Husten: Begleiterscheinungen

Hodenschmerzen beim Husten

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Hodenschmerzen, welche vor allem beim Husten auftreten, können ein Anzeichen für einen Leistenbruch (Hernia inguinalis) sein. In diesem Fall treten die Schmerzen häufig auch vermehrt bei allen anderen Aktivitäten auf, welche die Betätigung der Bauchmuskeln erfordern. Im nachfolgenden Text werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken in Verbindung mit Hodenschmerzen beim Husten näher erläutert.

Medizinische Fakten

Das Symptom Hodenschmerz kann viele verschiedene Ursachen haben, tritt es jedoch nicht andauernd auf, sondern vor allem im Zusammenhang mit Husten, Nießen, Lachen, Pressen oder Heben von schweren Gegenständen, ist es eine typische Begleiterscheinungeines Leistenbruches (Hernia inguinalis). [1] In seltenen Fällen kann der Leistenbruch auch eine Folge von vermehrtem Husten, z. B. bei chronischen Lungenerkrankungen, sein.

Der Schmerz entsteht durch den Einbruch der Eingeweide in den Leistenkanal, welcher sich bis in den Hodensack fortsetzt. Wird im Unterbauch Druck aufgebaut, wie beispielsweise beim Husten, werden Eingeweide durch die Bruchpforte hindurch gepresst und lösen so Beschwerden aus.

Ein Leistenbruch entsteht durch eine Überbelastung der Leistenregionund wird durch geschwächtes Bindegewebe in dieser Region begünstigt. Übergewicht, Schwangerschaft, häufige Verstopfungen, das Tragen von schweren Lasten oder eine Bauchwassersucht (Aszites) schwächen die Leistenregion indem der Druck im Unterbauch ständig erhöht wird und begünstigen somit eine Leistenhernie. [2]

Meist besteht auch eine kleine Schwellung im Leistenbereich, welche im Liegen gut wegdrückbar ist.

Biologischer Zusammenhang

Zwischen den Rippen und dem Becken besteht eine ausgedehnte Skelettlücke, die durch eine vielschichtige Bauchdecke verschlossen ist. An bestimmten Bereichen, wo die muskuläre Grundlage der Bauchdecke fehlt, entstehen Schwachstellen, die gelegentlich dem Druck im Unterbauch nicht standhalten können und somit Durchtrittspforten eines Leistenbruches werden können. Der Bruchsack, welcher meist Körperfett und Darmschlingen enthält, schiebt sich entlang des Leistenkanals und kann so bis in den Hodensack gelangen. Befindet er sich im Hodensack, fordert dieser Bruchsack Raum ein und irritiert das nahe liegende Gewebe. Beim Husten entsteht so eine besondere Reizung im Hoden, da der Bruchsack durch den erhöhten Druck im Bauch herausgepresst wird. [3]

Zu beachten

Die Leistenhernie zählt zu einer der häufigsten Erkrankungen in Deutschland, davon entfallen 90% auf Männer. Die Leistenhernie kann nur operativ behoben werden, da sie nie von alleine verheilt. Die Größe des Bruches kann im Laufe der Zeit zunehmen, weshalb der Inhalt des Bruchsacks so schnell wie möglich wieder in die Bauchhöhle zurückverlagert und die Bruchpforte verschlossen werden sollte. Eine sofortige chirurgische Behandlung ist dann notwendig, wenn der Bruch sich nicht wieder zurückdrängen lässt oder es dort heftig schmerzt und Fieber auftritt. Es kann sich dabei nämlich um eine eingeklemmte Leistenhernie handeln, bei der eine Darmschädigung droht und welche sich entzünden kann. [4]