Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Hals-, Ohren-, Nackenschmerzen

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Hals-, Ohren- und Nackenschmerzen sind drei häufig auftretende Beschwerdebilder, welche gemeinsam z. B. im Zuge eines einfachen grippalen Infekts oder einer Grippe, aber häufiger isoliert in Erscheinung treten können. Hierbei gibt es eine Reihe ursächlicher Erkrankungen, wie Mittelohrentzündung, Mastoititis oder Muskelverspannungen, welche in Betracht gezogen werden müssen. In diesem Text soll über die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Tipps bei Hals-, Ohren- und Nackenschmerzen aufgeklärt werden.

Medizinische Fakten

Beschwerden in Hals, Ohren und Nacken können im Falle eines grippalen Infekts oder einer Grippe gemeinsam vorhanden sein.

Diese zwei Krankheitsbilder werden durch Viren verursacht, welche eine Entzündung im Hals-, Nasen-, Rachenraum hervorrufen mit folgender Schwellung, Rötung und Schmerzhaftigkeit der Schleimhäute.

Ein grippaler Infekt (Erkältung) äußert sich meist durch Halsschmerzen, verstopfte Nase, Abgeschlagenheit und leicht erhöhte Temperatur. Bei einer Grippe (durch Influenzaviren ausgelöst) ist zusätzlich hohes Fieber typisch.

Schmerzen in Ohren oder Nacken müssen nicht zwangsläufig auftreten, können sich aber als Folge einer solchen Erkrankung entwickeln.

Dem isolierten Auftreten dieser Beschwerden liegen viele Erkrankungen zu Grunde, welche nun besprochen werden sollen:

  • Halsschmerzen: Am häufigsten treten sie, wie oben beschrieben, im Zuge eines grippalen Infektes oder einer Grippe auf. Je nach Lokalisation der Entzündung im Hals unterscheidet man eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Pharyngitis (Rachenentzündung) oder Tonsillitis (Mandelentzündung). Es können aber auch Erkrankungen wie wie Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose) oder eine eitrige Angina zu Halsschmerzen führen.[1]
  • Ohrenschmerzen: Eine vor allem bei Kindern sehr häufig auftretende Erkrankung ist die Mittelohrentzündung (Otitis media). Diese wird meist durch Bakterien (Pneumokokken, Haemophilus influenzae) ausgelöst, welche beim Vorliegen einer Pharyngitis über die Ohrtrompete zum Mittelohr aszendieren, wodurch dort eine Entzündung entstehen kann. Die Otitis media äußert sich durch stechende oder pulsierende, einseitige Ohrenschmerzen mit meist einhergehendem Fieber und Abgeschlagenheit. Die Gefahr einer Mittelohrentzündung besteht, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, in der Entwicklung einer akuten Mastoititis. Dabei handelt es sich um eine Ausbreitung der Mittelohrentzündung in die umliegenden Knochenstrukturen mit folgender eitriger Einschmelzung in den Knochen (das Mastoid). Die Symptomatik besteht aus abstehenden Ohren und retroaurikulärer Schwellung.[2]
  • Nackenschmerzen: Das Auftreten von Nackenschmerzen ist nicht immerätiologisch eindeutig. Sehr häufig handelt es dabei um Verspannungsschmerzen, welche durch Tonusänderung im Muskel entstehen. Auslöser sind oftmals Fehlhaltungen der Halswirbelsäule oder auch das Auftreten von Zugluft, da die Unterkühlung den Muskeltones verstärkt. Die Schmerzen sind positionsabhängig und häufig nachts verschlimmert. Auch Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule können ursächlich sein.[3]

Biologischer Zusammenhang

Auslösend für Ohren-, und Halsschmerzen wäre die entzündungsbedingte Schleimhautschwellung: Eingedrungene Erreger führen zur Aktivierung körpereigener Abwehrmechanismen, wie dem Einschwemmen großer Mengen an Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und einer Steigerung der Durchblutung. Daraus resultiert eine Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Schleimhaut.

Das Mittelohr ist mit dem Rachen über die Ohrtrompete verbunden, einer von Schleimhaut ausgekleideten Röhre. Im Zuge einer Pharyngitis können die Erreger aus der Rachenschleimhaut über die Tube in das Mittelohr vordringen und dort durch pathogene Mechanismen zu einer Entzündung führen. Auch eine Schleimhautschwellung der Tube, zB. im Zuge einer Erkältung, kann durch Verhinderung des Sekretabflusses aus dem Ohr eine Entzündung hervorrufen.[2]

Zu beachten

Halsschmerzen im Zuge einer Erkältung sind nicht weiter besorgniserregend und meist selbstlimitierend. Zeigen sich Zeichen eines bakteriellen Erregers, wie Eiterstraßen im Rachen oder hohes Fieber, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Ohrenschmerzen mit Verdacht auf Otitis media ist auch ein Arztbesuch zu planen, besonders um die Gefahr einer Mastoititis zu vermeiden.

Nackenschmerzen bessern sich häufig durch gerechte Haltung, dauern sie jedoch längere Zeit an, sollte die Halswirbelsäule genauer untersucht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen