Husten: Begleiterscheinungen

Lungenschmerzen beim Husten

© PantherMedia / Aleksandar Mijatovic

Lungenschmerzen beim Husten sind bei viralen Infekten der oberen und unteren Atemwege typisch. Eine häufige Ursache sind eine Rachenentzündung (Pharyngitis), oder eine Bronchitis. [1]

Im Folgenden werden die Pharyngitis und die Bronchitis als Ursache mit dem entsprechenden Pathomechanismus vorgestellt. Außerdem wird erörtert, wann ein Arztbesuch notwendig ist und wie das Risiko eines komplikationsreichen Verlaufs dieser Erkrankungen vermindert werden kann.

Medizinische Fakten

Die Pharyngitis ist eine Entzündung des oberen Atemtraktes. In den meisten Fällen beginnt die Krankheit mit Kratzen im Hals, Schluckproblemen und einem Kloßgefühl. Im weiteren Verlauf kann sich unproduktiver Reizhusten entwickeln. Wenn dieser sehr ausgeprägt ist, oder sich die Infektion auf das Bronchialsystem ausgebreitet hat, kann es auch zu Schmerzen im Oberkörper kommen. [3]

Bei einer akuten Bronchitis ist Husten in Kombination mit Lungenschmerzen ein klassisches Symptom. Weitere Begleitsymptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie erhöhte Temperatur sind häufig.

Ebenso, wie bei der Pharyngitis liegt in bis zu 50% der Fälle eine Infektion mit Rhinoviren vor. Diese sind Auslöser von Erkältungen und befallen bevorzug obere und untere Atemwege. Aus diesem Grund kommen Entzündungen des Nasen- und Rachenraums und des Bronchialsystems oftmals in Kombination vor.

Biologischer Zusammenhang

Husten ist ein Schutzreflex des Körpers und kann durch spezifische Reize in den oberen und unteren Atemwegen initiiert werden. Eine Entzündung in dieser Region bedingt durch minimale Erosionen und Entzündungsmediatoren eine Steigerung der Empfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Hustenrezeptoren. Über einen parasympathischen Nerven (Nervus Vagus) werden bei Stimulation diese Reize nach zentral vermittelt und Reizhusten ausgelöst.

Bei fortgeschrittenen Bronchitiden wird außerdem vermehrt Bronchialsekret gebildet, um mögliche Erreger zu Lösen. Dieses führt zusätzlich zu einer Initiierung des Hustenrefelexes und es entsteht produktiver Husten.

Infolge von ausgeprägten Husten kann es gelegentlich zu Schmerzen der Zwichenrippenmuskulatur (Mm. interkostales externi und interni) kommen. Diese Muskulatur unterstützt das Zwerchfell (Diaphragma) bei der Atmung. Wie bei anderen Muskeln auch, kann bei Überbeanspruchung, z.B. durch intensiven Husten, ein Muskelkater entstehen. [4]

Lungenschmerzen im eigentlichen Sinne sind sehr ungewöhnlich. Vielmehr kommt es häufig in Folge einer Bronchitis oder Lungenentzündung (Pneumonie) zu einer zusätzlichenInfektion des Rippenfells (Begleitpleuritis der Pleura parietalis) und damit zu husten- bzw. atemabhänigen Schmerzen. [5]

Zu beachten

Liegt eitriger oder blutiger Auswurf vor, besteht der Husten über 3 Wochen hinweg, sowie bei akuter Luftnot (Dyspnoe) oder Fieber wird die Konsultation eines Arztes obligat.

Ein viraler Infekt heilt bei jungen Menschen, ohne chronische Erkrankungen, in der Regel komplikationslos ab. Dennoch kann es insbesondere bei immunschwachen und älteren Menschen zu schwerwiegenden Verläufen kommen. Die bedeutendste Komplikation ist die Lungenentzündung (Pneumonie). Diese geht mit einer akuten Verschlechterung des Allgemeinzustandes, hohem Fieber, schmerzhaftem Husten und atemabhängigen Schmerzen einher. [7]