Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen und Ohrenschmerzen (links)

© PantherMedia / Gleb Shabashnyi

Hals- und Ohrenschmerzen gehören mit zu den häufigsten Symptomen einer Erkältung. Lokale Entzündungsprozesse sind dafür verantwortlich. Da das Mittelohr (Auris media) mit dem oberen Rachenraum (Nasopharynx) in enger Verbindung steht, können Infekte im Halsbereich immer auch Ohrenschmerzen (links) zur Folge haben. Wie es dazu kommt und welche anatomischen Besonderheiten diese begünstigen wird im Folgenden erklärt.

Medizinische Fakten

Bei den allermeisten Betroffenen (80-90 %) sind Halsschmerzen auf einen viralen Infekt der oberen Atemwege zurückzuführen. Selten können die Symptome auch durch Bakterien (meist Streptokokken) verursacht werden.[1]

Der obere Rachenraum steht über die Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) in direkter anatomischer Verbindung mit dem Mittelohr. Infektionen können sich so vom Rachen aufsteigend bis ins Mittelohr ausdehnen. Dies ist einseitig, sowohl links als auch rechts, möglich, kann aber auch beidseitig auftreten.

Das Mittelohr selbst ist ein relativ kleiner abgegrenzter Raum. Auf der einen Seite wird es durch das Trommelfell (Membrana tympani) begrenzt. Auf der anderen Seite liegt ein kleines Knochenfenster mit Membran (Fenestra ovalis oder vestibularis), welches das Mittel- vom Innenohr trennt. Im Mittelohr wird der Schall durch die drei Gehörknöchelchen Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes) mechanisch ca. 20fach verstärkt. Danach wird er im Innenohr zu einer Sinnesinformation umgewandelt.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Durch die Viren, in selteneren Fällen auch Bakterien, wird eine Entzündung im Rachenbereich ausgelöst. Durch Entzündungsmediatoren (Prostaglandine, Leukotriene, Interleukine) werden die Gefäße weitgestellt, damit der Bereich gut durchblutet wird und Immunzellen (Makrophagen, Monozyten, Granulozyten und Lympozyten) schnell herantransportiert werden können. Als Nebeneffekt kommt es zum Anschwellen der Schleimhäute. Passiert dies im Rachenbereich, sind Halsschmerzen die Folge.[3]

Breiten sich die Krankheitserreger bis zum Mittelohr aus, können auch dort die Schleimhäute anschwellen. Auch kann es passieren, dass durch das Zuschwellen der Ohrtrompete keine Belüftung und kein Abfluss von Sekret mehr aus dem Mittelohr erfolgen können. Die Gehörknöchelchen können nicht mehr richtig arbeiten und die Schallverstärkung nimmt ab. Dies äußert sich in Ohrenschmerzen, Schwindel und gedämpften Hörvermögen. Auch ist ein effizienter Druckausgleich nicht mehr möglich.
Außerdem können sich die Krankheitserreger in dem angestauten Sekret ungehindert vermehren, was weitere Entzündungsprozesse und damit Ohrenschmerzen zur Folge hat.[4]

Risiken

Hals- und Ohrenschmerzen sind eigentlich ungefährlich. Klingen die Entzündungsprozesse ab, verschwinden auch die Symptome. 80 Prozent der unkomplizierten akuten Mittelohrentzündungen heilen innerhalb weniger Tage von allein.[5] Sollten sie dennoch einmal länger bleiben oder kommt es zu sehr starken Schmerzen eventuell sogar mit Fieber, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Der Arzt sollte auch aufgesucht werden, wenn Eiterbildung bemerkt wird.[6] Eine Vielzahl von Infektionskrankheiten können solche Symptome verursachen.

Generell sollte dem Körper im Krankheitsfall Ruhe gegönnt werden. Aufenthalt in großer Höhe (z.B. Flugzeug) oder schnelle Änderungen der Höhe (Seilbahn) sollten aufgrund des nicht möglichen Druckausgleichs unterlassen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen