Halsschmerzen: Begleiterscheinungen

Schmerzen im Hals und Brustkorb

© PantherMedia / Tatiana Gladskikh

Schmerzen in den tief gelegenen Regionen des Halses sowie im Brustkorb können auf verschiedene Krankheitsbilder zurückzuführen sein. Sehr häufig liegt diesem Symptomkomplex eine pulmonale Erkrankung, wie Bronchitis oder Pneumonie zu Grunde, aber auch Erkrankungen der Speiseröhre können auslösend sein. In diesem Text sollen die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Tipps bei Schmerzen im Hals und Brustbereich erläutert werden.

Medizinische Fakten

Thoraxschmerzen generell sind ein sehr uncharakteristisches Symptom und können von verschiedensten Organen ausgehen, wie Magen, Pankreas, Herz aber auch der Wirbelsäule oder Muskulatur. Zeigen sich zusätzlich Halsschmerzen, ist das vor allem hinweisend auf Lungen-, sowie auch Speiseröhrenerkrankungen.

Bei besonders tief sitzenden Halsschmerzen gibt es im Wesentlichen zwei mögliche Krankheitsbilder der Lunge: Bronchitis und Pneumonie (Lungenentzündung).[1]

  • Bronchitis: Die Bronchitis ist eine der häufigsten Erkrankungen des Menschen und wird in den allermeisten Fällen durch Viren ausgelöst (Rhinoviren, Coronaviren, Influenzaviren etc.). Das Leitsymptom einer akuten Bronchitis ist der Husten, welcher nicht selten von Auswurf begleitet ist. Zusätzlich können Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und eventuell auch Fieber auftreten. Die Thoraxschmerzen im Zuge einer Bronchitis ergeben sich einerseits durch die stark entzündete Schleimhaut der Luftröhre und Bronchien, andererseits durch die vom starken Husten belastete Thoraxmuskulatur. Im ersten Fall sind die Schmerzen vorwiegend retrosternal (hinter dem Brustbein) lokalisiert.[2]
  • Pneumonie: Eine Lungenentzündung wird in der Mehrzahl der Fälle durch Bakterien ausgelöst, die häufigsten Vertreter sind Pneumokokken oder Haemophilus influenzae. Die Pneumonie ist eine Erkrankung der Lungenbläschen (Alveolen), bei der es aufgrund Flüssigkeitsansammlungen in den Alveolen (durch die Entzündungsreaktionen bedingt) zur Erschwerung der Atmung kommt und dadurch zur Luftnot. Die Erkrankung beginnt häufig mit Fieber und Schüttelfrost, gefolgt von Husten und Auswurf. Typisch ist auch eine schnelle Atmung (Tachypnoe). Der Brustschmerz im Zuge einer Pneumonie wird immer durch eine beteiligte Pleuritis (Lungenfellentzündung) ausgelöst, da die Lunge selbst nicht schmerzempfindlich ist. Der Schmerz ist stechend, atemabhängig sowie häufig seitlich lokalisiert.[3]
  • Ösophagitis: Die häufigste Ursache einer Entzündung der Speiseröhre ist ein Reflux (Refluxösophagitis) von Magensäure aus dem Magen in Speiseröhre, wodurch es zum Sodbrennen kommt. Dieses Symptom äußert sich durch retrosternale, brennende Schmerzen, eventuell begleitet von Schluckbeschwerden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu pulmonalen Erkrankungen ist der Zusammenhang zur Nahrungsaufnahme: Die Schmerzen der Ösophagitis treten vor allem nach der Mahlzeit auf und werden durch flaches Liegen verstärkt.[4]

Biologischer Zusammenhang

Schmerzen im Zuge von Entzündungen werden immer durch die Immunreaktion des Körpers auf die pathogenen Erreger ausgelöst.

Viren sowie Bakterien siedeln sich in den Schleimhäuten des Respirationstraktes ab und führen durch verschiedenste Mechanismen zur Schädigung der Epithelien. Als Folge darauf werden körpereigene Abwehrmechanismen aktiviert: Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) werden in großer Zahl eingeschwemmt um die Erreger zu bekämpfen. Gleichzeitig wird die Durchblutung des Gewebes lokal gesteigert, mit dem Ziel Erreger vermehrt abzutransportieren und Leukozyten einzuschwemmen. Diese Reaktionen führen zur Rötung und Schwellung des Gewebes, wodurch freie Nervenendigungen (Nozizeptoren) erregt werden und der Schmerz entsteht.

Wichtig zu wissen ist, dass die Lunge selbst keinen Schmerz empfinden kann. Ist jedoch bei einer Entzündung die Pleura mitbetroffen, kommt es zum Schmerzempfinden.

Im Zuge der Ösophagitis führt die retrograd fließende Magensäure selbst zur direkten Schädigung der Schleimhaut und dadurch zur Erregung der Nozizeptoren.[5]

Zu beachten

Während eine Bronchitis oft nicht behandelt werden muss, ist bei Verdacht auf eine Pneumonie immer ein Arzt aufzusuchen. Aufgrund schwerer möglicher Komplikationen muss sie immer therapeutisch abgeklärt werden.

Im Falle einer Refluxösophagitis sollte auch ein Arztbesuch geplant werden, da die Schädigung der Speiseröhrenwand gefährliche Komplikationen birgt, ein akutes Problem ist es aber meist nicht.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen