Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Lymphknoten schmerzen (Hals)

© PantherMedia / Alice Day

Schmerzende, tastbare und geschwollene Lymphknoten im Halsbereich gehen sehr oft mit akuten Erkrankungen der oberen Atemwege einher. Lymphknoten sind„Schaltstationen“ des Abwehrsystems des Körpers, in denen Erreger an Zellen des Immunsystems herangebracht werden, um abgetötet werden zu können. Im Rahmen einer Entzündung sind sie hochaktiv, was eine Schwellung und Scherzhaftigkeit erklärt. Man spricht dann von einer Lymphadenitis (Lymphknotenentzündung).

In diesem Text soll über die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Tipps bezüglich schmerzender Lymphknoten aufgeklärt werden.

Medizinische Fakten

Geschwollene Lymphknoten sind einfach zu erkennen, denn in der Medizin lautet die Regel: “Jeder tastbare Lymphknoten gilt als vergrößert.“ Sind sie zusätzlich weich, gut verschieblich und druckschmerzhaft, deutet dies stark auf eine entzündliche Ursache im Einflussgebiet des Lymphknotens hin.[1]

Es gibt ein großes Spektrum an entzündlichen Erkrankungen des oberen Atemtrakts, welche mit kurzfristigen Veränderungen an den Lymphknoten des Halsbereichs einhergehen. Dies können virale, sowie auch bakteriell bedingte Infektionen sein. Hier sollen die häufigsten genannt werden:

  • Akute Rachenentzündung (Pharyngitis): Eine Pharyngitis wird in den meisten Fällen durch virale Erreger (Adenoviren, Rhinoviren) ausgelöst, seltener durch Bakterien (Streptokokken der Gruppe A). Diese lösen eine lokale Entzündung im Rachen aus, welche mit Rötung und Schwellung der Schleimhaut einhergeht. Die Patienten leiden an Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten und auch Mundgeruch. Durch die entzündlichen Prozesse im Hals kommt es häufig zu einer Mitbeteiligung der Halslymphknoten mit den oben beschriebenen Veränderungen.
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose): Dies ist eine durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöste Infektion, welche umgangssprachlich auch„Kissing-Disease“ bezeichnet wird, da sie durch Tröpfcheninfektion zB. beim Küssen übertragen wird. Die Erkrankung geht mit den charakteristischen Symptomen einer akuten Mandelentzündung (Angina tonsillaris) einher, wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, vergrößerten Mandeln, hohes Fieber und Appetitverlust. Auch hier sind schmerzende, geschwollene Halslymphknoten sehr typisch. Vorwiegend Kinder und Jugendliche sind betroffen.[2]

Im Zuge von viralen Infektionen auftretende Lymphadenitiden sind in der Regel selbstlimitierend, die Symptome nehmen nach einigen Tagen auch ohne Therapie ab.

Persisitieren die Lymphknotenbeschwerden länger als etwa zwei Wochen, müssen andere Ursachen ins Auge gefasst werden.

Einerseits könnte es sich um die sogennante Katzenkratzkrankheit halten, eine durch junge Katzen übertragene bakterielle Infektion (Bartonella henselae), welche vorwiegend die Halslymphknoten befällt. Die Lymphknoten können schmerzhaft aber auch nicht schmerzhaft sein.

Bleiben die Symptome über Wochen bis Monate bestehen, müssen auch maligne Erkrankungen, wie Lymphknotenkrebs oder Metastasen, ausgeschlossen werden. Hier sind die Lymphknoten meist schmerzlos, unverschieblich und hart. [3]

Biologischer Zusammenhang

Das lymphatische System ist ein komplexes Netzwerk, das sich aus den Lymphgefäßen und den lymphatischen Organen (uA. Lymphknoten: bohnenförmige, bekapselte Gebilde ) zusammensetzt. Es spielt eine wichtige Rolle in der immunologischen Erregerabwehr:

Aus dem Blut wird immer eine gewisse Menge an Flüssigkeit in das umliegende Gewebe „gepresst“, welche von dort als Lymphe von frei endenden Lymphgefäßen aufgenommen wird. Über die Gefäße wird die Lymphe zu den Lymphknoten transportiert, die als „Filterstationen“ im System dienen. Sie beinhalten große Mengen an Lymphozyten (spezielle weiße Blutkörperchen), welche darauf warten von Krankheitserregern aktiviert zu werden. Kommt es zu Kontakt zwischen Erreger und Lymphozyt, beginnt sich letzterer in großen Mengen zu vermehren. Im Zuge von Infektionen läuft die Lymphozytenvermehrung auf Hochtouren: Der Lymphknoten schwillt an, der Druck auf die ihn begrenzende Kapsel erhöht sich und es kommt zu Schmerzen.[4]

Zu beachten

Lymphknotenschmerzen und Schwellungen sind häufige Begleiterscheinungen von viralen und bakteriellen Infektionen, welche sich in der Regel nach einigen Tagen von selbst zurückbilden. Sie bedürfen keiner Behandlung.

Halten die Symptome für mehr als zwei Wochen an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um schwerere Erkrankungen mittels Lymphknotenbiopsie ausschließen zu können. 


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen