben Schmerzen, Rötung und Schwellung auch Abgeschlagenheit und einen Anstieg der Körpertemperatur. [5,6]

Besonderheiten

[7] Fieber ist eine physiologische Reaktion des Organismus und zielt auf eine Beseitigung einer pathologischen Veränderung ab. Dank einer regulatorischen Begrenzung kommt es nur in seltenen Fällen zu einer Erhöhung der Temperatur über 41°C. Da es sich bei Fieber nicht um eine Erkrankung, sondern um ein Symptom handelt, sollte sich die Therapie primär gegen die auslösende Ursache richten. Es ist nicht erwiesen, dass fiebersenkende Maßnahmen zu einer Verkürzung des Krankheitsgeschehens führen, da die Infektabwehr bei erhöhter Temperatur effizienter abläuft.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen