Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Kopfschmerzen & Gliederschmerzen

© PantherMedia / Antonio Guillen Fernández

Halsschmerzen, Kopfschmerzen (Cephalgie) und Gliederschmerzen gehören zusammen mit Fieber (Pyrexie) zu den häufigsten Symptomen bei einer Erkältung oder Grippe (Influenza). Sie entstehen durch eine von Viren hervorgerufene Entzündung des Hals-Nasen-Traktes.

Welche medizinische Faktenlage diesen Symptomen zugrunde liegt und welche biologischen Prozesse dabei konkret ablaufen, soll im Folgenden thematisiert werden.

Medizinische Fakten

Hals-, Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber sind meist die ersten Symptome einer echten Grippe. Im Rahmen einer Erkältung kann es ebenfalls zu diesen Symptomen kommen. Dabei sind Gliederschmerzen und Fieber jedoch viel seltener. Halsschmerzen beginnen meist mit einem juckenden, rauen Gefühl, welches von Schluckbeschwerden begleitet wird.[1] Kopfschmerzen sind oft einseitig und ziehen sich von den Nasennebenhöhlen drückend über eine Gesichtshälfte. Gliederschmerzen können in sämtlichen Extremitäten gleichzeitig auftreten oder auch nur einen Arm beziehungsweise ein Beinbetreffen. Fieber weist darauf hin, dass der Körper sich intensiv gegen den Krankheitserreger zur Wehr setzt.[2] Durch den Temperaturanstieg werden hitzeempfindliche Erreger abgetötet. Zudem arbeiten bestimmte Immunzellen (Monozyten, Makrophagen, Lymphozyten) bei einer Temperatur von 38-41° am besten.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Halsschmerzen im Erkältungsfall werden durch die Viren verursacht. Diese rufen eine Entzündung im Rachen (Pharyngitis) hervor. Dabei werden freie sensiblen Nervenfasern gereizt, welche die Information Schmerz an das Gehirn senden.[4]

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sorgt dafür, dass auch dort Nerven gereizt werden, was sich in Kopfschmerzen auf der betreffenden Seite äußern kann.[5]

Werden die Viren vom Körper bemerkt, setzt dieser eine Vielzahl an chemischen Botenstoffen frei, um diese zu bekämpfen. Dazu gehören Prostaglandine, Interleukine und Leukotriene, die Stoffe mobilisieren und Immunzellen (Makrophagen, Monozyten, Granulozyten und Lymphozyten), welche die Viren zerstören, aktivieren.

Dabei werden auch Entzündungsmediatoren frei, die Schmerzen verursachen können. Zu diesen gehören Kinine (z.B. Bradykinin), Prostaglandine (insbesondere Prostaglandin E2) und Substanz P, durch die es zu Gliederschmerzen kommt.[6]

Die Mediatoren gelangen über das Blut auch zum Gehirn, wo sie über verschiedene weitere Botenstoffe eine Temperaturverschiebung im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) auslösen. Der Körper drosselt die Wärmeabgabe über die Haut. Daher ist sie anfangs trocken, blass und kalt. Um die Wärmeproduktion zu steigern, fangen die Muskeln an zu zittern (Schüttelfrost).[7]

Risiken

Die Symptome zeugen alle davon, dass sich der Körper mit der Erkrankung auseinandersetzt. Wenn sie jedoch nach sieben Tagen nicht besser werden, sollte ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.

Bei Babys und Kleinkindern kann Fieber das Auftreten eines Krampfes begünstigen, der jedoch nicht lebensgefährlich ist. Dennoch sollte mit allen Kindern, welche eine Temperatur über 38,5 °C aufweisen, sicherheitshalber zum Arzt gegangen werden. Erwachsene sollten bei Fieber über 40 °C, das länger als einen Tag anhält, den Rat eines Arztes einholen. In beiden Fällen sollte während einer Fieberepisode genügend getrunken werden, um eine Austrocknung (Dehydratation) des Körpers zu vermeiden.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen