Husten: Begleiterscheinungen

Husten (mit Würgereiz)

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Husten ist ein Symptom und keine Diagnose. Im Rahmen verschiedenster Erkrankungen und Ursachen kann es zu dem Symptom Husten kommen. Tritt im Rahmen des Hustens ein Würge-oder Brechreiz auf, kann dies die Suche nach der Ursache eingrenzen und auf bestimmte Krankheitsbilder hinweisen. Würgereiz tritt jedoch nicht typischerweise bei Husten auf, sondern häufig im Zusammenhang mit einer Reizung der Speiseröhre mit Magensäure. Aber auch andere Erkrankungen kommen in Betracht.

Medizinische Fakten

Die Gastroösophageale Refluxkrankheit (kurz GERD) tritt in den westlichen Industrieländern bei etwa 20% der Bevölkerung auf. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Rückfluss von Magensäure (Refluxat) vom Magen in die Speiseröhre, was normalerweise durch einen Schließmuskel am Ende der Speiseröhre (unterer Ösophagussphinkter) verhindert wird. Kommt es aufgrund einer Schließmuskelschädigung oder wegen eines erhöhten Drucks im Bauchraum (zum Beispiel bei Schwangerschaften oder bei Übergewicht) zu einem Versagen dieses Schließmuskels, tritt vermehrt Magensäure in die Speiseröhre über. Sodbrennen ist das häufigste Anzeichen für diese Erkrankung.[1]

Diese Magensäure kann infolgedessen die Luftröhre erreichen und aufgrund der Reizung der Luftröhrenschleimhaut Husten auslösen. Durch das Husten wiederum steigert sich der Druck im Bauchraum wodurch ein Würgereiz ausgelöst werden kann.[2]
Würgen und Hustenreiz tritt auch bei Keuchhusten (Pertussis) auf. Bei Keuchhusten handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die von den Bakterium Bordetella perstussis verursacht wird. Die Erkrankung ist durch täglich mehrmalige starke Hustenanfälle gekennzeichnet, die sich über mehrere Wochen erstrecken. Durch die krampfartigen Hustenanfälle kann ein Würgereiz und in weiterer Folge Erbrechen ausgelöst werden. Keuchhusten ist jedoch heutzutage eine sehr seltene Erkrankung geworden, da vor mehr als 50 Jahren ein Impfstoff gegen Keuchhusten eingeführt wurde.[3][4]
Ebenso kann bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD;engl.: chronic obstructive pulmonary disease) neben Hustenreiz und starkem Husten Würgen und Erbrechen ausgelöst werden. Bei COPD handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Veränderung der Bronchien. Es kommt zu andauerndem Hustenreiz und Atemnot. Auch hier kann starker Husten Würgen und Erbrechen auslösen.[5]

Biologischer Zusammenhang

Der Würgereflex zählt zu den Schutzreflexen des Körpers und stellt einen Vorboten des Erbrechens dar. Der Würgereiz geht mit rhythmischen Kontraktionen (Muskelbewegungen) der Atemmuskulatur einher, wobei die Stimmritze (Glottis) im Kehlkopf (Larynx) geschlossen bleibt.

Damit wird verhindert, dass Fremdkörper oder schädliche Substanzen (zum Beispiel Refluxat) in die Atemwege gelangen. Ausgelöst wird der Würgereflex durch unter anderem durch Reizung von Nervenendigungen im Rachen (Pharynx) und an der Hinterseite des Gaumens und kann beispielsweise auch durch einem Finger ausgelöst werden.[6]
Der Brechreflex, dem der Würgereflex meist folgt, wird durch das Brechzentrum im Hirnstamm koordiniert. Durch beispielsweise übermäßige Dehnung der Magenschleimhaut, welche durch erhöhten Druck im Bauchraum (intraabdominelle Druckerhöhung) im Rahmen von starkem Husten zustande kommt, kann dieses Brechzentrum aktiviert werden und einen anfänglichen Würgereiz auslösen. Dies kann in weiterer Folge auch bei Reizhusten zu Erbrechen führen.[7][8]

Zu beachten

Tritt Würgereiz im Rahmen von starkem Husten auf sollte mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden, um die grundsätzliche Ursache ausfindig zu machen und um den Hustenreiz eventuell medikamentös mit einem Hustenstiller (zum Beispiel Paracodin) Einhalt zu gebieten.