Erkältung: Häufige Fragen

Nackenschmerzen bei Erkältung – was tun?

© PantherMedia / Richard Nelson

Nackenschmerzen (Zervikalsyndrom) entstehen, wenn sich die Halsmuskulatur verspannt und verkrampft. Die oft sehr unangenehmen Beschwerden breiten sich häufig auch auf den Hinterkopf aus und sind im gesamten Schulter-Arm-Bereich deutlich spürbar. Nicht selten kommt es bei einer Erkältung neben anderen Symptomen wie z.B Schnupfen (Rhinitis), Husten, Halsweh und Heiserkeit auch zu Nackenschmerzen. Wie die Nackenschmerzen im Rahmen einer Erkältung mit Hausmitteln, Medikamenten oder allgemeinen Maßnahmen behandelt werden können, zeigt der folgende Text. [1]

Behandlung bei Nackenschmerzen

Die erkrankten Atemwege stellen eine große Belastung für die Umschaltstellen im Rückenmark dar und es kommt zur Überreizung im Bereich der Halswirbelsäule. Dies kann zu Muskelverhärtungen führen, da sich Keime und Entzündungszellen im Gewebe anreichern. Oftmals können diese kleinen Verspannungen auch ertastet werden. Durch die verkrampfte Schonhaltung während der Erkältung entstehen häufig noch mehr Muskelverspannungen und die Schmerzen können zunehmen. Sollte keine Erkältung vorliegen, können die Nackenschmerzen auch viele andere Ursachen haben, wie z. B. Zerrungen, Bandscheibenprobleme, Fehlhaltungen, aber auch psychischer Stress. [2]

Allgemeine Maßnahmen

Nackenschmerzen sind oft eine unangenehme Begleiterscheinung einer Erkältung und sollten mit viel Wärme und Ruhe behandelt werden. Hier ist es wichtig, sich nicht zu überanstrengen und sowohl die Nackenschmerzen als auch die Erkältung ausklingen zu lassen. Zugluft und Kälte sollten, wenn möglich, gemieden werden. Auch im Sommer sollte dies eingehalten werden. Der Nacken kann mit einem leichten Tuch geschützt werden. [3]

Hausmittel/Anwendung

Nachfolgend lassen sich einige Hausmittel finden, die sich aufgrund ihrer schmerzlindernden Wirkung bei der Behandlung von Nackenschmerzen bewährt haben.

  • Wärme für den Nackenbereich: Für verspannte Muskeln ist Wärme sehr wichtig, um den Nackenschmerzen erfolgreich entgegenwirken zu können. Der Hals, die Halsmuskulatur und die Halswirbelsäule sollten warmgehalten werden. Ein warmer Umschlag, ein heißes Bad, eine Rotlichtlampe oder Wärmepflaster aus der Apotheke lockern die Muskulatur auf und sollten einige Stunden mehrmals täglich angewendet werden. Wichtig: Auch während des Schlafes sollte immer ein Schal oder Rollkragenpulli getragen werden. [4]
  • Mit ätherischen Ölen massieren: Ätherische Öle können die Nackenschmerzen lindern, die Durchblutung fördern und die Muskeln entspannen. In der Apotheke ist Rosmarin-, Thymian- oder Jojobaöl erhältlich, die an den schmerzenden Stellen einmassiert werden können. Die Wirkung der Öle kann sich am besten entfalten, wenn nach der Behandlung ein Schal umgewickelt wird. Die Massage sollte 2-mal täglich durchgeführt werden. [5]

Medikamente

Nachfolgend werden Medikamente aufgelistet, die durch ihre schmerzlindernde und entspannende Wirkung gegen Nackenschmerzen eingesetzt werden können.

Paracetamol

Paracetamol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Analgetika (schmerzstillende Mittel). Es wirkt schmerzstillend und fiebersenkend.

  • Nebenwirkungen: sollten sehr selten auftreten; dazu gehören ein Anstieg der Leberenzyme, Blutbildveränderungen, Überempfindlichkeit und Verdauungsbeschwerden
  • Wechselwirkungen: Hemmung der Ausscheidung nach gleichzeitiger Einnahme von Probenecid (Mittel zur Behandlung der Gicht); Alkohol kann die Lebertoxizität (Giftwirkung auf die Leber) verstärken, die Wirkung von Antikoagulantien (hemmen die Blutgerinnung) kann verstärkt werden.
  • Dosierung: Erwachsene nehmen je nach Schweregrad der Beschwerden bis max. 4-mal täglich 500–1000 mg ein. Ein Zeitabstand von 4–8 Stunden zwischen den Einnahmen ist einzuhalten. Bei Kindern erfolgt die Dosierung streng nach Körpergewicht.
  • Medikamente: z. B. Acetalgin®, Dafalgan®, Tylenol®, Panadol® [6]

Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer, d. h., es hemmt die Entzündung und ist kein Steroid wie z. B. Cortison. Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.

  • Nebenwirkungen: Zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen zählen Verdauungsstörungen, Übelkeit (Nausea), Kopfweh (Cephalgie) und Durchfall (Diarrhoe).
  • Wechselwirkungen: Eine verstärkte Wechselwirkung kann bei der Einnahme von Lithium, blutgerinnungshemmenden Mitteln, Ciclosporin (unterdrückt das Immunsystem), Methotrexat (hemmt das Zellwachstum), Glukokortikoiden (z. B. Cortison) und kaliumsparenden Diuretika (entwässernde Mittel) eintreten.
  • Dosierung: Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen je nach Schweregrad der Beschwerde max. 3-mal täglich 200–400 mg.
  • Medikamente: z. B. Brufen®, Dismenol®, Algifor®, [7] [8]

Zu beachten

Nackenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben, die von einer harmlosen Erkältung und Stress bis hin zu einem Bandscheibenvorfall reichen. In seltenen Fällen sind Nackenschmerzen auch nicht krankheitsbedingt, sondern haben einen psychischen Hintergrund. Aus diesen Gründen sollte ein Arzt zur Ursachenabklärung aufgesucht werden, wenn die Nackenschmerzen trotz Selbstbehandlung nicht nach ca. fünf Tagen abklingen. [9]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung