Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen (Virus)

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Unter Halsschmerzen versteht man Beschwerden im Rachenraum, welche seit höchstens vierzehn Tagen bestehen. Sie beruhen in der Regel auf eine akute selbstlimitierende Infektion durch Viren im Bereich der oberen Luftwege, die im Verlauf von 3-5 Tagen wieder von alleine abklingen.

Je nach Ort der Entzündung spricht man von einer Rachenentzündung (Pharyngitis), Entzündung der Nasenschleimhaut und Rachenschleimhaut (Rhinopharyngitis), Entzündung der Luftröhre (Tracheitis), Stimmband- oder Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder akuten Mandelentzündung (akuten Tonsillitis) bzw. Tonsillopharyngitis.
Diese Entzündungen sind klinisch, d.h. das Beschwerdebild betreffend, meist nicht sicher voneinander abzugrenzen. Sie werden deshalb oft unter der Definition Rachenentzündung bzw. –infektion oder Pharyngitis zusammengefasst.
Hauptsymptom sind dabei Halsschmerzen[1][2].

Auf Halsweh bei einer Reizung der Rachenschleimhaut durch (Passiv-) Rauchen, Staub, trockene Luft oder sonstige physikalischen oder chemischen Reize wird hier nicht weiter eingegangen.

Medizinische Fakten

Die überwiegende Zahl der akuten Halsinfektionen ist viral bedingt. Ca. 50–80 % der Fälle sind durch Viren (Rhino-, Adeno-, Corona-, Influenza- und Parainfluenzaviren etc.) bedingt, in etwa einem Drittel lässt sich gar kein Erreger nachweisen.
Die Übertragung erfolgt häufig über die Hände (Schmierinfektion) oder über die Luft perTröpfcheninfektion (Husten, Niesen). Halsschmerzen aufgrund einer Pharyngitis dauern in der Regel nur wenige Tage (3-5) und haben in der Regel eine sehr hohe Spontanheilungstendenz.
Die virale Pharyngitis ist die häufigste Ursache von Halsschmerzen (50-80%). Ein großer Teil der milderen Pharyngitisformen tritt im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf. Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Abgeschlagenheit, Fieber oder schmerzhaft geschwollene Lymphknoten sind dabei oft weitere Symptome.
Sind hauptsächlich die seitlich im Rachen liegenden Gaumenmandeln betroffen, spricht man auch von einer Mandelentzündung(Tonsillitis oder Anginatonsillaris)[1].
Nicht selten können auch Bakterien Auslöser für Halsschmerzen sein. Eine Ansteckung durch verschiedene Streptokokken-Stämme ruft Krankheiten wie zum Beispiel Angina oder Scharlach hervor.

Biologischer Zusammenhang

Wie schon erwähnt, sind virale Infekte die häufigste Ursache für Halsschmerzen bzw. für die Entzündung der Rachenschleimhaut.

Die Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Organismus auf die Infektion durch Viren. Ein gut funktionierendes Abwehrsystem ist auch sinnvoll, damit Viren oder auch Bakterien in den oberen Luftwegen (Nase, Rachen, Kehlkopf) abgefangen und bekämpft werden.
Als natürliche Reaktion des Körpers schwilltdie Schleimhaut im Rachen bei einer akuten Rachenentzündung an. Dabei werden die Schleimhäute im Hals stärker durchblutet. Dies hat weitere Entzündungszeichen wie einen stark geröteten, schmerzhaften und/oder verschleimten Rachen zur Folge. Ebenso können im Rachen bzw. auch an der Rachenmandel weiß-gelbliche Eiweiß (Fibrin)-Beläge auftreten.
Durch den Gewebsschwund kommt es zum Druck auf bestimmte Nervenenden. Die gesamten Vorgänge werden nun über Nervenleitungsbahnen dem Gehirn gemeldet. Ergebnis dieser Entzündungsreaktion sind Halsschmerzen[2].

Zu beachten

In der Regel lassen durch Viren verursachte Halsschmerzen, oft im Rahmen einer Erkältung, nach 2-3 Tagen deutlich nach.

Innerhalb einer Woche sind diese meistens komplett verschwunden.
Bei Halsschmerzen, die länger als sieben Tage andauern, mit Luftnot, starken Schluckbeschwerden, hohem Fieber (> 38,5 Grad Celsius), starker Heiserkeit oder Schmerzen hauptsächlich auf einer Seite des Halses, einhergehen, sollten man nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen[2].
Studien haben gezeigt, dass Halsschmerzen bzw. Halsbeschwerden sich als Hauptanliegen in Hausarztpraxen ermitteln lassen[1].
An einer Infektion durch Erkältungsviren kann grundsätzlich jeder Mensch erkranken. Mehrere Infektionen pro Jahr sind auch bei Erwachsenen keine Seltenheit.
Vermeidung von Kontakt mit erkälteten Personen und sorgfältige Händehygiene, insbesondere in den Wintermonaten, zählen zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmenzur Verminderung und Verbreitung von Erkältungsviren.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen