Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Starke Halsschmerzen (ohne Fieber)

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Typischerweise werden Halsschmerzen durch Erkältungskrankheiten oder Entzündungen der Mandeln bzw. des Mund- und Rachenraums ausgelöst. Diese werden häufig durch Viren, teilweise auch durch Bakterien verursacht. Oft treten die Halsschmerzen gemeinsam mit Schluckbeschwerden und Heiserkeit (Dysphonie) auf.

Obwohl sie meist lediglich ein Erkältungssymptom darstellen, können sie unter Umständen auch auf schwerer wiegende Krankheiten wie Scharlach oder Diphtherie hinweisen, die jedoch typischerweise mit hohem Fieber (Pyrexie) einhergehen.

Im Folgenden wird darauf eingegangen, wie starke Halsschmerzen ohne Fieber genau verursacht werden und was in einem solchen Fall zu beachten ist.

Medizinische Fakten

In den meisten Fällen treten Halsschmerzen als Folge einer virusbedingten Rachenentzündung auf und stelle gemeinsam mit Husten (Tussis) und Schnupfen (Rhinitis) typische Erkältungssymptome dar. Auch ohne Infektion kann es zu Halsschmerzen kommen, beispielsweise durch eine Überlastung der Stimmbänder oder Reizstoffe aus der Umwelt, wie Tabakrauch oder trockene Luft.

Halsschmerzen werden meist durch Infektionen ausgelöst. Dabei entzünden sich die Schleimhäute des Halsbereiches. Je nach Erreger und Ort der Entzündung wird zwischen einer Rachenentzündung (Pharyngitis) oder einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis) unterschieden. In beiden Fällen sind Bakterien oder Viren die Auslöser der Infektion. Während die Mandelentzündung jedoch im Großteil der Fälle mit Fieber (Pyrexie) einhergeht, ist dies bei der typischen Erkältungspharyngitis nicht notwendigerweise der Fall. Hier klingen die Schmerzen meist nach wenigen Tagen wieder ab.[1]

Mögliche Begleiterscheinungen können Mundgeruch oder auch starkeSchmerzen beim Schlucken sein. Die Halsschmerzen können mitunter bis ins Ohr ausstrahlen.

Sind die Halsschmerzen durch eine Infektion verursacht, können die Krankheitserreger durch Tröpfchen übertragen werden, wodurchAnsteckungsgefahr besteht.[2]

Wirkungsweise (biologischer Zusammenhang)

Eine Rachenentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Im akuten Falle wird sie meist durch Erkältungsviren wie Rhino-, Parainfluenza- oder Adenoviren ausgelöst. Dies führt zu einer Reizung der Rachenschleimhäute, was starke Schmerzen auslöst. Ist das Immunsystem bereits vorgeschwächt, kann es zu einer Sekundärinfektion (zusätzlichen Infektion) durch Bakterien kommen, die sich auf den bereits entzündeten Schleimhäuten festsetzen, sich vermehren und die Beschwerden so verschlimmern.

Eine chronische Pharyngitis entsteht durch eine dauerhafte Reizung der Rachenschleimhäute, beispielsweise durch Nikotinkonsum, Staub oder Reizgase. Auch eine vermehrte Atmung durch den Mund kann ein auslösender Faktor sein. Normalerweise wird die Atemluft in der Nase befeuchtet, was bei der Mundatmung erschwert wird. Somit kommt es zur Austrocknung der Rachenschleimhaut und wiederum zu einer erhöhten Reizbarkeit und einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte.[3]

Als weitere Ursache für Halsschmerzen kommt unter anderem eine chronischeNasennebenhöhlenentzündung infrage, bei der ein entzündliches Sekret aus der Nase in den Rachenraum abfließt, was zu Husten und Schmerzen führen kann.[4]

Zu beachten

Sollten infektionsbedingte Halsschmerzen länger als drei Tage andauern und zusätzlich mit Atemnot (Dyspnoe), Schwindel (Vertigo), einem starken Anschwellen der Lymphknoten oder hohem Fieber (Pyrexie) einhergehen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Um chronische Halsschmerzen zu vermeiden, sollte auf Nikotinkonsum verzichtet werden. Des Weiteren sollte der Betroffene seine Atemwege nicht allzu lange umweltbedingten Reizstoffen, wie Abgasen oder Staub aussetzen, um eine dauerhafte Reizung der Rachenschleimhäute zu vermeiden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen