Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Ohrenschmerzen & Schnupfen

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Wenn die Temperaturen draußen sinken, steigt das Risiko, sich bei der Erledigung alltäglicher Angelegenheiten oder am Arbeitsplatz mit dem Erreger einer Erkältung, dem Rhinovirus, zu infizieren. Eine Erkältung kann neben anderen Beschwerden auch durch Hals- und Ohrenschmerzen geprägt sein. In den meisten Fällen heilt diese jedoch folgenlos binnen 2 Wochen ab.

Im Folgenden sollen die Hintergründe und Entstehungsmechanismen dieser beiden Symptome erklärt werden.

Medizinische Fakten

Bei einer Erkältung (Rhinosinusitis) handelt es sich in über 90% der Fälle um eine Infektion mit dem so genannten Rhinovirus.[1] Besonders an Orten mit hohem Menschenaufgebot wie öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, zumal es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt: Die Erkrankung wird beim Anhusten und Anniesen durch bereits erkältete Personen weitergegeben. Neben unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen, vermehrtem Sekretfluss aus der Nase sowie einer erschwerten Nasenatmung zählen auch Halsschmerzen zum Beschwerdebild. Besonders Kinder neigen darüber hinaus zu einer begleitenden Mittelohrentzündung (Otitis media).

Biologischer Zusammenhang

Eine Erkältung manifestiert sich, indem die Rhinoviren direkt in die Schleimhäute des Atemtraktes eindringen.[2] Das Immunsystem des Körpers erkennt die viral infizierten Zellen und greift diese gezielt an. Die dabei frei werdenden Botenstoffe aktivieren wiederum die Schmerzrezeptoren des Gewebes, die ihr Signal an das Gehirn weiterleiten, welches letztlich als ‚Halsschmerz’ wahrgenommen wird.

Über die so genannte Ohrtrompete (Tuba auditiva eustachii) steht der Rachenraum in direkter Verbindung mit dem Mittelohr. Über diesen Gang können sich die Viren ausbreiten und über den selben biochemischen Mechanismus wie in den Atemwegen Ohrenschmerzen im Rahmen einer Mittelohrentzündung verursachen. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion (Superinfektion), die durch die Bildung von Eiter gekennzeichnet ist und einen dumpfen oder pochenden Druckschmerz im Ohr verursacht. Dieser Schmerz lässt umgehend nach, sobald sich das Sekret über einen kleinen Riss im Trommelfell (Perforation) nach außen entleeren kann.

Zu beachten

Zu den möglichen Komplikationen [3] einer Mittelohrentzündung mit zusätzlichem bakteriellen Befall zählt beispielsweise die eitrige Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoiditis) am Hinterkopf. Brechen die Erreger von dort in die Blutbahn ein, so besteht die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis). Des Weiteren kann die Entzündung vom Mittelohr auf das Innenohr (Labyrinthitis) übergreifen und von dort aus die Hirnhäute befallen (Meningitis). Bei einer deutlichen Verschlechterung der Symptomatik sowie beim Auftreten von Schüttelfrost bzw. hohem Fieber, schleimig produktivem Husten oder Nackensteife sollte daher umgehend ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen