Husten: Begleiterscheinungen

Schmerzen beim Husten

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Husten kann vielfältige Ursachen haben, am häufigsten wird er durch virale Infekte der oberen Atemwege bedingt. In Folge bestimmter pathologischer Vorgänge kann begleitend Thoraxschmerz auftreten.

Im Folgenden sollen die medizinsichen Fakten und der biologische Zusammenhang rund um schmerzhaften Husten sowie zu beachtende Besonderheiten im Umgang mit dem Symptomkomplex dargelegt werden.

Medizinische Fakten

Husten weist eine sehr hohe Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung auf und gehört zu den häufigsten Anlässen für einen Arztbesuch. Die Ursachen, die diesen sekundären Reinigungsmechanismus der Lunge in Gang setzen, sind äußerst vielfältig. Husten kann durch entzündliche, chemische, physikalische odermechanische Reize ausgelöst werden und wird als Symptom klassifiziert. Oftmals kommt es infolge unterschiedlicher Pathomechanismen zu begleitenden Schmerzen im Brustbereich. Schmerzhafter Husten kann im Rahmen folgender Erkrankungen auftreten:

  • Erkältung, Bronchitis
  • Grippe
  • Lungenentzündung
  • Tuberkulose
  • Pneumothorax
  • Lungenemphysem
  • Thoraxverletzung
  • exzessives Husten
  • Refluxkrankheit
  • Asthma
  • Pleuritis
  • Mukoviszidose
  • Tumorerkrankungen

Der Schmerzhaftigkeit, die die forcierten Atemstöße begleitet, liegen Reizungen des Lungenfells (Pleura), eine Überlastung der am Hustenreflex beteiligten Muskeln, eine entzündlich bedingte Überempfindlichkeit der betroffenen Schleimhäute oder eine Kombination genannter Mechanismen zugrunde.

Biologischer Zusammenhang

Als Husten bezeichnet man ein explosionsartiges Ausstoßen von Luft mit dem Ziel der Befreiung der Atemwege von Sekreten, Krankheitserregern sowie irritierenden Substanzen und Partikeln. Der Hustenreflex besteht aus drei Phasen: Inhalation, forcierte Exspiration gegen den verschlossenen Kehldeckel (Epiglottis), Öffnen der Stimmritze mit schlagartiger Freisetzung der Luft. Husten ist der sekundäre Reinigungsmechanismus der Lunge, der bei Versagen des primären Mechanismus – der mukozilliären Clearance (mechanische Reinigung durch Mobilisierung von Reizstoffen mithilfe von Flimmerhärchen) – für eine Befreiung der Atemwege sorgt. Unter den vielfältigen Auslösern des Abwehmechanismus spielen Erkältungen die wichtigste Rolle.

Aufgrund von verstärkter muskulärer Anstrengung, rapider Druckschwankungen innerhalb der Atemwege und oftmals begleitendem inflammatorischen Geschehen tritt Hustensymptomatik nicht selten in Kombination mit Schmerzen im Bereich des Thorax auf.

Schmerz ist eine subjektive Empfindung und kann als komplexe Warnreaktion auf ein schädigendes Geschehen im Organismus verstanden werden. Generell löst jeder gewebeschädigende Prozess in einem mit zur Schmerzempfindung befähigten Nervenendigungen versorgten Gebiet eine Schmerzreaktion aus. Infolge thermischer, mechanischer oder chemischer Reizung werden lokal verschiedene Mediatoren (z.B. Kinine, Zytokine, Histamin, Entzündungsmediatoren) freigesetzt, die zu einer Erregung von Nozizeptoren, d.h. freien Nervenendungen schmerzleitender Fasern führen.

Das mechanische Geschehen bei Husten allgemein sowie die bei Infektionen zusätzlich auftretende Entzündung lösen gleich auf mehreren Ebenen Schmerzreaktionen aus: Die erhöhte Aktivität der Atemhilfsmuskulatur, die der forcierten Austreibung von Luft dient, führt bei starkem Husten zu Gewebeschädigung infolge muskulärer Erschöpfung und Minderdurchblutung. Ist die Lunge selbst von einem inflammatorischen Geschehen (z.B. Lungenentzündung) betroffen, kommt es häufig zu einer schmerzhaften Reizung der Pleura (Lungenfell) v.a. bei abrupten Bewegungen. Das Lungengewebe selbst ist nicht schmerzempfindlich. Bei Husten aufgrund einer Infektion der oberen Atemwege und Bronchien führt die mechanische Beanspruchung der entzündungsbedingt sensibilisierten luftleitenden Strukturen und Schleimhäute zu akuter Schmerzempfindung im Thoraxbereich.

Besonderheiten

Husten ist grundsätzlich als Symptom und nicht als eigenständige Krankheit einzustufen. Besonders bei länger als acht Wochen anhaltender Symptomatik und bei ausgeprägtem begleitenden Krankheitsgeschehen (z.B. bei Lungenentzündung) sollte die Ursache des Hustens abgeklärt und nach Möglichkeit therapiert werden. Insbesondere produktiver Husten bei Erkältungen und Infektionen im Allgemeinen ist eine physiologische Maßnahme des Organismus und wird selbst in der Regel nicht behandelt. Das Abhusten von besonders zähem Sekret kann mithilfe von Sekretolytika (schleimlösende Mittel) unterstützt werden. Quälender trockener Husten kann durch die Gabe von Antitussiva (z.B. Codein) unterbunden werden, die Identifizierung und Beseitigung des ursächlichen Geschehens sollte jedoch höchste Priorität haben.