Husten: Begleiterscheinungen

Schmerzen beim Husten (rechte Seite)

© PantherMedia / Denis Amato

Schmerzen beim Husten in der rechten Seite sind primär verdächtig für eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eineRippenfellentzündung (Pleuritis). Gelegentlich können allerdings Schmerzen unterhalb des Rippenbogens ein Indiz für eine organische Ursache im Bauch sein. Hier kämen insbesondere Leber- und Gallenblasenerkrankungen in Betracht. [1]

Medizinische Fakten

Rechtsseitige Schmerzen beim Husten sind insbesondere bei deutlicher Erkältungssymptomatik häufig Symptom einer begleitenden Rippenfellentzündung (Begleitpleuritis) bzw. einer Lungenentzündung (Pneumonie). Eine Begleitpleuritis entsteht im Rahmen einer Infektion des Atemtraktes. Diese kann sich bei einer schwachen Immunabwehr oder durch mangelndes Auskurieren der Grunderkrankung weiter ausbreiten (per continuitatem) und das Lungen- und Rippenfell infizieren.

Im Vordergrund steht eine ausgeprägte Erkältungssymptomatikauf Grund der Infektion des Bronchialsystems (Pneumonie, akute Bronchitis):

  • atem- / hustenabhängige Schmerzen
  • Husten trocken oder produktiv
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit, Kopf-/Gliederschmerzen
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Druckgefühl im Oberkörper, Luftnot [2]

Eine Lungen-/Rippenfellentzündung kann in seltenen Fällen auch isoliert auftreten. Hier steht der charakteristische, atemabhängige Schmerz im Vordergrund. In der Regel besteht jedoch auch in diesem Fall eine Grunderkrankung, wie Rheuma, welche ursächlich für die Pleuritis ist.

Ist der Schmerz unterhalb des Rippenbogens lokalisiert, so kann eine Erkrankung der Leber oder Gallenblase vermutet werden. Allerdings ist eine Korrelation der Schmerzen mit Husten untypisch.

Eine typische Erkrankung der Gallenblase sind Gallensteine im Gallenblasengang (Choledocholithiasis). Das Kardinalsymptom ist sehr intensiver, akut einsetzender Schmerz im rechten Oberbauch. Des Weiteren können Fieber und Übelkeit/ Erbrechen vorliegen. Häufig ist dieses Krankheitsbild rezidivierend. [3]

Biologische Zusammenhänge

Die Lunge ist von einen Lungenfell (viszerale Pleura)umgeben, welches am Rippenfell (parietale Pleura) anliegt. In dem Zwischenraum (Pleuraspalt) befindet sich Flüssigkeit, welches ein Aneinander gleiten der Pleurablätter bei der Atmexkursion ermöglicht. 

Bei einer Entzündung steigt die Schmerzempfindlichkeit und außerdem kann es zu Absonderung von Proteinen (Fibrin) kommen. Da die parietale Pleura äußerst gut durch Nerven versorgt ist, tragen insbesondere diese beiden genannten Faktoren zu der Schmerzempfindung, während der Reibung der Pleurablätter aneinander, bei. Es entsteht der charakteristische atem-/ hustenabhängige Schmerz. [4]

Gallensteine haben viele Menschen. Sie entstehen in den meisten Fällen (>80%) durch eine vermehrte Cholesterinsekretion. Sobald das Löslichkeitsprodukt der Gallensäure gesättigt ist fällt Cholesterin aus, wodurch sich Cholesterinsteine bilden können. Diese können asymptomatisch in der Gallenblase liegen. Wenn sich Steine allerdings lösen, z.B. durch eine Gallenblasenkontraktion nach fettreichem Essen oder Erschütterungen, wie beim Sport oder durch Husten kann es zu Symptomen kommen. Je nach Größe setzte sich der Stein in dem ableitenden Gallenweg (Ductus cysticus & Ductus choledochus) zum Dünndarm fest. Durch die Obstruktion des Gallengangs staut sich die Gallensäure zurück. Der Gallengang und die Gallenblase dehnen sich schmerzhaft auf. Bei Loslösung des Steins ist der Schmerz meist unmittelbar reversibel. [5]

Zu beachten

Ein Arzt ist bei hustenabhängigen Schmerzen immer aufzusuchen, da so die entsprechende Ursache fachgerecht behandelt werden kann.

Besonders bei immunschwachen Menschen kann eine Pneumonie unbehandelt tödlich sein. Es ist nach wie vor die Infektionskrankheit mit der größten Mortalität. Bei einer Pleuritis kommt es gelegentlich zu einer Einschmelzung der Entzündung durch Abszesse oder einen Pleuraerguss (vermehrt Flüssigkeit im Pleuraspalt). Die Lunge wird somit verdrängt und es resultiert Luftnot.

Eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), sowie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (biliäre Pankreatitis) können schwere Komplikationen der Choledocholithiasis sein und machen eine ärztliche Behandlung obligat. [6]

Gallenblasensteine sind besonders häufig bei übergewichtigen Frauen, insbesondere Schwangere, zwischen dem 20-50.Lj. Wenn eine Prädisposition zu Gallensteinen bekannt ist, so sollte auf eine ausgewogene, cholesterinarme Ernährung geachtet und ein Normalgewicht angestrebt werden. Insbesondere fettreiche Mahlzeiten sind zu meiden, da diese nach Verzehr zu einer unwillkürlich, starken Gallenblasenkontraktion führen und somit einen Steinabgang begünstigen. [7]