Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen und Ohrenschmerzen

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Sowohl Halsschmerzen auch als Ohrenschmerzen gelten als typische Symptome für eine Erkältung, diese kann sowohl viral als auch bakteriell bedingt sein.[1] Mit den folgenden Erläuterungen sollen die medizinischen Fakten von Hals- sowie Ohrenschmerzen, die biologischen Zusammenhänge dieser Symptome und die Risiken bei einer Erkältung erklärt werden.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung, auch bekannt unter dem Synonym grippaler Infekt, weist in der Regel folgende Begleiterscheinungen auf:

  • Halsschmerzen (Pharyngitis)
  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Husten (Bronchitis)
  • Ohrenschmerzen (Otitis)
  • Allgemeine Abgeschlagenheit

Die Symptome werden durch einen von ca. 200 verschiedenen Erkältungsviren ausgelöst, welche allerdings nicht weiter gefährlich sind. [2] Hat man sich nicht mit einem harmlosen Erkältungsvirus, sondern mit dem etwas ernsterem Grippe-Virus (Influenza) infiziert, ist vor allem ein plötzlich eintretendes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber (bis 41 °C) typisch. [2]

Auch das Mumpsvirus und ein Herpes-Virus (Eppstein-Barr-Virus) können unter anderem zu Ohrenschmerzen und Schluckbeschwerden führen. Mumps (Parotitis epidemica) bezeichnet eine Entzündung der großen Kopfspeicheldrüsen, das Herpes-Virus löst das so genannte Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose) aus.[3]

Bakterielle Infektionen können isoliert auftreten oder als Superinfektion im Rahmen einer viralen Erkrankung vorkommen. Vor allem Streptokokken, aber auch Bakterienarten wie z. B. Staphylokokken, Haemophilus influenzae und viele andere, können zusätzlich zu einer Erkältung eine akute Entzündung der Rachenmandeln (Angina tonsillaris) hervorrufen, mit Halsschmerzen, die bis auf die Ohren ausstrahlen. Außerdem sind sie häufig für bakterielle Infektionen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) verantwortlich, welche sich durch eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen sowie Druckgefühl im Bereich von Stirn, Augen und Nase bemerkbar machen.[4]

Viren und Bakterien werden über Tröpfcheninfektion, also beim Sprechen, Niesen oder Husten übertragen.[5]

Biologischer Zusammenhang

Sowohl im Hals- und Rachenbereich, wie auch im Mittelohr befindet sich eine Schleimhaut, ein Virenbefall dieser resultiert immer in einer Entzündung des befallenen Areals. Eine entzündete Schleimhaut reagiert auf den Erreger, indem sie anschwillt, vermehrt Schleim produziert, vermehrt durchblutet wird und dadurch stark gerötet erscheint und sie wird folglich auch besonders schmerzempfindlich. Durch diese vermehrte Durchblutung und Flüssigkeitsansammlung soll der Erreger besser bekämpft und dann direkt ausgeschwemmt werden.[6] Die Entzündungsreaktion lockt so alle Abwehrzellen an, um den schädigenden Reiz zu beseitigen. Die Schleimhaut ist von einem dichten Nervennetz durchzogen, weshalb es bei Schwellungen und Druck durch Flüssigkeitsansammlungen schnell zu Schmerzen in Ohren oder Hals kommen kann. Halsschmerzen stehen meist zu Beginn einer Erkältung, da der Keimeintritt über die Atemwege erfolgt. Die Mittelohrentzündung kommt meist erst im Laufe der Erkältung hinzu, welches sich durch den Entstehungsmechanismus erklären lässt. Das Mittelohr steht über die Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) in direkter Verbindung mit dem oberen Rachenraum (Nasopharynx)[3] . Schwillt die Nasenschleimhaut infolge einer Erkältung an, wird die Ohrtrompete eingeengt und es kommt zu Belüftungsstörungen, wodurch ein optimaler Nährboden für Bakterien entsteht. Der Sekretabfluss aus dem Mittelohr ist gestört und der Ohrendruck steigt, wodurch das Trommelfell gerötet und vorgewölbt erscheint und die Schmerzen im Ohr sich verschlimmern.

Zu beachten

Bei weniger als vier Erkältungen pro Jahr, braucht man sich als Erwachsener noch keine Sorgen zu machen. Jedoch kann man zur Vorbeugung grippaler Infekte versuchen, große Menschenansammlungen zu meiden und sich vermehrt die Hände zu waschen. Kommen schwerere Symptome wie Fieber über 39° C, Schüttelfrost, schwere Kopfschmerzen, Halssteifheit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder Schmerzen in der Brust hinzu, sollte man einen Arzt aufsuchen. Das Trommelfell kann von selbst aufreißen, wodurch Sekret austritt, es wächst aber auch ohne Probleme von selbst wieder zu.[7] Verdächtigt man eine bakterielle Infektion, kann der Arzt einen Abstrich für einen Streptokokkenschnelltest entnehmen, da in diesem Fall ein Antibiotikum hilft. [4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen