Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Geschwollene Lymphknoten Hals (ohne schmerzen)

© PantherMedia / Alice Day

Bei einer ausgeheilten, alten Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis) bleiben häufig kleine, verschiebbare sowie harte, aber schmerzlose Lymphknoten über einen längeren Zeitraum bestehen.

Da allerdings geschwollene, schmerzlose Lymphknoten auch bei bösartigen Erkrankungen auftreten können, sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden. [1]

Der folgende Text erklärt, warum geschwollene Lymphknoten im Hals ohne Schmerzen bestehen bleiben und welche biologischen Zusammenhänge innerhalb des Lymphsystems greifen.

Medizinische Fakten

Die Lymphknoten schwellen während einer Infektion wie beispielsweise einer Grippe (Influenza) oder Erkältung meist innerhalb weniger Tage an und verkleinern sich erst nach 2-3 Wochen wieder. Lymphknoten sind ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems, genauer gesagt des Lymphsystems. Dieses transportiert Flüssigkeiten aus dem Gewebe ab und führt sie dem Gefäßsystem zu.[2] Die weichen geschwollenen Lymphknoten sind während einer Infektion verschiebbar und schmerzen zudem oft stark.

Lymphknoten werden generell hinsichtlich ihrer Größe, der Verschiebbarkeit und der Konsistenz unterschieden:

  • Weiche, gut verschiebbare und druckdolente (schmerzhaft bei Druckausübung) Lymphknotenvergrößerungen liegen bei Entzündungen vor
  • Kleine, harte, schmerzlose, verschiebbare Lymphknoten sind häufig Zeichen einer alten ausgeheilten Lymphadenitis.
  • Harte, schmerzlose, mit dem umgebenden Gewebe „verwachsene“ Lymphknoten weisen auf maligne Veränderungen hin (z.B. Metastasen)[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Lymphknoten werden auch als Filterstationen des Blutes bezeichnet, die im Rahmen einer Infektion von den Krankheitserregern passiert werden. Innerhalb der Lymphknoten sitzt eine große Anzahl an Abwehrzellen (Lymphozyten). Sie vernichten (phagozytieren) die krankmachenden Keime.

Alle Zellen – auch Bakterien und Viren – zeichnen sich durch sogenannte Antigene auf ihrer Oberfläche aus. Dies sind charakteristische Merkmale, die aus Proteinen und Kohlenhydraten bestehen und vom Immunsystem mit einem Rezeptor nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip erkannt werden. Das Immunsystem klassifiziert dabei nach den Eigenschaften „eigen“ , also auf den körpereigenen Zellen zu finden, und „fremd“. Nach der Erkennung eines fremden Antigens auf dem Krankheitserreger durch die Lymphozyten wird die Vermehrung der Lymphozyten beschleunigt und es entsteht eine Entzündungsreaktion. [4][5]

Folglich kommt es reaktiv zum Anschwellen des Lymphknotens durch die Vermehrung der Abwehrzellen und die vermehrte Flüssigkeitsansammlung während der Entzündung.

Des Weiteren werden während einer Entzündung bestimmte Entzündungsbotenstoffe ausgeschüttet, die die Schmerzwahrnehmung steigern bei gleichzeitigem Herabsetzen der Schmerzschwelle. Schon eine geringe Reizung führt zu Schmerz und dieser wird in seiner Intensität höher eingestuft als bei Gesunden.

Risiken

Ist der Lymphknoten länger als 2 Wochen hart, schmerzlos, aber unbeweglich, so muss dringend ein Arzt aufgesucht werden.[6] Solch ein Lymphknoten kann Zeichen einer Tumorbildung sein und sollte auf keinen Fall ignoriert werden.[7]Ständiges Abtasten des Lymphknotens sollte vermieden werden, da dies das Wachstum fördert und das Abheilen erschwert.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen