Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen und Rückenschmerzen

© PantherMedia / Bernd Friedel

Halsschmerzen und Rückenschmerzen können ein Indiz für eine virale Infektion sein und im Rahmen einer echten Grippe (Influenza) auftreten. [1] Auch bei einer Erkältung können diese Symptome vorhanden sein, wobei Rückenschmerzen hierbei weniger in den Vordergrund treten. Natürlich können Halsschmerzen und Rückenschmerzen auch unabhängig voneinander zum gleichen Zeitpunkt auftreten.

Im Folgenden werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken, die bei Rücken- und Halsschmerzen in Verbindung mit einer Influenza eine Rolle spielen können, erläutert.

​Medizinische Fakten

Hals- und Gliederschmerzen sind klassische Symptome einer Influenza. Die Gliederschmerzen können sich auf in Form von Rückenschmerzen äußern.
Eine Influenza wird durch Influenzaviren ausgelöst, von denen drei Subtypen unterschieden werden: A, B und C. Die beiden Subtypen A und B sind für den Menschen von Bedeutung.
Nach einer Inkubationszeit von etwa 1–3 Tagen kommt es zu den typischen Symptomeneiner Influenza:
hohes FieberHalsschmerzenHustenGliederschmerzen [2]

Biologischer Zusammenhang

Die Influenza ist eine akute systemische (den ganzen Körper betreffende) virale Tröpfcheninfektion, die vor allem die Atemwege (Respirationstrakt) befällt. Die viralen Erreger gelangen über die Schleimhäute von Mund, Nase und Auge in den Körper. Die Entzündungsreaktion der Schleimhäute ist ähnlich wie bei einer Erkältung. Halsschmerzen beginnen meist mit einem rauen, juckenden Gefühl, das von Schluckbeschwerden begleitet wird. [3] Fieber ist ein Abwehrmechanismus des Körpers, bei dem die Temperatur hochreguliert wird, um hitzeempfindliche Erreger abzutöten. Die Influenzaviren tragen Markierungen an ihrer Zelloberfläche, die von Körperzellen als fremd eingestuft werden. Dadurch wird eine immunologische Kaskade aktiviert, die zur Freisetzung sog. proinflammatorischer Zytokine (entzündungsfördernde, regulierend wirkende Eiweiße, wie BSP, TNF-alpha, IL-6, IL-8) führt, welche das Fieber auslösen. Dies funktioniert am besten bei einer Körpertemperatur von 38–41 °C, da immunologische Abwehrzellen, z. B. Monozyten, Lymphozyten und Makrophagen, bei dieser hohen Temperatur am besten arbeiten. [4] Die proinflammatorischen Zytokine tragen auch zu einer Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (Entzündungsvermittlern) , z. B. Prostaglandin, bei. Diese Entzündungsmediatoren wiederum können ebenfalls Fieber und Gliederschmerzen (Arthralgie) auslösen.

Gliederschmerzen ohne krankhafte (pathologische) Veränderungen sind eine häufige Begleiterscheinung einer viralen Infektion. [2]

Risiken und Vorbeugung

Eine Influenza ist hochansteckend und kann von lebensbedrohlichen Komplikationen begleitet werden. Eine virale Lungenentzündung (Pneumonie) ist möglich, obwohl die häufig im Rahmen einer Influenza auftretende Pneumonie meist auf eine bakterielleSuperinfektion mit Streptococcus pneumoniae oder Staphylococcus aureus zurückzuführen ist.

Durch das geschwächte Immunsystem kann bei einer Pneumonie ein Übergreifen der Erreger auf andere Körperregionen ausgelöst werden.

Außerhalb der Lunge können folgende Erkrankungen in seltenen Fällen auftreten:

  • Erkrankungen der Skelettmuskulatur (Myositis)
  • Erkrankungen des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • neurologische Komplikationen wie das Reye-Syndrom (akute Schädigung von Gehirn und Leber) bei Kindern oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) [2]

Die beste Methode zur Vorbeugung ist die Impfung gegen Influenza. Eine entsprechende Hygiene, z. B. Händewaschen, stellt eine weitere Maßnahme zur Vorbeugung einer Influenza dar.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen