Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Starke Halsschmerzen + Ohrenschmerzen

© PantherMedia / ptnphoto

In den Herbst und Wintermonaten zählen Halsschmerzen als typisches Erkältungssymptom zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Erkältungen gehen wiederum fast ausschließlich auf eine virale Infektion zurück und heilen im Normalfall von selbst aus. Allerdings beschränken sich die Schmerzen oft nicht nur auf den Hals, sondern betreffen mitunter auch die Ohren.[1] Die Hintergründe dieses Beschwerdebildes sollen im Folgenden besprochen werden.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung bzw. ein ‚grippaler Infekt‘ geht in über 90% der Fälle auf eine Infektion mit dem so genannten Rhinovirus zurück und befällt unter anderem die Schleimhäute des oberen Atemtraktes.[2] Betroffene empfinden neben einem vermehrten Sekretfluss aus der Nase sowie einer erschwerten Nasenatmung außerdem ein trockenes, kloßiges Gefühl im Rachen (Globusgefühl) und klagen über Schluckbeschwerden. Auch Ohrenschmerzen im Rahmen einer begleitenden Mittelohrentzündung (Akute Otitis media) gehören zum Beschwerdebild und betreffen in der Mehrzahl der Fälle Kinder.[3]

Biologischer Zusammenhang

Die Schleimhäute des oberen Atemtraktes dienen den Rhinoviren als Eintrittspforte. Sie befallen die Zellen des dortigen Gewebes und veranlassen diese dazu, neue Viren zu produzieren. Das Immunsystem des Menschen erkennt die viral infizierten Zellen und bekämpft sie umgehend. Die bei dieser Entzündungs- bzw. Immunreaktion freiwerdenden Botenstoffe (Prostaglandine) aktivieren die Schmerzrezeptoren des Rachens.[4] Dies wird von den Betroffenen als Halsschmerz empfunden. Über den selben Mechanismus können die Erreger auch eine schmerzhafte Mittelohrentzündung hervorrufen, denn in manchen Fällen steigen die Viren über die so genannte Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) vom Rachenraum in die Paukenhöhle auf. Kommt es im Ohr neben dem viralen Befall zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien (Superinfektion), bildet sich Eiter im Mittelohr, der dumpfe oder pochende Druckschmerzen verursacht. Diese lassen sofort nach, wenn das Trommelfell an einer winzigen Stelle einreißt (Perforation) und sich das Sekret über den äußeren Gehörgang entleeren kann.

Zu Beachten

Der Verlauf einer bakteriellen Superinfektion erweist sich meist als komplizierter und langwieriger als der alleinige Befall durch Viren, denn Komplikationen treten mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. Zu den Risiken zählen eine Verschleppung der Erreger in die Blutbahn mit daraus resultierender Blutvergiftung (Sepsis), eine Entzündung des knöchernen Warzenfortsatzes am Hinterkopf (Mastoididtis) sowie eine Entzündung der Hirnhäute (Menigitis). Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Symptome, bei Fieber mit Schüttelfrost sowie beim Auftreten von schmerzhafter Nackensteife muss daher umgehend ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen