Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen und trockener Hals

© PantherMedia / Kamil Macniak

Unter Halsschmerzen werden Schmerzen im Bereich des Rachens (Pharynx), Kehlkopf (Larynx) oder der Halsweichteile verstanden.[1] Sie treten am häufigsten im Rahmen einer einfachen Erkältung auf, die durch Viren ausgelöst wird. In seltenen Fällen können aber auch bakterielle Infektionen der Auslöser sein.

Welchen Verlauf es bei trockenen Halsschmerzen gibt und warum die genaue Abklärung der Ursache für die Therapie von Halsweh so entscheidend ist, soll im folgenden Text erklärt werden.

Medizinische Fakten

Pro Jahr erleidet ungefähr ein Drittel der Bevölkerung eine Halsschmerzperiode. Bei 80-90 % wird der Halsschmerz durch einen viralen Infekt ausgelöst oder es lässt sich kein Erreger nachweisen. Begleitsymptome sind Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis) und Heiserkeit (Dysphonie).

Zumeist beginnen Halsschmerzen mit einem Kratzen im Hals, wobei sich der Hals trocken und rau anfühlt. Danach kommt es zu einer vermehrten Schleimproduktion, der Hals rötet sich und der Schmerz wird stärker. Am 3. Bis 4. Tag gibt es normalerweise den Schmerzgipfel. Anschließend klingen die Schmerzen wieder ab und sollten nach 7 Tagen, gemeinsam mit den anderen Symptomen, reversibel sein. [3]

Halsschmerzen können auch durch eine bakterielle Infektion ausgelöst werden. Häufig sind hierbei die Gaumenmandeln (Tonsillen) betroffen und es kommt zu einer Mandelentzündung (Tonsillitis). Eine bakterielle Infektion kann in Folge einer vorangegangenen viralen Infektion auftreten.

Die Streptokokkenangina tritt vor allem bei Kindern zwischen 5 und 15 Jahren auf. Sie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und es kommt nach 2-4 Tagen zu Hals- und Schluckbeschwerden, meistens gemeinsam mit Fieber (Pyrexie). Zudem sind die Halslymphknoten vergrößert. [2]

Bei einer bakteriellen Ursache ist eine Antibiotikatherapie indiziert. Eine viral bedingte Infektion wird nur symptomatisch behandelt. Eine Antibiotikatherapie ist gegen Virusinfektionen wirkungslos. 

Biologischer Zusammenhang

Bei Halsschmerzen kommt es zu einer Entzündung durch die Abwehrreaktion des Organismus und seiner Gewebe gegen schädigende Reize. Eine akute Entzündung äußert sich durch Schmerz, Schwellung, Rötung und Erwärmung. Dazu kommt es durch die Aktivierung von Makrophagen, Granulozyten und Lymphozyten (Zellen der Körperabwehr) zu einer Freisetzung von Botenstoffen (Entzündungsmediatoren), wie Histamin, Interleukine und Prostaglandine.

Die Botenstoffe führen wiederum zu einer Gefäßerweiterung (Vasodilatation), die zur Rötung und Erwärmung des Entzündungsortes führen. Außerdem reizen diese Botenstoffe die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren), wodurch die typischen Halsschmerzen entstehen.[4]

Zu beachten

Auch wenn bei Halsschmerzen meist eine harmlose Erkältung die Ursache ist, können bakterielle Infekte zu Komplikationen führen. Virale Infekte wie EBV (Eppstein-Barr-Virus) oder CMV (Cytomegalievirus) können mit einer systemischen Beteiligung einhergehen. Des Weiteren können Halsschmerzen Ausdruck einer nicht primär im Hals lokalisierten Erkrankung sein.[5]

Sind die Halsschmerzen nach 7 Tagen nicht verschwunden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn es zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome bzw. Fieber (Pyrexie) kommt oder die Schmerzen primär vom Brustkorb in den Hals ausstrahlen, muss ein Arzt hinzu gezogen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen