Husten: Begleiterscheinungen

Kopfschmerzen beim Husten u. Bücken

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Bei Kopfschmerzen, welche im Zusammenhang mit Husten oder Vornüberbeugen auftreten, kann es sich um den primären Hustenkopfschmerz handeln. Weiterhin kann eine Nasennebenhöhlenentzündung ursächlich sein.

im Folgenden werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und wichtige Hinweise zu Kopfschmerzen beim Husten und Bücken erläutert.

Medizinische Fakten

Husten ist keine eigenständige Krankheit, sondern meistens Anzeichen einer Erkrankung der oberen oder unteren Atemwege. Klinisch wird unterschieden zwischen akutem Husten (Dauer < 8 Wochen) und chronischem Husten (Dauer > 8 Wochen). Der akute Husten ist meist infektiöser Natur, während der chronische Husten oft durch eine schwere persistierende Lungenerkrankung verursacht wird [1].

Treten Kopfschmerzen in Verbindung mit Husten auf, kann es sich um den Primären Hustenkopfschmerz handeln. Dieser kann außer bei Husten, auch bei starkem Ausatmen, bei Einsatz der Bauchpresse oder beim Vornüberbeugen auftreten. Der Primäre Hustenkopfschmerz tritt vorrangig im Lebensabschnitt von 55-65 Jahren auf. Er kennzeichnet sich durch plötzlich auftretende Schmerzen, die meist nicht länger als einige Sekunden bis Minuten bestehen bleiben [2].

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ähnelt in ihren Symptomen häufig einer Erkältung. Betroffene Personen leiden neben Kopfschmerzen unter anderem an leichtem Fieber, einer verstopften Nase oder Halsweh. Auch bei der Nasennebenhöhlenentzündung wird zwischen akut (2-12 Wochen) und chronisch (> 3 Monate) unterschieden, wobei die Mehrzahl der Infektionen einen chronischen Verlauf nimmt [3].

Biologischer Zusammenhang

Die Entstehung des Primären Hustenkopfschmerzes wird folgendermaßen erklärt: Durch das Husten kommt es zu einer Drucksteigerung um Bauch- und Brustraum, welche sich über Gefäße und Körperflüssigkeiten bis in den Schädel bemerkbar macht. Die intrakranielle Drucksteigerung wiederum wirkt sich auf die schmerzempfindliche Hirnhaut (Dura) aus, welche in Folge Kopfschmerzen vermittelt. [6]

Die Nasennebenhöhlen (Sinus Paranasales) sind ein komplexes System aus miteinander verbundenen Hohlräumen im Schädelknochen. Man teilt die Nasennebenhöhlen ein in die Kieferhöhle (Sinus Maxillaris), die Stirnhöhle (Sinus Frontalis), die Keilbeinhöhle (sinus Sphenoidalis) und die Siebbeinzellen (Sinus Ethmoidalis). Diese sind mit Schleimhaut überzogen und münden alle im Bereich derNasenmuscheln (Conchae Nasales) in die Nase [4]. Eine Sinusitis entsteht, wenn, beispielsweise durch einen Schnupfen, die Eingänge zu den Nasennebenhöhlen durch eine Schwellung der Schleimhäute verengt werden. Dies führt zu mangelndem Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen und zu Ablagerung von Bakterien oder Viren, welche in Folge eine Infektion auslösen[5]. Das aufgestaute Sekret in den Nebenhöhlen verändert die Druckverhältnisse im Schädelknochen und führt so zur Kopfschmerzsymptomatik bei Bewegungen wie zum Beispiel Bücken.

Zu beachten

Kopfschmerzen sind nicht zwangsläufig harmlos, sondern können Anzeichen einer schwerwiegenden Erkrankung oder Verletzung sein [7]. Bei länger anhaltenden oder sich verschlimmernden Kopfschmerzen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.